22. Epstein Files: Psychologie von Machtmissbrauch und wie wir handlungsfähig bleiben

Shownotes

Trigger-/Hinweis: Keine expliziten Details. Wir sprechen traumasensibel über sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch und Grooming.

In dieser Folge geht’s um:

Warum sexualisierte Gewalt in solchen Strukturen oft primär Machtausübung ist

Machtentkopplung: wenn soziale Korrekturschleifen fehlen und Perspektivübernahme sinken kann

Moral Licensing, Gradualisierung, Entmenschlichung, Konsequenzillusion

Grooming, kognitive Dissonanz, Freeze – und warum das nichts mit Zustimmung zu tun hat

Netzwerk-Dynamiken: pluralistische Ignoranz, Statusschutz, Diffusion von Verantwortung, Geheimnisbindung

Faustregeln gegen Ohnmacht: Dosis regulieren, Regulation vor Analyse, Gemeinschaft statt Isolation, kleine Schritte im eigenen Wirkrahmen

Warum es genau deshalb Projekte wie Lustwandel braucht: Sexualität sprachfähig machen, Scham reduzieren, Konsens- und Grenzkompetenz stärken.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hey, wir sind Pia und Maren, Sexualberaterin um Psychologin.

00:00:03: Und du hörst Lustwandel!

00:00:05: Ein Podcast über weibliche Sexualität jenseits von Scham, Schmerz und Schweigen.

00:00:09: Mit einer Einladung transgenerationalen Prägungen auf die Schleche zu kommen – für mehr Selbsterbindung, Körperliebe und Sinnlichkeit.

00:00:15: Viel Spaß!

00:00:17: Hallo.

00:00:18: Hallo.

00:00:19: Wieder eine Folge mit uns beiden?

00:00:21: Ja genau, mal wieder wir zwei... und fair warning….

00:00:26: Wir sind richtig fertig

00:00:28: Und das Thema heute macht uns auch fertig.

00:00:30: Was dazu beiträgt, dass wir noch fertiger sind?

00:00:34: Ja ich hätte jetzt eigentlich gesagt, dass der Grund warum wir fertig sind aber...

00:00:37: Naja ich habe meine Menstruation

00:00:38: ja gut.

00:00:39: Ich permess!

00:00:40: Wir sind ja gleich geschaltet bei mir geht es gleich los.

00:00:44: Leute also wir sprechen heute über die Appstien files und wollen auch darauf eingehen Was für psychologische Mechanismen da rein spielen, dass so was passieren kann.

00:00:57: Uns ist ganz wichtig zu schauen und auch für euch reinzugeben, wie wir einen Umgang damit finden können, sodass wir nicht in der Gelähmtheit Überforderung stecken bleiben, sondern wieder an eine Handlungsfähigkeit kommen konfrontiert mit all dem ... Leute!

00:01:17: Ich kann nicht mehr.

00:01:19: Wir sind beide echt durch.

00:01:21: Und irgendwie ... ja, gut so ist es halt und wir werden's jetzt auch nicht versuchen zu verbergen.

00:01:29: Ja, wir werden uns einordnen in was geht da in unserer Gesellschaft schief?

00:01:36: Wie kann einen Lustwandel der wirklich notwendig ist dazu beitragen, dass solche Dinge in der Zukunft weniger wahrscheinlich werden

00:01:46: usw.?

00:01:47: Ja,

00:01:47: und vielleicht fangen wir damit an wie es uns damit geht.

00:01:51: Vielleicht fühlt ihr mit?

00:01:53: Vielleicht fühlt ihr ganz anders.

00:01:55: aber um da erstmal einfach so ganz menschlich persönlich mitzulanden hier was geht ab bei dir?

00:02:00: Ganz viel!

00:02:01: Also auch jetzt in der Vorbereitung bin ich durch verschiedenste Emotionen gegangen über Forderungen Wut Trauer Und für mich sind Teilweise nicht nur die Epstein-Files.

00:02:23: Genau, dass ich mir denke ... wie kann so etwas passieren?

00:02:29: Wird

00:02:29: z.B.,

00:02:29: das ist nichts passiert!

00:02:31: Wie kann so was sein in einer ... Ungläubigkeit aus meiner Überforderung heraus bin ich.

00:02:40: Und ... Ich weiß auch gar nicht so richtig, wo setz' ich denn überhaupt an?

00:02:44: Dann komm ich jedes Mal wieder in die unangenehmen ... Ähm, nicht Situationen, dann komm ich immer wieder in den unangenen Emotionen rein und ... find's einfach super-schwierig.

00:02:57: Mhm.

00:02:58: Bei dir?

00:02:59: Ja, danke!

00:03:00: Ja, ich

00:03:01: merke mich beschäftigt das sehr seit mehreren Wochen Und insbesondere so ganz konkrete Details, E-Mails, Beschreibungen.

00:03:11: Die ich mir da irgendwann schon im Rabbit Hall auch ... und ähm ... Ich merke das mich, dass ich teilweise so mich dabei ertappe wie ich tagsüber vor mich hinstarre und Bilder in mir auftauchen, konkrete Sätze, die ich gelesen habe.

00:03:26: Die wir übrigens jetzt in dieser Folge euch ersparen werden, weil in einer Podcastfolge es nicht leicht ist zu sagen, das möchte ich grad nicht so explizit hören einfach ... um da traumasensibel zu sein.

00:03:39: Was wir machen wollen, ist darauf eingehen wie kann das passieren?

00:03:42: Wie können wir es einordnen und was können wir jeweils tun, um handlungsfähig zu bleiben?

00:03:46: Und ich hatte nicht immer diese handlungsfähigen Momente muss ich ganz ehrlich sagen.

00:03:49: Ich war erst mal in einer Überforderung auch eine emotionale Beforderung.

00:03:56: Ich merke auch jetzt wieder ich könnte losheulen und bin sprachlos.

00:04:04: Man stellt mir immer wieder vor, wie das für die einzelnen Opfer sein muss.

00:04:09: Damit durchs Leben zu gehen und teilweise eben auch noch obendrauf über diese zusätzlich zu diesen unbeschreiblichen Erfahrungen dann eben noch die Erfahrung zu machen da in der Gesellschaft nicht mitgetragen aufgefangen zu sein sondern jahrelang zu erleben wir dass einfach nicht Die Aufmerksamkeit bekommt, die es bräuchte und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurden über lange Zeit.

00:04:36: Also ich finde's einfach ... Ich hab da eigentlich keine Worte für, schade!

00:04:40: Ich habe aber ein Podcast.

00:04:43: Na ja, dann war meine Bewegung jetzt schon so eine von so einem Erstarren und teilweise auch irgendwie nicht ganz anders können als mir mehr Informationen beschaffen.

00:04:52: Und gleichzeitig merken wir, wie es mir überhaupt nicht gut tut in der Masse.

00:04:57: Jetzt mich dann wieder so dran zu erinnern, was ich aber gelernt habe darüber.

00:05:00: Wieso was psychologisch wirkt und wie ich da mich wieder selbst rausarbeiten kann?

00:05:04: Und vielleicht halte ich das mal direkt zu Beginn, weil es ja auch für euch hilfreich sein kann beim Zuhören also ... Was mir geholfen hat und was einfach eine Faustregel ist, was hilft eben zu schauen, wo bin ich in meinem Wirkrahmen handlungsfähig?

00:05:18: Also, was kann ich ganz konkret tun?

00:05:20: Das kann superklein sein!

00:05:23: Es ist aber so dass dass das, was zu einer Überforderung in uns führt und auch wirklich so die Gehirnareale, die jeweils angesprochen werden im einen und dem anderen Zustand.

00:05:34: In dem ersten Zustand von ich bin erst mal konfrontiert mit viel zu viel brutalsten emotional aufgeladenen Informationen hinzu.

00:05:44: Ich gehe in Irgendeine Form von konstruktiver Aktion.

00:05:48: Sie werden sehr unterschiedlich hierhin Areale angesprochen und das holt aus dieser Erstarung raus, deswegen egal was es ist, egal wie klein es ist in meinem Fall zum Beispiel war's ein ganz klares Wir müssen das im Podcast adressieren wir müssen das bei Social Media adressiert.

00:06:04: Ich möchte das jetzt tun, auch wenn ich mich selbst noch total unsortiert fühle und unfertig und am liebsten da noch viel klarer zu sprechen können wollen würde.

00:06:12: Aber das ist was ich tun kann mit der Reichwerte die wir jetzt gerade haben.

00:06:16: Und sofort geht es mir darin besser und stehe ich stabiler auf dem Boden.

00:06:20: Mir war dann klar okay, ich möchte im kleinen Rahmen mit Menschen darüber sprechen.

00:06:24: Ich möchte am Küchentisch die unangenehmen Gespräche führen weil ich davon persönlich überzeugt bin dass es nicht hilfreich ist, dass wir da gesellschaftlich vorbeischauen oder fühlen.

00:06:33: Ich glaube, wir brauchen das ... Wir müssen das in unser kollektives Bewusstsein holen.

00:06:40: Jeder für uns eine Art und Weise der emotionalen Aufarbeitung, kleinschrittig?

00:06:44: Nicht überfordernd, aber ja!

00:06:46: Das in unser persönliches Bewusstsein holen und dann schauen was kann ich im Einzelnen machen?

00:06:51: Das ist das, wo ich eine Überzeugung habe, dass es was bringt.

00:06:54: Und das ist auch das, was individuell hilft.

00:06:56: um das schon mal direkt zu Beginn zu sagen.

00:06:58: und das war jetzt auch meine Bewegung.

00:07:05: Handlungsfähig bleiben statt gelehmt werden.

00:07:07: Konfrontation mit massiver Gewalt aktiviert das Stresssystem.

00:07:11: Wenn wir zu viele Informationen ungefiltert konsumieren bleibt das Nervensystem im Alarmzustand.

00:07:17: Erste psychologische Faustregel ist also Dosis regulieren.

00:07:20: Mehr Informationen bedeutet nicht automatisch mehr Verarbeitung.

00:07:24: Trauma-Inhalte brauchen Begrenzung.

00:07:27: Zweite Faustregel, Regulation vor Analyse.

00:07:31: Solange der Körper noch im Stress ist, arbeitet der prefrontale Cortex also der Teil, der für komplexes Denken zuständig ist nur sehr eingeschränkt.

00:07:40: Erst wenn Atmung, Puls und Muskelspannungen sich beruhigen entsteht wieder eine klare Urteilskraft.

00:07:45: Dritte Faustriegel vom Reagieren ins Antworten kommen.

00:07:50: Reaktivität ist emotionales Mitgerissen werden.

00:07:53: Responsivität is bewusstes Handeln im eigenen Wirkrahmen.

00:07:57: Das kann klein sein, ein Gespräch führen Wissenteilen Räume schaffen.

00:08:03: Vierte Faustregel Gemeinschaft statt Isolation.

00:08:06: Emotionale Verarbeitung ist sozial wirksamer als allein Geteilte Reflexion reduziert Ohnmacht.

00:08:13: Fünfte und letzte Faustriegel

00:08:15: Macht-

00:08:16: und Konsenskompetenz im Alltag stärken.

00:08:19: Missbrauchsysteme verändern sich nicht durch Empörung, sondern durch Kulturarbeit.

00:08:24: Hierarchien reflektieren.

00:08:26: Sexualität sprachfähig machen.

00:08:29: Körperliche Grenzen auch im Kleinen schon ernst nehmen und kommunizieren und Scham reduzieren.

00:08:35: Handlungsfähigkeit entsteht durch Regulationen, Einordnung und einen realen Schritt im eigenen Einflussbereich.

00:08:44: Ich würde sagen, dass ich noch gar nicht so weit bin in meiner Auseinandersetzung.

00:08:47: Ich bin eher darin ... Boah!

00:08:49: Wie soll ich den

00:08:51: Wust

00:08:52: überhaupt bewältigen?

00:08:54: Diesen Wust an Informationen und diesen Wust am Emotionen, denen das alles in mir auslöst.

00:09:01: Dass sich eigentlich sofort wenn ich da reingehe In die auseinandersetzung wieder dieser Wust in mich hochkommt.

00:09:08: Also dieses zu viel an Gefühlen einfach im Moment Genau.

00:09:14: Und dass ich es einfach ganz, ganz schwierig finde damit umzugehen.

00:09:20: Wie fühlt sich das körperlich an bei dir?

00:09:23: Unterschiedlich.

00:09:25: Brustherzraum wird eng und meine Kehle wird eng.

00:09:34: Das ist auch jetzt der Fall.

00:09:36: Dass ich als erstes immer so eine unbändige Wut habe wenn ich das lese gar nicht weiß, wo ich damit hin soll.

00:09:45: Weil ich es einfach nicht fassen kann wie so etwas passieren kann und die ... auch mein Körper zieht sich zusammen, so äußert die sich.

00:09:57: Mein Herzschlag wird schneller, mein Atem wird schneller und danach kommt dann die Trauer.

00:10:05: Und dann muss ich wahlen.

00:10:08: Ja bei dir?

00:10:10: Ich hab irgendwie gefragt, weil ich gemerkt habe auch so ein Bedürfnis habt, tief zu atmen zwischendurch und wie ich eigentlich mein Körper immer wieder in so einer Startsein geht.

00:10:19: Und ich merke auch diese... also die Wut ist es für mich fühlt sich an wie so eine... Eigentlich passt das englische Wort Raged viel besser.

00:10:28: Es ist so richtig so ein Gefühl von... Also es ist alleine überhaupt nicht prozessierbar.

00:10:35: Und auch da, übrigens noch mal Hinweis auf psychologische Faustregeläute macht es nicht alleine mit euch aus.

00:10:40: Sprecht mit Leuten, Schafträume für Austausch und auch um Emotionen fließen zu lassen ... Ich mein... Unser gesellschaftlicher Umgang mit Wut ist ein sehr Interessanter und auch da haben wir viel zu lernen!

00:10:53: Wenn du Menschen um dich rum hast die mit Wutt umgehen können, die Wut daseinlassen können?

00:10:58: Ich hab zu dir so ein Thema eine Wut in mir, die kann ich gar nicht alleine fließen lassen Und da hilft manchmal wirklich auch ein irgendwie Kissenhauen, Stampfen.

00:11:06: Also das Körperlich zu verarbeiten kann sehr hilfreich sein und ich bin schon dabei und merke aber es bleibt wie trotzdem noch in mir stecken.

00:11:13: Ich hab letztens an so einem Seminarteil genommen.

00:11:16: Da gab's immer mal die Möglichkeit quasi dass eine größere Gruppe saß im Kreis und man konnte die Mitte gehen und etwas zum Ausdruck bringen.

00:11:25: Emotionen, tatsächlich unser Verarbeitungsraum für Emotionen.

00:11:28: Die wird sehr viel weiter in dem Moment vor anderen Menschen mit uns präsent sind.

00:11:33: Ich hab wirklich überlegt, ob ich reingehe und die komplette Rage durchfließen lasse im Kreis.

00:11:38: Weil ich das Gefühl hatte, in der Kapazität mit einer ganzen Gruppe drum herum wäre es vielleicht gegangen ... Und dann dachte ich mir, fuck!

00:11:45: Das springt doch den Rahmen hier an.

00:11:46: Dann hab ich's gelassen.

00:11:47: Scheiße, ne?

00:11:49: Ja, weil ... also jetzt, wenn du es erzählst, finde ich, fühlt sich das ganz gut oder richtig an.

00:11:55: Weil als du angefangen hast und in den Kissen hauen, dann dachte ich mir so ganz nett!

00:12:01: Aber

00:12:02: die Wut ist viel größer

00:12:04: wie

00:12:05: ... Ich weiß auch gar nicht, ich hab so viel Wut in mir.

00:12:08: Ich weiß überhaupt nicht, wie ich dir rauslassen soll?

00:12:12: Und das klang jetzt ganz gut.

00:12:14: Mir geht's auch schon besser, nur davon erzählt zu haben.

00:12:16: Nur die Idee davon und das ist ja auch interessant.

00:12:20: Ich merk sogar der Gedanke dass diese Folge von euch da draußen gehört wird und wir dann eine Art gemeinsames Verarbeitungsfeld kreieren irgendwie.

00:12:33: Wir sprechen es aus.

00:12:35: ihr hört Ich gehe mal davon aus, dass es eine grundlegende Wertealignment gibt und ähnliches Verständnis davon, was da passiert.

00:12:44: Und wie falsch das ist.

00:12:45: Allein darin merke ich jetzt gerade ... Das finde ich richtig berührend.

00:12:51: Dass da eine Art Community auch schon gewachsen ist.

00:12:53: Und allein das macht's grad für mich leichter, muss ich sagen.

00:12:56: Ist schön zu bemerken.

00:12:59: Wenn wir in das Thema reingehen?

00:13:02: Was würdest du sagen... wie es überhaupt zu dem dazu kommen konnte.

00:13:07: Also, und damit meine ich jetzt einmal ... Überhaupt zu diesen Missbrauchs-Geschichten und Erfahrungen in diesem großen Rahmen.

00:13:20: Und aber auch dazu, wie gerade der gesellschaftliche Umgang damit

00:13:24: ist.

00:13:26: Das ist so krass!

00:13:27: Ich würde ganz ehrlich sagen, Teil von mir hat gar keinen Bock auf diese Auseinandersetzung

00:13:31: grade.

00:13:31: Ich auch nicht.

00:13:32: Gar kein Bock?

00:13:34: Ja.

00:13:35: Und wir sehen beide auch einfach so richtig fertig aus, falls ihr bei uns bei Social Media folgt.

00:13:39: Könnt ihr es dann in den

00:13:40: Videos sehen?

00:13:43: Oder

00:13:43: auch lieber nicht!

00:13:45: Ja ... mmh, okay.

00:13:47: Gut... Ich verbreite jetzt meine persönliche Reflexionsfähigkeit gemischt mit psychologischen Perspektiven die eine gewisse Tiefe haben durch meine Vorbildung und psychologische Erfahrung.

00:13:59: Ich hab das alles nicht final durchdrogen, mag ich ganz klar sagen.

00:14:04: Und in diesem noch nicht fertig sein dürfen wir uns darüber unterhalten und dürfen uns das gemeinsam erschließen ist, meine Haltung.

00:14:11: von daher leg ich mal los.

00:14:13: Das eine was ich interessant finde ist, was ich mir erschließt, es wäre relativ leicht zu denken dass der innere Drang quasi der zu diesen schrecklichen Missbrauchsituation geführt hat, wenn in allererster Linie mal ein sexueller Drang war.

00:14:34: Und da ist mein aktuelles Verständnis ... dass es tatsächlich erstrangig mal einfach eine Machtausübungsdrang ist und es ... ja, Macht- und Unterdrückung- und Kontrolleausüben lässt sich tatsächlich sehr gut über sexuellen Missbrauch tun.

00:14:55: Also, das ist einfach so wie ... Machtmissbrauch funktioniert richtig gut über sexuellen Missbrauchen.

00:15:01: Es geht dabei häufig in allererster Linie um Macht.

00:15:03: Das ist auch bei Vergewaltigungen so, es wird häufig missverstanden und natürlich mischt sich dann auch ein Sexualdrang rein.

00:15:10: Und einen völlig, also häufig auch sehr viel massivst unterdrückte Sexualität die sich dann baden bricht, die einfach ... ich find keine Worte für den Scheiß.

00:15:24: Ja!

00:15:25: Solche Baden brricht?

00:15:27: Das finde ich mal das eine irgendwie wichtig zu sagen.

00:15:31: Jetzt mischt sich das alles ein bisschen, aber was was ansonsten dazu führen konnten ist jetzt also die inneren Prozesse so diese irgendwie.

00:15:37: Ich bin hier in einer wahnsinnigen elitären Situation In der Machtposition.

00:15:42: selber habe dadurch häufig auch nochmal so ein sehr gesteigertes Gefühl von Ich darf's mir erlauben, irgendwie.

00:15:49: Ich hab so ganz viel Tolles beigetragen und bin ein ganz besonderer Mensch oder so ... Und darf mir da jetzt was nehmen?

00:15:55: Darf mir etwas erlaubern?

00:15:57: Bestimmte Moralnormierungen in unserer Gesellschaft treffen wir auf mich nicht

00:16:01: zu.".

00:16:02: Während klassische Mindsets, in die man so reingeräht.

00:16:04: Wenn man in einer Machtposition ist gepaart mit was wissenschaftlich belegt, ist eine Tendenz dazu, dass Empathievermögen in der Tendenzen sinkt in sehr starken Machtpositionen.

00:16:17: auch das wird sicherlich dazu beitragen.

00:16:19: und dann ist es eben eine komplexe Verwebung von diesen inneren Prozessen von denjenigen, die diese Macht inne haben.

00:16:31: Psychologische Mechanismen auf Täterseite.

00:16:34: Auf Täter Seite wirken mehrere psychologische Mechanismen zusammen.

00:16:37: Ein zentraler Begriff ist Machtentkopplung.

00:16:40: Je höher die strukturelle Macht einer Person ist, desto weniger soziale Korrekturschleifen greifen.

00:16:45: Der viel Status, Einfluss oder Ressourcen hat dem wird seltener Widersprochen, der wird selter kritisiert und auch begrenzt.

00:16:53: Empathie entsteht nicht nur innerlich sie wird sozial mitreguliert.

00:16:57: Sie braucht also Resonanz Spiegelung und Rückmeldungen.

00:17:00: Wenn diese Rückmeldung systematisch fehlt, entsteht eine Entkopplung.

00:17:04: Die eigene Sicht wird zur dominanten Realität – die Perspektive anderer verliert Gewicht.

00:17:08: Macht zerstört jetzt nicht automatisch Empathie vom Hügen.

00:17:12: aber Forschung zeigt mit wachsender Macht sinkt im Durchschnitt die spontane Perspektivübernahme.

00:17:17: und dazu kommen dann noch weitere Mechanismen nämlich zum Beispiel Moral Licensing.

00:17:21: also Erfolg wird unbewusst als moralisches Gut haben verbucht.

00:17:25: Gradualisierung Grenzverletzungen eskalieren schrittweise Mit dann... da können wir gleich noch eingehen, drauf eingehen von Opfern.

00:17:54: Also verschiedenste Mechanismen eigentlich um Opfer möglichst in einer derartigen Charme und Isolation zu halten, dass sie eben nicht ins Sprechen gehen.

00:18:05: Und dann wiederum eben auch verknüpft mit einer Netzwerkstruktur, Unterstützungsstrukturen die das Ganze mittragen, die funktionieren über ökonomische Abhängigkeiten, Angst von einem Beteiligten ihre eigenen Machtpositionen in der Gesellschaft zu verlieren, wenn etwas ans Licht kommt.

00:18:24: Geteilte schreckliche Geheimnisse die natürlich ein sozialer Klebstoff sind.

00:18:30: Da spielen so unglaublich komplexe Dinge mit rein.

00:18:32: aber das mal als Startschuss magst du da was ergänzen?

00:18:36: Ja, was ich noch ergänzen will ist Stichwort Gradualisierung.

00:18:42: Es bedeutet dass sich Grenzen nach und nach verschieben

00:18:47: also

00:18:48: ich würde sagen sowohl auf Opfer als auch auf Täter innen Seite das Dinge die nicht in Ordnung sind und nicht normal sind und dass es dahin kommt nach und nach Schritt für Schritt die Grenzen immer mehr verschoben werden bis es dann so weit ist, dass man sich einredet.

00:19:08: Ah ja!

00:19:08: Es ist total okay was wir hier gerade tun.

00:19:12: Und das ist kein großer Sprung von null auf hundert sondern eben so einen ganz klein schrittiger Prozess.

00:19:24: Das fand ich auch noch mal total spannend in meiner Auseinandersetzung.

00:19:29: Dann, dass ihr vielleicht einmal, hattest du ja angesprochen, grooming.

00:19:33: Genau und das Grooming ist ... Naja, ich sag mal, dass Minderjährige letztendlich zu solchen Dingen rekrutiert werden?

00:19:41: Ja.

00:19:43: Und vielleicht auch tatsächlich, also, ich hätte so ein Beispiel, was er so ein bisschen greifer macht aus meinem eigenen Lebenthema irgendwie grooming oder auch Machtmissbrauch und Machtpositionen ausnutzen um dann eigentlich eine ... Sexuellen, also sexuell übergriffiges Verhalten möglich zu machen.

00:20:00: Habe ich eine Geschichte aus meinem eigenen Leben?

00:20:01: Ja, voll!

00:20:03: Okay,

00:20:04: klark mal auf... Da hatten wir bisher noch gar nicht, haben wir sonst sehr oft in diesem Podcast, also hau raus.

00:20:09: Und zwar habe ich mal während des Studiums in so einer Bar gearbeitet und da war so ein Chef der war ein Arschloch Hat immer einen auf ganz unterstützend und liebevoll getan, gemacht uns mit Arbeiten gegenüber.

00:20:27: Es war auch dafür bekannt, dass er in der Tendenz hübsche junge Frauen arbeiten, schon mal interessant.

00:20:32: Und zwar aber ein total nettes Team.

00:20:37: Eine Weile lang war ich da zufrieden und war nicht richtig vorgefallen.

00:20:41: Dann hat er mich irgendwann zur Seite genommen.

00:20:45: Er hat mir viel zu viele Komplimente gemacht irgendwie auch so eine eklige Art und Weise, wo man natürlich auch irgendwie ... ja jetzt in einer angestellten Falle in sich hat mich damals auch tatsächlich von diesen Jobs ein Stück weit abhängig gefühlt aufgrund meiner Situation damals.

00:21:01: Long story!

00:21:03: Und genau das hatte schon was Schmierig-Ekliges aber es war so ... whatever?

00:21:10: Und dann irgendwann hat der Folgendes gemacht und ich find's nach wie vor echt interessant weil das war wirklich ein gutes Beispiel eigentlich für wie sowas passieren kann.

00:21:16: da meinte er zu mir Ja waren Wenn die Gäste sich hier gegenüber Scheiße verhalten, wenn sie übergriffig sind und du darfst rausschmeißen ... Du kannst mir jederzeit Bescheid sagen.

00:21:29: Du darfst unfreundlich zu denen werden.

00:21:31: Das Wichtigste ist, dass du beschützt bist

00:21:34: usw.,

00:21:35: also in so eine totale Beschützerrolle gegangen.

00:21:38: Und meinte dann so, ja ... wenn dich einer hier irgendwie am Arm anfasst oder so was.

00:21:42: Mein Gott, dann ist noch okay.

00:21:44: und wenn einer da und hat mir einfach volle Kanone an den Arsch gefasst?

00:21:50: Nicht nur kurz, sondern richtig wem!

00:21:53: Meinte dann, wenn dir jemand an den arsch fasst, kannst du die rausschmeißen.

00:21:57: Hast du ihn rasgeschmissen?

00:21:58: Ja, das ist halt das Geile.

00:22:01: Ich war so verwirrt in dem Moment, weil er hatte ja ... ich hatte mich ein bisschen einlohlen lassen von was ausprünglich wirkte wie etwas Beschützendes und dass er aber genau quasi die Tatsache, dass ich bei ihm angestellt war und er Cheffe war und ich natürlich irgendwie eine Riesenhemmschwelle habe, ihm gegenüber irgendwie ihn so krass wegzustoßen oder zu verletzen.

00:22:20: also wirklich total klassische Machtstruktur man möchte keine Grenzen setzen, das es ausgenutzt hat Und dann so ein perfides, ich stelle mich in eine schützende Position.

00:22:29: Ja?

00:22:30: Und plötzlich ... Bamm!

00:22:31: Mindset Shift bin ich aber hier gerade derjenige, der übergriffig ist.

00:22:35: Da kommst du so schnell nicht hinterher ne?

00:22:38: Ich stand da irgendwie wirklich wie und kam mir so dumm vor und bescheuert ja.

00:22:43: Die Situation war lange um, da ist mir klar geworden was passiert ist.

00:22:46: Dann wär ich gerne in einer Zeit zurückgereist und hätte ihm eine geschallert das eben die Ohren schlackern oder so.

00:22:53: Und hab dann irgendwie kurze Zeit darauf gekündigt, aber meinst du ich hab den konfrontiert?

00:22:59: Nein.

00:23:00: Ja so und also ... Das ist mir als Beispiel geblieben für wie das funktionieren kann dass man da in so ein System reingeholt wird von ich habe hier sozusagen irgendeine Art von Privileg- und Vorteilen finanziell in dem Fall weil es war an dem Ort wo ich gewohnt hab tatsächlich erst mal die Bar die am besten bezahlt hat und so.

00:23:21: ne Und schau mal, schrittweise ... Da waren ja schon Annäherungsgeschichten vorher Stück für Stück gelaufen.

00:23:29: Zu dem Zeitpunkt hat er sich sicher genug geführt, die Nummer zu bringen und hätte sein können, dass ich das durchgehen lasse.

00:23:35: Ich bin sicher, dann wäre ein paar Tage später die nächste Aktion gekommen.

00:23:39: Dieses Schrittweise, ich bin in der Machtposition.

00:23:42: Die Leute tun nichts.

00:23:43: In diesem Team hatte es sich auf eine gewisse Art normalisiert, dass er leicht übergriffig ist.

00:23:47: Ha-ha!

00:23:48: Weißt du?

00:23:49: Das ist jetzt ganz milde gesprochen.

00:23:51: Aber das macht die Mechanismen, die da greifen.

00:23:56: ein bisschen spürbar und nachvollziehbar.

00:23:58: Und wenn ich jetzt reingegangen wäre, aufgrund dieser gefühlten Abhängigkeit und so einer Normalisierung innerhalb der Gruppe hätte ich mich auch einfach reinbegeben können in einen Mindset von irgendwie er beschützt mich ... Ich tue jetzt mal so als wäre das die Realität.

00:24:14: Vielleicht ist es ja ganz normal, dass wir alle hier von ihm bekrabscht werden.

00:24:18: Uppsala weiß eigentlich nicht, dann schäme ich mich krass dafür.

00:24:21: Vielleicht schämen wir uns auch als Gruppe dafür.

00:24:22: Deswegen sprechen wir nie drüber, usw.

00:24:26: MINIMEMO Psychologische Mechanismen auf Opferseite.

00:24:33: Auf Opfer-Seite greift häufig Grooming als Bindungsmanipulation, Aufwertung und Nähe aktivieren das Bindungssystem – und das kann das Alarmsystem überlagern!

00:24:45: Es entsteht kognitive Dissonanz, positive Aufmerksamkeit und Grenzverletzung stehen nebeneinander, das Gehirn versucht den Widerspruch aufzulösen und tut das oft durch Verharmlosungen.

00:24:57: Außerdem reagiert das Nervensystem insbesondere bei Machtgefällen nicht selten mit Freeze.

00:25:02: Ersterrung ist dabei keine Zustimmung, sondern eine autonomische Schutzreaktion.

00:25:07: Hinzu kommt Charme-Internalisierung – Verantwortung wird nach Innen verschoben und Abhängigkeitsdynamiken emotional, sozial oder ökonomisch reduzieren dabei realen Handlungsspielraum.

00:25:22: All diese Mechanismen haben tatsächlich in meinem Verhältnis mir sehr wenig eskalierten Beispiel bereits gegriffen Rooming durch scheinbaren Schutz.

00:25:29: Kognitive Dissonanz und Freeze durch Paradoxie der Situation, Anspannung, Machtgefälle und gefühlte ökonomische Abhängigkeit.

00:25:36: Charme-Internalisierung – ich habe das mit mir machen lassen, das darf ich niemandem erzählen.

00:25:41: Außerdem finden es offenbar alle anderen im Team nicht schlimm usw.

00:25:45: Pia bringt gleich ein weiteres verhältnismäßig wenig eskaliertes Beispiel.

00:25:49: Vielleicht magst du da einmal selber analysieren welcher Mechanismen du so raushörst.

00:25:54: Übrigens, es kann sehr hilfreich sein sich diese psychologischen Mechanismen bewusst zu machen.

00:25:58: Die die Handlungsfähigkeit auf Opferseite einschränken.

00:26:01: Das ändert aber nichts daran dass sie Täter die Verantwortung für den Übergriff tragen.

00:26:05: mehr dazu in einem späteren Minimemo.

00:26:08: das finde ich ganz interessant weil Mir ist jetzt tatsächlich auch noch ein Beispiel gekommen.

00:26:14: Erzähl mal

00:26:15: Auch mit Chef

00:26:17: Kälzepris

00:26:19: und Es gab einen großen Altersunterschied.

00:26:23: Also, der war bestimmt doppelt so alt wie ich.

00:26:25: Ähm ... hab ich auch in einer anderen Podcast-Folge mal erzählt, dass generell irgendwie häufig ältere Männer auf mich stehen oder standen.

00:26:34: Überlege ich jetzt gar nicht, warum das so ist?

00:26:38: Da gab's ... In dem Sinne wie bei dir keine körperliche Übergriffigkeit aber ... Ich würd sagen, verbale Emotionale auch teilweise und dass er mich auch ... weil ich Expertise hatte in diesem Job und andere, die den Job ausgeübt haben nicht.

00:26:57: Dass er mich dadurch in so eine Position erhoben hat, meine Meinung zählt mehr als die der anderen, dass ich überhaupt eine Meinung haben durfte, war schon gut!

00:27:08: Auch

00:27:08: relativ viel für mich gemacht hat im Gegenzug dann aber auch relativ viel von mir erwartet hat.

00:27:13: also er habe mich zum Beispiel irgendwo hingefahren oder so und hat im Gegenzug dann aber relativ viel von mir erwartet, was zum Beispiel Erreichbarkeit und so weiter anbelangt hat.

00:27:24: Mir, wie ich im Nachhinein auch erst reflektiert habe sehr unpassende Komplimente gemacht die in dem Moment gar nicht gar nicht so schlimm klingen aber dadurch dass diese Machtposition war schlimm waren.

00:27:38: das war dann tatsächlich auch so dass kolleginnen auf mich zukam meinten, okay sie finden es irgendwie so ein bisschen komisch wie er sich mir gegenüber verhält und aufs irgendwie sein kann dass er auf mich steht usw.

00:27:53: Also in dem Moment dachte ich mir auch ja kann ich mir vorstellen was mich total verunsichert hat weil ich gar nicht wusste wie ich damit umgehen soll.

00:28:00: Ich würde im Nachhinein auch immer noch sagen das es so sein kann und das Interessante ist dass er da habe ich dann nicht mehr gearbeitet dass er später angeklagt wurde für sexuelle Übergriffigkeit, war es glaube ich.

00:28:16: Und diese Anklage aber fallen gelassen wurde weil er ein sehr schützendes System von Männern um sich herum hatte die auch in Machtposition waren.

00:28:38: Jede Person denkt, die anderen würden es tolerieren für Normalheiten und so weiter.

00:28:42: Und deswegen tolerieren wir das dann selbst.

00:28:46: Kognitive Dissonanz spielt auch hier eine wichtige Rolle.

00:28:49: Das Weltbild ist.

00:28:50: ein angesehener Mensch zum Beispiel wollen wir beschützen.

00:28:55: Status Schutz ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:28:58: Nähe zu Macht bringt Vorteile Ganz einfach!

00:29:02: Nähe zur Macht bringt Vorurteile und erzeugt Loyalitätskonflikte.

00:29:34: Interessant, ja.

00:29:35: Das wusste ich auch noch gar nicht von dir.

00:29:37: Lern wir mal was voneinander.

00:29:38: und ein gutes Beispiel?

00:29:40: Ich mag auch noch mal reingehen, das ist ja zum Beispiel einfach ein gutes Beispiel dafür wie sich Grenzen nach und nach verschieben weil man den Moment verpasst zu merken dass da irgendwas schiefläuft und dann natürlich total gehemmt darin ist eine Grenze zu setzen aufgrund dieser Machtstrukturen so einer privilegierten Position in der du dann warst wo natürlich setzt so ne Grenze irgendwie an so ner Stelle geschiedene Kränkung, weil du sofort das alles an Privilegien.

00:30:07: Und was mir wichtig ist zu sagen ... Die Beispielen, die wir genannt haben sind selbstverständlich stehen in keinem Verhältnis zu all diesen horrendenden Dingen, die in den Epstilen-Pfeils stehen.

00:30:18: Es sind schlicht und ergreifend die Beispiele in unseren Leben, die uns, die dahinter liegen im Mechanismen ansatzweise verstehen lassen.

00:30:26: Wir erzählen es in der Hoffnung, dass auch euch hilft irgendwie auch euch selbst in diesen Strukturen zu verorten und zu sehen, wo auch ihr natürlich in diesen Machtstrukturen die sich dann mit sexuellen Avancen oder so leicht übergriffigen Verhalten mischen.

00:30:46: Ich würde mal vermuten eigentlich jede Frau, jede Frau die schon ein paar Jahre Berufsberuf hinter sich hat ist da in verschiedenste merkwürdige Strukturen und Dynamiken geraten ob es uns bewusst ist oder nicht.

00:31:04: Handlungsmacht, Grenzen und klare Verantwortung.

00:31:08: Wenn wir über Machtverhältnisse, Sensibilisierung und klaren Grenzen sprechen ist eine Differenzierung richtig wichtig.

00:31:14: Es gibt Situationen in denen Menschen trotz Hierarchie noch begrenzter Handlungsmarkt haben Und da kann es hilfreich sein Dynamiken früh zu erkennen Strukturen zu benennen Unterstützung zu suchen oder Grenzen zu formulieren auch wenn das Mut kostet und reale Konsequenzen haben kann.

00:31:30: Und es gibt natürlich Situationen, in denen Handlungsmacht faktisch nicht mehr besteht.

00:31:35: Bei massiver Bedrohung körperlicher Gewalt oder Vergewaltigung greift das autonome Nervensystem.

00:31:40: Fight, Flight oder Freeze sind keine Entscheidungen sondern Schutzreaktionen und in solchen Momenten ist Grenzsetzung kein verfügbares Instrument.

00:31:49: Sensibilisierung für Machtverhältnisse bedeutet nicht den Opfern Verantwortung zuzuschieben.

00:31:54: sie bedeutet Strukturen früher zu erkennen da wo Handlungsspielraum noch existiert.

00:31:59: Und gleichzeitig gilt ganz klar, wo Gewalt geschieht liegt die Verantwortung ausschließlich bei der gewaltausübenden Person.

00:32:07: In den Anfängen erleben wir das alles und es ist gut sich selbst darüber bewusst zu sein und es interessant zu schauen wenn man das dann sozusagen eskaliert innerlich ja sich vorzustellen was da in diesen App-Sign-Geschichten passiert sein kann.

00:32:23: Und eben selber, einfach eine Sensibilisierung und ein tieferes Verständnis zu haben um dann diese Strukturen anders navigieren zu können.

00:32:30: heutzutage könnte so einen Chef in irgendeiner Bar sowas niemals mit mir machen.

00:32:35: Es gibt einen Teil der sich total dafür schämt, dass ich das damals noch alles nicht klar hatte.

00:32:39: Da haben wir es wieder mit der Scham.

00:32:42: Die dazu führt ... Wann erzählte ich die Geschichte schon mal?

00:32:45: Ich hab mich da jahrelang total für geschämt.

00:32:49: Ich muss sagen, ich weiß gar nicht.

00:32:52: Ich glaube, ich könnte mich jetzt nicht so sicher hinstellen und sagen, dass ich das heute nie mehr mit mir machen lassen würde.

00:32:56: In dem Moment, wenn mir das passieren würde, wüsste ich, dass es falsch ist?

00:33:03: Es kann aber sehr gut sein, dass sich dann nicht trauen würde was zu sagen und mich rauslavieren aus dieser Situation.

00:33:12: Ich glaub, ich würd da kein Riegel vorschieben!

00:33:15: Ich kann es natürlich auch nicht versprechen.

00:33:16: Das sind krasse Mechanismen, die in dem Moment wirken.

00:33:18: Also ich würde gerne glauben, dass ich nie noch mal so wie ein dummes Lämpchen dastehen würde, wenn mir immer da narsch fasst.

00:33:25: Aber kann nichts versprechen?

00:33:26: I don't know!

00:33:28: Und ... Wenn wir jetzt wieder zu den App-Streamfällen gehen und nochmal zur Auseinandersetzung damit... Du hast das ja am Anfang schon angesprochen.

00:33:38: aber Wie genau war deine Auseinsandersetzung und was genau hat ihr dann geholfen, da halbwegs gut emotional durchzugehen.

00:33:49: Halbwegs gutes Übertrieben!

00:33:51: Wirklich Leute, wenn ihr uns sehen könntet?

00:33:54: Also ich kann eigentlich wirklich nur noch mal sagen im Prinzip alles was ich an psychologischem Wissen habe und was ich teilweise selbst in vielen, vielen Workshops beigebracht habe und das ist einmal... In konstruktives Handeln gehen mir ganz genau bewusst machen, was mein Wirkrahmen ist und da drin mich bewegen.

00:34:12: Ganz aktiv!

00:34:13: Auch nochmal die Unterscheidung zwischen Reaktivität oder eigentlich das Englische finde ich deutlich noch mal klarer.

00:34:20: Es gibt den Unterschied in mir klar zu machen zwischen Responsibility und Reactivity.

00:34:25: also bewege ich mich gerade in der Welt in Reaktionen auf das, was ich da höre und sehe einfach in einem emotionalen Ohne richtiges Ziel und ohne mich darin sortiert und reguliert zu haben, was nicht unbedingt zielführend ist in aller Regel.

00:34:44: Also in etwas reaktivem oder sorge ich dafür dass ich reguliert bin, was auch bedeutet das sich diese Informationen in verdaubaren Dosen konsumiere und dann schaue wie Responsable, also Responsibility verantwortungsgefühl Verantwortung übernehmen wird.

00:35:04: im englischen kann man auch noch mal runterbrechen in Response-Ability.

00:35:08: Also die Fähigkeit etwas zu beantworten auf eine konstruktive Art und Weise und das die Differenzierung hat mir nochmal sehr geholfen.

00:35:16: Ja es ist wirklich diese Übersetzung in in Handlungsfähigkeit die mir da gerade hilft Und ich merke da auch, so nehmen alle Fertigkeits- und Feuer in mir brennen von okay jetzt reicht's.

00:35:26: Irgendwo ist in mir eine Leitung durchgebrannt oder sowas.

00:35:30: Mir geht echt das lang.

00:35:31: Ich hab wirklich die Schnauze voll ... Ähm, und ich habe an der Stelle ... irgendwie ist mir auch ein Ding angegangen von so Jetzt braucht es wirklich was!

00:35:41: Und auch noch mal auf einer ganz anderen Ebene ... ähm, so'n Gefühl von Es braucht SO krass!

00:35:49: So was wir Lust waren in unserer Gesellschaft Und ohne das, was wir machen so obertoll hinzustellen oder sowas.

00:35:56: Aber ich denk mir einfach alter fucking Schwede ... Was sich da abspielt kann sich unter anderem deswegen abspielen?

00:36:05: Weil wir es als Gesellschaft nicht auf die Kette bekommen haben bisher, Sexualität einen gesunden Platz zu geben und es braucht es so sehr!

00:36:15: Wenn wir es schaffen eine Sprache zu haben, eine reduzierte Scham, sodass sich Menschen überhaupt grundlegend Trauen über Sexualität zu sprechen.

00:36:23: Wenn wir es schaffen, als Gesellschaft eine Sensibilisierung zu entwickeln dafür was passiert wenn sich Macht mischt mit sexueller Übergriffigkeit ja?

00:36:34: Was da für eine Lehmung erzeugt wird?

00:36:35: Was davor Dynamiken und Mechanismen greifen?

00:36:39: Wenn wir das schaffen als dienen Menschen in Machtposition dafür eine Sensibilisierung zu haben und zu wissen, wie viel weniger wahrscheinlich es ist.

00:36:49: Und wie wenig leicht es ist für einen Menschen über den ich Macht habe aus strukturell hierarchischen Gründen Nein zu mir zu sagen wenn ich Avancen mache oder was auch immer Wenn ich mir das Bewusstmache in der Machtposition dann reduzieren wir so stark die Wahrscheinlichkeit dass sowas passiert und da braucht natürlich nur Aufenthalt dafür dass Menschen im macht position sich hinterfragen.

00:37:08: Wenn wir es schaffen, da eine Sensibilisierung reinzubringen.

00:37:10: Natürlich auch auf beiden Seiten.

00:37:12: Deswegen sprechen wir darüber auch auf Seiten derjenigen, die nicht in den Machtposition sind sondern wo die Erworsten passieren und die plötzlich in sich nicht das Nein finden weil es strukturell unterdruckt wird dass nein ja wenn wir es schaffen all das zu stärken dann stärken wir ne neue Kultur in Bezug auf Sexualität Die viel viel resistenter ist für solche Für solche Netzwerke und Strukturen wie sie da um die epsigen Files entstanden sind.

00:37:37: Jetzt hab ich mich so ein bisschen in Rage geredet und eigentlich will ich nur sagen, es braucht Lustwandel.

00:37:41: Meinetwegen in Form von dem was wir hier machen aber auch in jeglicher anderen Formen.

00:37:44: Es braucht Aufklärung, Sensibilisierung und dass wir uns da ganz anders aufstellen.

00:37:48: Da bin ich mit einer neuen Regurosität unterwegs, die mir gut tut.

00:37:52: Boah, hab ich erst eine Rede geschwungen?

00:37:53: Bäh!

00:37:55: Ja ... Und ähm... Du so ... Oh

00:37:59: Gott.

00:38:01: Also ich so.

00:38:02: Einmal zu dem hast du gesagt, das wollte ich noch sagen.

00:38:06: Ähm ... Dass in der Paulita Pappelfolge es auch genau darum geht, dass wir in unserer Gesellschaft keinen Raum für Sexualität im Grunde haben.

00:38:21: Und kein Raum um Sexualität überhaupt zu lernen.

00:38:23: und das ist immer Ramthema als in der Gesellschaft also hört euch die total gerne an vor allem auch Das Lernen von Sexualität auch nicht ... sag ich mal politisch unterstützt wird.

00:38:37: Es gibt keine Gelder dafür so richtig, also nicht mein.

00:38:41: natürlich für sexuelle Bildung und so weiter gibt es Gelder aber darüber hinaus nicht dass man gesunde Sexualität das man da irgendwie Zugriff drauf hat sondern Das ist dann halt alles oder das meiste in irgendwelchen Schmuddelägen im Internet.

00:39:00: Und das fand ich auch noch mal eine eine Sichtweise, die ich davor überhaupt nicht hatte.

00:39:06: Weil ich mich damit einfach nicht auseinandergesetzt hab auch mit diesem finanziellen Aspekt und ... aber ja total logisch ist irgendwie.

00:39:13: Und wir da ganz viel machen müssen, dass es mehr in die Mitte unserer Gesellschaft kommt, das kein Randthema ist.

00:39:21: Es ist elementarer Teil unserer Identität und unsere Entwicklung.

00:39:26: Dass das endlich gesehen wird und ernst genommen wird, das ist superwichtig!

00:39:32: Dann in meiner Auseinandersetzung wirklich zu gucken, was kann ich gerade verarbeiten?

00:39:42: Und also einmal habe ich überhaupt die emotionale Kapazität mich da irgendwie reinzubegeben und wenn ich es dann tue ganz doll auf mich zu achten.

00:39:50: Und zu merken, wenn es mir zu viel ist und das dann halt einfach nicht zu machen.

00:39:54: Weil ich's auch gar nicht aufnehmen kann sowohl kognitiv als auch emotional sondern wirklich zu gucken in welchen Häppchen kann ich das aufnehmen und verarbeiten?

00:40:05: Was mich auch hilft ist dieses transgenerationale Wissen darüber warum ich jetzt in diesem Overwhelm bin.

00:40:13: Warum bin ich in dieser Überforderung?

00:40:16: Weil ich ganz viel schon mit mir mittrage.

00:40:19: Ich komme ja nicht unbeschrieben daher, sondern hab meinen eigenen Rucksack aus Generationen vor mir, der immer weitergegeben wird und den ich mit mir mittrage.

00:40:30: Und da kommt jetzt noch das mit drauf.

00:40:34: Dieses Verständnis darüber ... Was macht das mit mir?

00:40:38: und warum trifft mich das jetzt so abgesehen davon, dass ich eine Frau bin?

00:40:43: Und es einfach furchtbar ist diese Dinge die da passieren.

00:40:47: Da dann auch Milde mit mir zu sein Das hilft mir gerade ganz viel in dieser Auseinandersetzung damit.

00:40:56: Ja, auch gut ist es noch mal, sagst du dieses schon eigenen Rucksack haben.

00:41:00: Die transgenerationalen Prägungen mit drin haben und natürlich auch eigene Erfahrungen von Übergriff verschiedenster Facetten.

00:41:08: Und irgendwie denke ich an der Stelle auch nochmal so alle... Alle die ihr dazu hört ja irgendwie mag ich gerade nochmal einen So ein Ding rausschicken von so viele von euch tragen wahrscheinlich Erfahrungen mit euch rum, die ihr sehr wenig bis gar nicht mit irgendjemandem geteilt habt aufgrund von Charme.

00:41:29: Situationen, die übergriffig waren ... die in Machtstrukturen stattgefunden haben und so weiter.

00:41:36: Und ich mag grad irgendwie einfach noch mal so raus schicken.

00:41:41: You are not alone?

00:41:42: Yeah you were NOT alone!

00:41:45: Es hat super herzlich eingeladen, wenn ihr wollt uns Nachrichten und Mails zu schreiben.

00:41:49: Und was ihr erlebt habt mit uns zu teilen Wenn ihr möchtet.

00:41:52: einfach nur dass es mal mit jemandem geteilt ist.

00:41:56: Ja, irgendwie wir gehen da gerade gemeinsam durch eine Art von Bewusstwertungsprozess und zum Glück auch einen gesellschaftlichen Wandel, den wir hoffentlich noch sehr deutlich weiter alle gemeinsam jetzt bewegen dürfen.

00:42:09: Wo das so drastisch klar geworden ist was da los ist damit sowas in Zukunft nicht mehr passieren kann.

00:42:15: und ja so ein Gemeinschaftsgefühl dürfen.

00:42:18: Wir dürfen uns da glaube ich auf so ein gemeinschaftes Gefühl berufen Unter allen, die so was schon mal erlebt haben.

00:42:24: Egal ob Männlein oder Weiblein übergriffiges Verhalten ... unter uns hier als Community.

00:42:32: Ja,

00:42:33: wir sind da drin nicht alleine.

00:42:34: Auch wenn sie sich richtig allein anfühlt an manchen Stellen und wir haben gemeinsam auch eine Kraft.

00:42:39: Ja.

00:42:39: Punkt!

00:42:41: Punkt.

00:42:42: Wird dir sonst noch irgendwas ein?

00:42:43: Was du dazu sagen möchtest?

00:42:47: Ich find's eigentlich ganz schön in diesem ... irgendwie hab ich grad das Gefühl, lasst uns irgendwie zusammenrücken und gemeinsam durch diese Zeit hier gehen.

00:42:57: Schreibt uns auch supergern eure Gedanken und Gefühle zu dieser aktuellen Thematik, wir sind dafür offen ... ähm ... Und irgendwie... Ja, ich glaub, ich bin durch!

00:43:08: Die du?

00:43:09: Ich hab dem nicht mehr hinzuzufügen.

00:43:11: Wir ... ja, ich würd grad sagen, die fühlen euch.

00:43:15: Es gibt nicht auf Deutsch das We Feel You.

00:43:19: Ja, we feel you ist aber so, kling also.

00:43:21: Ähm,

00:43:22: und ... Ja, wenn ihr wollt eine Umarmung und ganz viel Kraft.

00:43:29: Und dann bis zum nächsten hoffentlich wieder erfreulicheren Folge.

00:43:33: Genau!

00:43:33: Bis dahin, ciao!

00:43:35: Wenn du Lust hast auf mehr, abonnier uns, teil die Folge oder schreib uns auf Instagram

00:43:40: unter lustwandel.eu.

00:43:41: Bis bald.

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