24. Was dem Gesundheitssystem über weibliche Sexualität fehlt. Mit Hanna Krohn
Shownotes
Mit Hannah Krohn sprechen wir über die großen Lücken im Gesundheits- und Therapiesystem rund um weibliche Sexualität.
Themen dieser Folge: – Forschungslücken zu weiblicher Sexualität – Sexualität als Teil von Lebensqualität – medizinische Eingriffe und verändertes Körpererleben – Cervix, sexuelles Empfinden und fehlendes Wissen – traumasensible gynäkologische Behandlung – warum viele Fachpersonen nicht nach Sexualität fragen – was ein integrativeres System brauchen würde
Außerdem in dieser Folge: mehrere Mini-Memos zu sexueller Gesundheit, Trauma, Selbstbild und Körperwissen.
Mehr über uns: lustwandel.eu
Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, wir sind Pia und Maren, Sexualberaterin um Psychologin.
00:00:03: Und du hörst Lustwandel!
00:00:05: Ein Podcast über weibliche Sexualität jenseits von Scham, Schmerz und Schweigen.
00:00:09: Mit einer Einladung transgenerationalen Prägungen auf die Schleche zu kommen für mehr Selbsterbindung, Körperliebe und Sinnlichkeit.
00:00:15: Viel Spaß.
00:00:17: So, Hallihallo, Hannah Krohn.
00:00:19: Schön, dass du da bist.
00:00:21: Ja, guten Morgen, ich freu mich auch.
00:00:24: Wir sprechen heute über Lücken im Gesundheits- und Therapiesystem ... Und ich bin richtig gespannt drauf, weil ich selber nur ahne, dass da einiges los ist.
00:00:36: Also jetzt mit der Brille was gibt's dafür?
00:00:38: Lücken zum Thema weibliche Sexualität?
00:00:41: Ich hab selbst recht wenig durchdrucken und freue mich total, dass ich dich ausquetschen darf!
00:00:46: Ähm ... und die Einladung wäre, magst du vielleicht einfach einmal etwas zu dir erzählen, dich vorstellen wie es kommt, dass du einen Blick auf dieses System hast?
00:00:56: Ja, total gerne.
00:00:58: Ähm... Ja, ich bin Hannah Kron.
00:01:00: Ich bin siebenundfünfzig Jahre alt und ähm ... Also ich bin immer selber ein bisschen überrascht, dass ich mal diesem Thema gelandet bin.
00:01:10: Ich glaube, niemand war so überraschst wie ich.
00:01:14: Ich komme eigentlich von einer Ecke hier.
00:01:15: Ich komm eigentlich vor den Geisteswissenschaften.
00:01:17: Ich hab in Neunzigern in Hamburg Politik studiert und Volkswirtschaft.
00:01:20: also kommen aus einer Ecken eigentlich her.
00:01:23: In der Familienphase mit ganz vielen Kindern und Wohnprojekt und Patchwork und ganz viele andere Themen und bin dann drauf gestoßen irgendwann in so einer Art Mitleid quasi aus so eine Mischung von persönlichen privaten Interessen.
00:01:39: Und aber auch dem Bedürfnis, ja irgendeine berufliche Perspektive zu entwickeln für mich weil ich all die Jahre gar berufstätig gewesen bin und gemerkt habe es fehlt irgendwas was ich früher immer so fantasiert hatte für mein Leben irgendein spannendes berufliches Projekt.
00:01:57: Aus dieser Gemengelage heraus kam ich irgendwann auf Sexualität.
00:02:02: Dass ich gemerkt habe, das war ein Thema was da so in der Mitte des Lebens plötzlich noch mal sehr wichtig wurde für mich, noch einmal sehr spannend, wo ganz viele Fragen auftauchten und ähm ... Ich daraus heraus beschäftigt hab damit.
00:02:14: Und dann gemerkt haben, dass ist was, wo ich richtig Bock drauf hab, wo auch total Lust habe.
00:02:19: Das ist so ein facettenreiches Thema, wo meine Neugierde lange lang ... erhalten bleiben wird, was einfach immer wieder so neue Felder erschließt auch.
00:02:29: Und hab angefangen mich auszubilden und angefangen damit zu arbeiten dann auch ... Ich habe eine eigene kleine Praxis hier.
00:02:39: Ich bin am Rand von Hamburg.
00:02:43: Es war ziemlich schnell klar, dass ich besonders spannend finde mit Frauen zu arbeiten, weil mir Sexualität unglaublich spannend findet.
00:02:50: Da gibt's sicherlich natürlich auch einen gewissen Link zur ... Ja, zu diesen sozialen und gesellschaftlichen Themen vom Studium auch.
00:02:58: Das ist einfach ein Thema was ja viel verknüpft ist mit dem Manzipation bei Frauen, auch mit Selbstelmächtigung, immer nach Patriarchat und Unterdrückung und ein wesentlicher Teil hier auch wo das ausgetragen wird diese ganzen Themen.
00:03:13: Und gemerkt habe da ist so eine Stellschraube bei Frauen mit Sexualität, wo ganz viel passiert.
00:03:20: Wenn diese Schraube ein bisschen gelockert wird und Bewegung reinkommt.
00:03:23: Das fand ich unglaublich spannend zu gucken was hat das für Ausschläge?
00:03:26: Und ... das fand ich sehr ... also spannend aber auch wichtig und wertvoll war es ein Thema, was einfach auch ein Anliegen ist eine Art Mission auch, was mich sehr antreibt.
00:03:38: Ja toll schön von dir zu hören!
00:03:40: Ja, also ich glaube was zum einen tatsächlich wirklich fehlt gerade bei dem Thema Webgesexualität ist schon immer noch Wissen auch.
00:03:47: Also da gibt's Lücken... Es gibt eine Forschungsgruppe an der Charité, die sich befasst mit Wabia-Sexualität.
00:03:53: Und die haben ... Die Leiterin hat mal gesagt, also das ist ein Riesenforschungslücke immer noch von den Auswirkungen von körperlichen Faktoren auf Sexualität von Frauen.
00:04:04: Da gibt es tatsächlich einfach noch große Forschungslücken.
00:04:07: Das ist ein Thema, was bisher wenig beachtet wurde und die Forschung, die es gibt, dauert in der Regel auch lange bis sie so richtig in die Bereite verbreitet.
00:04:18: Also da ist auf jeden Fall ein Bereich, wo es einfach noch viel Aufklärung braucht und dann fehlt Integration tatsächlich.
00:04:27: Also das Wissen, was da ist.
00:04:28: Die Professionen, die da sind, müssten besser integriert werden.
00:04:31: Da sehe ich auch einen großen Bedarf über den Tellerrand zu gucken.
00:04:35: Wir sind ja jetzt grade ... Was Medizin angeht unglaublich weit.
00:04:40: Das ist ja auch etwas Tolles.
00:04:42: Dass wir in die Tiefe bei vielen Themen unglaublich gut vorangekommen sind und ganz viel verstehen können.
00:04:50: Aber was darüber so ein Blick gerät, ist manchmal ... dieses ganze Match sein.
00:04:56: Und das Körper und Seele eng verknüpft sich miteinander, dass man die gar nicht getrennt betrachten kann und dass das was mit dem Körper passiert bei einer Krankheit aber auch bei einer Behandlung und bei einer Operation zum Beispiel sicher auswirkt auf das Körper Gefühl darauf wie es sich anfühlt in diesem Körper zu leben.
00:05:15: Das ist was sehr Individuelles auch.
00:05:18: Da gibt es keine pauschalen Antworten, wenn man das macht, dann fühlt sich so an.
00:05:23: Weil das ist ein sehr individuelles Konstrukt dieses Körpergefühl und die Identität, die damit zusammenhängt auch.
00:05:29: Jeder Mensch hat einen ganz eigenen Mix.
00:05:34: Minimimo.
00:05:41: Wenn wir über medizinische Eingriffe sprechen, denken wir meist zuerst an den Körper.
00:05:45: Aber medizinische Eingriffe wirken oft nicht nur körperlich.
00:05:49: Sie können auch das Selbstbild verändern.
00:05:52: Gerade Eingriffen an Gebärmutter, Eierstöcken oder Brüsten berühren für viele Frauen sehr grundlegende Vorstellungen darüber was Weiblichkeit bedeutet oder was einen ganzen Körper ausmacht.
00:06:03: Deshalb berichten manche Frauen nach solchen Einggriffen Gedanken wie mein Körper ist jetzt kaputt oder ich bin nicht mehr richtig Frau.
00:06:12: Diese Gedanken entstehen aber nicht nur durch den Eingrift selbst.
00:06:15: Sie entstehen aus dem Zusammenspiel von körperlicher Veränderung und den Bildern und Erwartungen, die unsere Gesellschaft mit Weiblichkeit verbindet.
00:06:23: Und genau deshalb ist es so wichtig dass solche Erfahrungen nicht nur medizinisch betrachtet werden sondern auch als Teil davon wie Menschen ihren eigenen Körper verstehen.
00:06:35: Und wenn du davon jetzt so sprichst, dann sind Bilder die in mir entstehen.
00:06:38: Welche aus beispielsweise der Gynäkologie oder körperliche Eingriffe zum Beispiel passieren und eine Traumersensibel-Perspektive an manchen Stellen nicht genug mitgedacht ist?
00:06:48: Ist das was du meinst?
00:06:50: Ja, oder eben auch Sexualität.
00:06:52: Das ist eine große Leerstelle.
00:06:54: Es gibt Forschung dazu, dass Menschen und Frauen sich wünschen, dass im medizinischen Kontext sexuell nicht angesprochen wird bei der Gynäkologie
00:07:02: z.B.,
00:07:03: aber in anderen Kontexten, dass es den Wunsch gibt, dass das von dem Personal proaktiv an sie herangetragen wird?
00:07:11: Diese Frage und diese Aspekte.
00:07:13: Und es passiert aber nicht!
00:07:15: Es gibt dir einen Wunscht, das finde ich ja spannend.
00:07:17: Ja, es gibt den Wunscht.
00:07:20: Ich kann mir jetzt vorstellen, was steckt aus deiner Sicht hinter diesem Wunsch?
00:07:25: Und wofür wäre das auch wichtig und gut, dass das mit abgefragt wird.
00:07:30: Also ich kann mich wirklich beziehen auf die Definition der Weltgesundheitsorganisation von sexueller Gesundheit, die du wahrscheinlich kennst.
00:07:37: Unser Kreisen bitte gerne und viel zitiert!
00:07:43: dass Sexualität integraler Bestandteil ist von Lebensqualität und essenzieller Teil davon.
00:07:49: Und zwar nicht nur in Form von Abwesenheit, von Krankheiten- und Funktionsstörungen sondern mit allen Aspekten die das hat im Bezug auf Beziehung auf Körper, auf Seele soziale Aspekte.
00:07:59: es ist ein Querschnittsthema und es durchdringt alle Bereiche unseres Lebens und es ist nichts zu trennen für anderen Teilen von Gesundheit und deswegen gehört das Integral damit rein so
00:08:11: Wunderbar, danke, dass du's noch mal so klar sagst.
00:08:13: Ja ... Ich bin High-Pactikerin und Teil meiner Ausbildung war ja Anamnese.
00:08:18: Und da ist auch Sexualamnise mit dabei!
00:08:19: Das haben wir alle gelernt.
00:08:21: Und ich denke, meine Ärzte haben das auch gelernt in ihrer Ausbildung, würde ich davon ausgehen.
00:08:25: Aber es wird nicht gemacht.
00:08:27: Weil überall immer Ressourcenknappheit herrscht und wenig Zeit.
00:08:31: Und gerade dieses Gespräch wird ja schlecht honoriert.
00:08:33: Also deswegen wird dann naheliegend, uns das kurz zu halten.
00:08:39: Ja, dann passiert das halt nicht.
00:08:41: So, der eine Faktor ist die Ressourcen und dann aber natürlich auch dass sich die meisten Menschen damit immer noch unwohl fühlen, dass wir oft keine Sprache haben, die sich gut anfühlt.
00:08:53: Oft auch glaube ich so ein Gefühl wenn ich jetzt danach frage was mache ich denn mit der Antwort?
00:08:58: Ja, das ist auch total mein Eindruck ja.
00:09:01: Also
00:09:01: Sexualität aber auch Trauma höre ich auch so... Also auch aus dem Kontext von meinen sexuell-therapeutischen Kollegen, Kolleginnen.
00:09:10: Dass es auf so ein Gefühl gibt zu bloß nicht irgendwie dahin fragen, bloß keine Hände weg wie eine große ... Ja, wenn ich das anfasse, dann könnte's explodieren oder ich bin in der Lage vielleicht gar nichts zu können und zu wissen.
00:09:26: Das kenne ich ja von früher.
00:09:27: auch dieses Gefühl da.
00:09:28: Das kann ich nicht, das will ich nicht und darf ich nicht.
00:09:31: Ja, jetzt gehts überall!
00:09:33: So, das ist wie mit Suizid zum Beispiel.
00:09:36: Ist ja auch ein Teil der Ausbildung, dass man lernt... Man muss danach fragen!
00:09:41: Der Reflex ist sozusagen das Thema zu umgehen und auszuweichen und zu verdrängen Und zu denken, wenn ich danach frage, dann passiert irgendwas.
00:09:49: Aber es ist genau das Gegenteil!
00:09:50: Es ist total wichtig darüber zu sprechen und danach zu fragen und selbstverständlicher mit der Zeit zu machen.
00:09:57: Das kann ich auch sagen wird es auch normaler.
00:10:00: Ich bin ja auch nicht gestartet damit dass ich von morgens bis abends über Sex spreche.
00:10:03: Das ist ein Weg gewesen sowohl aber das können wir lernen wie alles andere auch.
00:10:09: Absolut Ja Ja, und was dahinter steckt an diesen Hemmungen.
00:10:13: Was ich jetzt so rausgehört habe ist dann also
00:10:15: A.)
00:10:15: eine fehlende Sprache
00:10:17: B.)
00:10:17: auch so ne Zurückhaltung einfach weil viel Fachpersonal, sag' ich mal den Eindruck hatten wenn da jetzt was bei Rumkärme bei der Anamnese wüsste ich auch nicht so richtig was tun.
00:10:28: Und dann wäre jetzt auch meine Vermutung oder ist mein Eindruck das noch dazu kommt dass viele eben gerade nicht der Sexualität den zentralen Platz Zuweisend innerlich, den sie nun mal hat.
00:10:41: Auch laut Definitionen der WHO.
00:10:44: Sondern eben das ganze Thema schlicht und ergreifend auch nicht ernst genug nehmen.
00:10:49: Ja es wird oft so betrachtet wie ein Sahnehäubchen oder wie so einen Add-on ... Und das ist aber nicht die Realität?
00:10:59: In der Realität ist es eng verknüpft mit Körper, Gefühl selbst, Identität.
00:11:04: Mit wirklich großen wichtigen Themen auch und das kann man unterschätzen.
00:11:08: Und zwar ein Leben lang also von früh an bis ins hohe Alter ist das ein ganz wichtiger Teil für uns Menschen egal ob wir das jetzt ausleben oder konkret im Alltag was die Stellen dieser Platz sind.
00:11:22: aber... Mit unserem Bild von uns selber ist es wichtig, Sexualität.
00:11:26: Ich glaube das ist der Punkt und dann auch nach allem was ich mitbekomme ist es so dass Mediziner sehr stark trainiert werden darauf schnell Lösungen zu finden also Diagnostik und Therapie und Lösung.
00:11:40: So, lass sie hören irgendwas und sind darauf ausgebildet, möglichst schnell zu gucken.
00:11:44: Wie kann ich jetzt von da zu irgendeiner Lösung finden?
00:11:46: Es muss irgendeine Antwort geben und eine Lösung für das Problem.
00:11:49: Also was präsentiert wird ist ein Problem.
00:11:51: Ist nicht einfach nur so wie es ist, sondern es ist ein problemen und wird dann gelöst.
00:11:56: Und das hat ja seine Qualität und seine Berechtigung in vielen Bereichen und ja große Stärken auch natürlich.
00:12:02: Aber gerade Traum- und Sexualität sind Themen wo's oft eher um die Frage geht tatsächlich als um die Antwort.
00:12:09: Das finde ich auch schön gesagt noch mal.
00:12:12: Und da sind wir an einem Punkt, wo es mir wichtig ist das für die Zuhörenden einmal ganz klar zu sagen ... Es geht ja jetzt hier darum wie der System aktuell aufgebaut ist und wo Ansprechpartner innen da sind für das Thema Sexualität Interdisziplanarität wachsen kann und so weiter.
00:12:33: Und aktuell kann ich zumindest mal aus der Psychotherapie meinen aktuellen Eindruck reingeben, dass es eben tatsächlich leider im Moment so ist das eben das Thema Sexualität.
00:12:43: wenn da wirklich was im Argen ist oder wirklich etwas braucht wir bei Weitem nicht bei jedem regulären Psychotherapeut, jeder regulieren Psychotherapeuten.
00:12:55: Damit gut aufgehoben sind ist mein ehrlicher Eindruck.
00:12:58: Weil ich erlebe, dass viele KollegInnen an der Stelle tatsächlich überfordert sind und da mag ich wirklich noch mal reingeben wenn ihr im Psychotherapie seid hört auf euer Bauchgefühl Und wenn eure psychotherapeut in da irgendwie merkwürdig reagiert dann vertraut euch selbst es bei Weitem nicht.
00:13:15: jeder psychotherapeut jede psychotherapäutin versiert und hat das Gefühl, kompetent begleiten zu können.
00:13:21: Da dürfen wir erst
00:13:21: hinfinden.".
00:13:23: Und ... Das ist ja vielleicht auch in Ordnung?
00:13:27: Das ist so vielleicht in Ordnungen!
00:13:29: Dann ist die Frage wie navigiert man das System?
00:13:31: Ja, es ist vielleicht
00:13:32: auch ein Ordnung, wenn man Psychotherapeut ist, zu sagen da sind meine Stärken.
00:13:37: Das sind Themen wo ich mich gut ausgebildet und qualifiziert fühle und wohlfühle auch im Terrain, wo ich sicher bewegen kann.
00:13:44: Sexualität ist ein Thema Das sind eigene Ausbildungen aus Gründen.
00:13:49: Ich habe das studiert, ich bin Studierende Sexologin.
00:13:52: Das ist ja eine eigene Profession ein Stück weit.
00:13:54: Ich würde mich jetzt auch nicht Psychotherapeutin nennen nur weil ich jemals im Rande davon was im Studium gehört habe so das anzuerkennen ist ja total valide.
00:14:04: Was ich leider eben auch oft höre, dass dann wir sitzen ja auf Frauen die einfach schon eine Menge durch haben, die bei Ärzten waren und Psychotherapeuten waren und halt alle im Beischutter gezuckt haben und sich nicht zuständig fühlten oder auch leider eben Sachen gesagt haben die fachlich nicht in Ordnung gewesen sind.
00:14:19: Und was ich mir wünschen würde, wäre einfach dann die Klientinnen woanders hinzüberweisen und zu sagen ... Mensch, spannende Frage, die Sie stellen.
00:14:28: Ich höre das ist wichtig für sie, leider bin ich dafür nicht ausgebildet, aber ich hab eine Liste mit ... Also es gibt Menschen, die können das!
00:14:34: Die sind da verausgebilded, weil grade in meinem Berufsstand Sexualtherapie immer noch gar nicht so bekannt ist, dass es da Fachpersonen gibt, die da vorausgebildete sind unter Expertise haben.
00:14:46: Ja.
00:14:47: Ja, find ich super, dass du auch das noch mal so klar sagst.
00:14:50: Weil das hab' ich nämlich so mitbekommen bei KollegInnen und mir selbst, ne?
00:14:54: Dass eben auch einfach Klientinnen sich da anvertrauen, weil sie denken, es gehört zur normalen Psychotherapie auf jeden Fall als Kompetenz.
00:15:03: Ja!
00:15:03: Ist ja auch naheliegend oder ist ja in Ordnung man erst mal vielleicht überhaupt das Thema ein Ring wirft um zu gucken was passiert und was kommt so als Empfehlung.
00:15:13: Genau.
00:15:14: Bevor wir jetzt noch mal tiefer einsteigen, was am System sich vielleicht noch verändern kann oder wo Fachpersonal noch mal wissen vertiefen kann und auch wir als Menschen die sich im System bewegen das System lernen können zu navigieren.
00:15:29: Wenn ich schön nochmal so einen Überblick zugestalten, was sind das eigentlich für Fachrichtungen?
00:15:34: Die da besonders relevant sind wenn es um weibliche Sexualität geht im Gesundheits- und Therapiesystem?
00:15:39: Ja, also der Bereich den ich am besten blicken kann sind natürlich Sexualtherapie.
00:15:45: Medizin- Traumaterapie oder letztendlich einfach Trauma Informiertheit auch und auch Psychologie ja das würde ich sagen sind so die großen Und natürlich aber auch sowas wie ja schon auch Gesellschaftswissenschaften spielen eine Rolle weil ganz viel von dem, was Frauen individuell konstruieren geprägt ist.
00:16:09: Von den Rahmenbedingungen in denen sie sozialisiert werden und wie sie aufgewachsen sind, was an sie herangetragen worden ist oder auch was die umgibt gesellschaftlich.
00:16:19: Der Bereich der jetzt am schwierigsten zu beeinflussen, ich finde es wichtig das mitzudenken und nicht immer alles so individuell runterzubrechen sondern zu sagen da ist einfach ein großer Rahmen, der da ist und sich auswirkt und in dem Frauen versuchen müssen sich zu bewegen.
00:16:35: Da rennst du offene Türen ein bei Lustwandel.
00:16:40: Und jetzt für ... Du hast das ja sehr durchdrungen, diesen Überblick und wo was schiefläuft in der interdisziplinären Zusammenarbeit.
00:16:49: Kannst du da vielleicht noch mal ein, zwei konkrete Beispiele benennen?
00:16:51: Wo du zum Beispiel mit Klientinnen gearbeitet hast und gemerkt hast, ach, da bräuchte es einfach eine bessere Verzahnung oder etwas anderes.
00:16:59: Mhm!
00:16:59: Ja, ich kann mir mal als Beispiel geben, wo ich am tiefsten drin stecke ist meine Masterarbeit.
00:17:03: Und wir sollten eine kleine Forschung machen für die Masterarbeit und ich hab mich interessiert für ein Thema und zwar die Veränderungen im sexuellen Erleben von Frauen nach einer Konnisation also schon sehr nischig.
00:17:16: das Thema Eine Kondition ist ein Eingriff am Gebärmutterhals und der ist ziemlich häufig.
00:17:22: Das sind, oh ja in Deutschland allein, fifty-fünfzigtausend Frauen die diesen Eingrifft machen lassen ambulant.
00:17:29: Das wird gemacht um Krebsvorstufen zu entfernen an Gebärmutterhals, die halt zu Krebs werden können oder könnten.
00:17:36: Da wird kegelförmig im kleines Areal rausgetrennt.
00:17:39: Also es ist immer jetzt von dem, von der Mängel die entnommen wird, ist es minimal.
00:17:44: aber das Bereich der viele Funktionen hat der Gebärmutterhals bei der Frau und er halt im Körperinneren liegt im Becken also eine Intimitätszone sozusagen und wo's auch Ja, auch so ein bisschen das Kurs gibt.
00:17:59: Ist es relevant für Sexualität?
00:18:01: Spüren Frauen da überhaupt irgendwas?
00:18:03: Ist das eine Rolle für Erregungsfähigkeit?
00:18:06: Manche sagen ja und manche sagen nein.
00:18:08: Also, da gibt's verschiedene Studienlagen und alte Forschung aus den Fünfzigern noch, wo es hieß, die spüren da gar nix in der Bereiche von Sensibel.
00:18:17: Dann gibt es andere Studien, die sagen, dass Gegenteil, neuere Sachen ... Und viele Frauen beschreiben, dass das im Bereich ist, der sensibel ist und der auch so eine spezielle Qualität auslöst.
00:18:30: Also, da gibt es ganz viel ... Ich fand ein spannendes Thema, weil das einfach so viele Schnittstellen abdeckt, also halt... Vielleicht die Herausforderung, die ich gerne suche!
00:18:40: Ja,
00:18:41: ist auch ein Wunderbar an einer der letzten Folgen zum Thema The Armoring, wo's ja auch einen Erklärungsansatz dafür, dass manche Frauen da eher Taubheit haben oder andere da sehr empfindsam sind usw.
00:18:56: Kann man den Gebärmutterheits eigentlich
00:18:58: spüren?
00:19:00: Eine Frage, die in der Sexualforschung immer wieder auftaucht ist – kann man den Gebärmütterheits also die Zerwegs eigentlich spühlen.
00:19:07: Lange Zeit war die medizinische Lehrmeinung ziemlich klar.
00:19:10: Dieser Bereich spielt für sexuelles Empfinden kaum eine Rolle.
00:19:13: Man ging davon aus dass dort nur wenige sensible Nerven vorhanden sind.
00:19:17: Heute weiß man das.
00:19:18: das wahrscheinlich zu einfach gedacht.
00:19:21: Der weibliche Genitaltrakt wird nämlich von mehreren verschiedenen Nervenbahnen versorgt, unter anderem vom Beckennerv oder auch dem Vargusnerv.
00:19:30: Studien zeigen außerdem dass bei Stimulationen von Clitoris, Vagina und Servix unterschiedliche Bereiche im Gehirn aktiviert werden – das deutet darauf hin, dass auch tiefere Regionen des Genitaltrakts sensorisch wahrgenommen werden können.
00:19:44: Viele Frauen berichten tatsächlich, dass Berührungen am Gebärmutterheits sehr intensiv sein können.
00:19:50: Manchmal lustvoll, manchmal unangenehm, manchmal emotional sehr tief.
00:19:54: Das bedeutet nicht, dass jede Frau die Zerwigs stark spürt – aber es zeigt, sexuelle Empfindungen entstehen im Körper aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Nervenbahnen und deshalb sind pauschale Aussagen wie «das spürts man nichts», wahrscheinlich einfach zu simpel!
00:20:11: Ja, ich kann drauf.
00:20:12: Auch schon vor vielen Jahren über eine australische Sexologin, die ganz viel zu Zerwigs forscht und so Gruppen online anbietet.
00:20:18: Olivia Brine hat da ganz viel gemacht.
00:20:20: Da kam ich zum ersten Mal auf dieses Thema drauf und fand das superzant.
00:20:24: Und es ist halt auf der einen Seite wirklich so ne Nische.
00:20:27: Und gleichzeitig ist das Thema eben ja auch sehr relevant, weil es ist eine große Menge von diesen Eingriffen weltweit, die da stattfinden.
00:20:37: Ja, ein bisschen erschreckend festzustellen wie wenig Forschung es dazu gibt.
00:20:40: Also das ist dann am ehesten noch erforscht dass sich das psychisch auswirkt die Belastung durch die Diagnose und durch diesen Eingriff sich psychisch Auswirk diese Angst vor Krebs oder das Stickenbar das damit einhergeht mit dieser HPV-Infektion ist er ganz gut erforscht, dass es sich auf die Möglichkeiten schwanger zu werden und sichere Geburten zu erleben auswirkt.
00:21:00: Weil die Zerwechstage auch eine Bedeutung hat, reproduktive Bedeuterung.
00:21:05: aber es gibt ganz wenig Forschung zur Sexualität.
00:21:07: Zu den Auswirkungen mit kleinen Gruppen nur also wirklich verschwindend geringen die Zahlen eigentlich und vorwiegend quantitativ so.
00:21:17: Und ich habe mir dann diesen Fragebogen mal angeguckt und festgestellt, dass sie den selben benutzt haben größtenteils.
00:21:23: Und der fragt viel nach Funktionen.
00:21:25: Also ...
00:21:26: Klassiker!
00:21:28: Orgasmus ja oder nein?
00:21:30: Ja oder
00:21:30: nein?!
00:21:31: Penetration gehabt, ja oder Nein?
00:21:33: Ja
00:21:34: also in diesen Kategorien.
00:21:36: Das ist einfach auch ein Stück unserer Welt und die Medizin natürlich auch.
00:21:40: Dass man irgendwie ja-nein ankreuzt so kaputt oder heil.
00:21:45: Und es ist aber so, dass sexuelles Erleben viel vielschichtiger ist.
00:21:50: Viel mehr Dimensionen hat.
00:21:54: Minimemo
00:21:57: Sexuelle Gesundheit.
00:21:59: Die Weltgesundheitsorganisation definiert sexuelle Gesundkeit deutlich umfassender als viele Denken.
00:22:06: Es geht dabei nicht einfach darum das beim Sex alles funktioniert also keine Schmerzen keine Funktionsstörung oder es kein Problem gibt.
00:22:14: die WHO Definition lautet offiziell Sexual health is a state of physical, emotional mental and social well-being in relation to sexuality.
00:22:24: Sexuelle Gesundheit beschreibt also einen Zustand von körperlichem, emotionalen, mentalen und sozialem Wohlbefinden im Zusammenhang mit Sexualität.
00:22:33: Das bedeutet zum Beispiel, Sexualität ist eingebettet in Beziehungen selbstwert Körpergefühl und Sicherheit.
00:22:40: Dieser Perspektivwechsel ist wichtig Denn wenn wir Sexualität nur über Funktion definieren Also über geht oder geht nicht, dann übersehen wir einen großen Teil dessen was Sexualität für Menschen eigentlich bedeutet.
00:22:53: Und meine These ist das eben vieles davon an diesen Fragebögen gar nicht erfasst worden ist weil die Fragen gar nicht gestellt worden sind bis ja so dass der Genitaltrakt es ja von verschiedenen Nerven innoviert Also verschiedene große Hauptnerve und die teilweise zum Sympathikus gehören, die an verschiedenen Teilen des Rückenmark sozusagen aufs Rückenmarkt treffen.
00:23:15: also da gibt es große Unterschiede so.
00:23:19: Die Frauen haben dann auch beschrieben, in meiner Forschung haben sie differenziert beschrieben.
00:23:24: Wie sich das Empfinden verändert hat durch diesen Eingriff.
00:23:27: Teilweise lauerhaft und teilweise temporär.
00:23:30: Das ist nicht toll, dass ich das verinnert habe?
00:23:31: Ich finde es toll, du davorst hast!
00:23:34: Ja also das war super spannend natürlich, das rauszufinden und dann auch zu verstehen warum diese andere Forschung so...ich sag mal unergiebig war letztendlich oder wenig aufschlussreich Und dann im Grunde diese Lehrmeinung gestützt hat von, die Frauen spüren nichts.
00:23:49: Der Bereich ist nicht wichtig für Sexualität und es gibt gute Gründe für diesen Eingriff.
00:23:55: Es geht mir darum, das zu sagen, das soll man nicht mehr machen.
00:23:57: Aber ich finde es wichtig darüber zu sprechen, dass es diese Effekte haben kann für Frauen.
00:24:03: Total wichtig!
00:24:04: Auch eben da wieder auch, dass das sexuelle Erleben mit dem Zusammenhang ernst genommen wird als ein ganz wichtiger Faktor?
00:24:11: Ja, genau weil ... Ich habe explizit Frauen gesucht, die Ebenveränderungen erlebt haben.
00:24:18: Das war dann sozusagen mein Studiendesign ... ich hab nicht die gefragt, bei denen das keinen Effekt hatte, sondern die, die was gemerkt haben.
00:24:26: und die haben teilweise sehr viel Veränderung bemerkt.
00:24:28: Und sie haben teilweise den Eingriff selber als traumatisierend erlebt, weil es einfach auf eine Weise gemacht wurde, die sie unsensibel und kalt empfunden haben und sich nicht wohlgefühlt haben.
00:24:40: Und es war aber auch so, dass die Veränderungen, die sie erlebt haben und teilweise hatten Sie wirklich lange Phasen hinterher von starken psychischen Beeinträchtigungen.
00:24:49: So eben durch diese körperlichen ... andere Körpergefühl ist es nicht ernst genommen worden.
00:24:55: Es hieß dann, das kann gar nichts sein.
00:24:56: Sie können da gar nix spüren oder haben keine Nerven.
00:24:58: Ich hab nur studiert, ich kenn mich aus.
00:25:00: Oder hab ich noch nie gehört?
00:25:03: Also, es ist einfach nicht ... Es ist nicht ernstgenommen worden!
00:25:06: Es wurde nicht gesagt, ah ja, das tut mir leid und interessant, erzählen Sie mal.
00:25:09: oder irgendwie erst mal sich dafür zu interessieren.
00:25:13: Das ist der Punkt, den ich sagte vorhin.
00:25:14: Die Frage ist oft der entscheidende Punkt die Frage zu stellen sich zu interessierend dafür dass erstmal zu akzeptieren und anzunehmen, dass es da eine Veränderung gibt.
00:25:25: So
00:25:25: wie er vielleicht auch Hinweise geben kann, die ja für mich relevant sein kann als Behandlerin auch.
00:25:29: Das sind Informationen, die auch irgendwie wichtig sind für mich so.
00:25:33: Ja... Und
00:25:34: das ist halt in den Fällen, die ich jetzt hatte, das war natürlich eine sehr kleine Koorte, die Ich da befragt habe, ist es halt nicht passiert.
00:25:41: Und das war dann eben der nächste Punkt, der traumatisierend ist wenn das eigene Erleben negiert nicht ärzt genommen wird.
00:25:48: So, alleine gelassen werden damit so... Genau
00:25:52: ja und von der Instanz die in unserer Gesellschaft einfach einen sehr hohen Wert zum Drang zugeschrieben bekommt und dann hat man eben eine Machthierarchie, in der man auch sein eigenes Erleben sehr gerne nicht mehr ganz so ernst nimmt.
00:26:01: Ja also genau und dann kommt natürlich daraus wiederum erwachsenen neue Probleme.
00:26:06: Also das was ich so gesehen habe in diesen Fällen war eben dass ein Eingrifft, der als Routine-Eingriff angesehen wird in der Medizin und der ja als Vorsorge gedacht ist.
00:26:16: Es ist ja ein präventiver Eingriffs um zu verhindern das Krebs entsteht.
00:26:21: Die Frauen haben ja noch keinen Krebs sondern es soll verhindert werden dass die einen riesen Kolderaschaden nach sich zieht.
00:26:27: eigentlich wo die Frauen teilweise über Jahre damit zu tun hatten, das irgendwie zu integrieren und da wieder zu einem guten Körpergefühl zurückzufinden.
00:26:36: Und zu einer Sexualität zurückzufunden auch.
00:26:39: Und viel getan haben dafür eine Riesenleistung erbracht haben um das wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
00:26:46: Ja.
00:26:46: Ob man toll ist oder möglich ist war wiederum was ich spannend fand und für meinen Berufszweig gutzusehen.
00:26:53: Das ist was wo ja wirklich Veränderungen möglich sind.
00:26:56: Auch nach einem Zustand der erst mal als sehr dramatisch erlebt wird, dass da ein Menge Spielraum ist und die Frauen eine Menge rausfuhren konnten.
00:27:05: So eine gute Nachricht auch.
00:27:09: Aber es war gleichzeitig was auch ein bisschen erschütternd, muss ich sagen.
00:27:14: Wie groß die Effekte seien können und wie wenig das im medizinischen Kontext bekannt ist eigentlich?
00:27:20: Ja total interessant!
00:27:21: Wirklich ein sehr gutes konkretes Beispiel für etwas, was sich sicherlich in verschiedenen Facetten durchs ganze Gesundheitssystem trägt irgendwie dieses Nicht vorhandene irgendwie im Blick haben
00:27:33: von
00:27:34: dem Erleben in der Sexualität, der Sexualitet generell und eben nicht nur der Funktionalität darin.
00:27:41: Ja
00:27:41: ganz genau ja.
00:27:43: Ich glaube, es braucht letztendlich eben auch gar nicht so viel.
00:27:47: Es wäre schon viel gewonnen, wenn an der Aufklärung zu dem Eingriff ... Das ist bei keiner Frau passiert nur gesagt wird und das kann sein, dass hinterher das Erleben und Sexualität sich verändert.
00:27:58: So, das kann passieren, dass sie für eine Weile merken, dass es unsensibler ist oder man das überhaupt anspricht?
00:28:07: Es ist überhaupt erst mal Raum bekommen, dass dieser Körperbereich nicht nur als ein Organ gesehen wird mit einer Funktion sondern einfach auch als Teil von diesem Erleben benannt wird.
00:28:18: Und danach sorge ich auch also die Frauen gehen zu Kontrolle hinterher.
00:28:21: es sind ja alles Gelegenheiten die man nutzen könnte umzufragen und wie ist das da?
00:28:26: Wie geht's ihnen damit?
00:28:27: und wir haben sie das erlebt.
00:28:29: Ich glaube das würde schon groß unterschied machen.
00:28:32: Das glaube ich allerdings auch.
00:28:33: Und das entsprechende, wenn ich was anspreche und darüber aufkläre, dann habe ich es ja ganz anders auf dem Schirm und kann das mit einbeziehen in die Empfehlung oder nicht-Empfehlung usw.
00:28:44: Total interessant!
00:28:46: Mir kommen grad so bisschen die Zuhörerinnen und Ärzte, wo ich ... Wir haben vorher im Vorgespräch beide gesagt, es geht uns überhaupt nicht um irgendein System oder Fachrichtungsbashing oder so.
00:28:56: Ich hab da wirklich richtig viel ... Ach weiß ich auch nicht.
00:29:00: Verständnis und Mitgefühl für Ärztinnen.
00:29:03: Und alle anderen Menschen, die im Gesundheitssystem leben, was ja auch einfach ein gewachsendes System ist, das gerade so ist wie es ist.
00:29:09: Es ist richtig schwer sich da sozusagen an diesen Stellen abzugrenzen und etwas Neues zu machen.
00:29:18: Ich habe zum Beispiel meine gute Freundin von mir, Skönäkologe, mit ihrem ... Sie hat mal gesagt, dass sie selbst einfach damals mit der Pille sehr stark erlebt hat.
00:29:28: Dass ihr emotional erleben sich sehr stark verändert habt und auch ihr Erleben in der Sexualität.
00:29:33: Und dass sie seither ... dass es ihr total wichtig ist da eben Patientinnen total ernst zu nehmen.
00:29:40: Ja.
00:29:41: Aber bei KollegInnen teilweise nicht erlebt.
00:29:44: Da denke ich man ja im System was das überhaupt nicht unterstützt über eine Funktionalität hinaus ins Erleben zu denken Ist es gar nicht so einfach, sich da abzuheben und da braucht's häufig eine eigene Erfahrung damit?
00:29:58: Ja.
00:29:59: Das kann gut sein!
00:30:01: Und ich glaube das ist so wichtig also diese Soft Skills.
00:30:05: Was ich auch gemerkt habe ist dass die Frauen dann aus dieser Situation von Es ist einfach ne große Verunsicherung, ne große Destabilisierung durch diesen Eingriff oft passiert.
00:30:16: Sie war allein damit, keiner konnte was anfangen damit hat sich dafür interessiert als ernst genommen.
00:30:20: Die Frauen waren alleine mit Und haben dann angefangen, dass hier verschiedene Sachen auch auf so eine Abkehr vom medizinischen System.
00:30:30: Also ein Vertrauensverlust
00:30:31: auch.
00:30:31: Der ja natürlich auch ein Problem darstellen kann und sich da abzukehren.
00:30:36: Viele haben gewechselt, das Personal ist nicht einfach, neue Ärzte zu finden.
00:30:42: Aber war sie auch spannend?
00:30:44: War wir neigengeht dazu?
00:30:46: Wir versuchen, das zu integrieren zusammenzukriegen mit unserem Bild von uns selber.
00:30:49: Und es bilden sich so Narrative und Sensemaking ... Bei vielen Frauen war das eben auch ein Bild, ich bin jetzt kaputt.
00:30:56: Ich bin geschnitten worden, als Frau war so ein Bild.
00:31:01: oder gerade Frauen, die dann in einen Impuls hatten von Selbstermächtigung und versucht haben Sachen zu machen um diese Erkrankung nicht wieder auszubereicht.
00:31:10: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken und Hausmittelchen kursieren also was man tun kann um sozusagen die Gesundheit zu verbessern an der Stelle damit diese Infektion nicht wieder auftritt diese Zählveränderungen nicht wieder auftreten.
00:31:25: Und dann gab es eine Frau, die hat beschrieben, sie hat aber ganz viel angefangen zu machen und sich gekümmert.
00:31:30: Sie ist auch so in Frauengruppen und hat sich mit ihrer Game-Bare-Mutter verbunden und darauf meditiert.
00:31:36: Die Organ hat versucht auf ganz vielen Ebenen sich darum zu kümmern sozusagen.
00:31:41: Dann wurden aber die Werte trotzdem schlechter immer wieder.
00:31:44: Das hat dann erst Wächte zugeführt, dass sie so ein Gefühl hatte.
00:31:46: Ich bin kein richtige Frau und ich bekomme das nicht hin.
00:31:49: Und also das Selbstbild auch darunter gelitten hat.
00:31:53: So ... Und es sind ja alles Sachen, die passieren wenn einfach diese Einordnung fehlt.
00:32:00: Diese Fragen und dieses Annehmen von diesem Zustand der da ist.
00:32:04: Und jetzt endlich auch so'n... Also ... Ja, das habe ich festgestellt eben auch.
00:32:09: Also dass die Frauen aus diesem Zustand von allein gelassen heraus ... Manche haben tolle Kompetenzen und Ressourcen entwickelt.
00:32:15: Und bei anderen war es aber eben so, dass es eher hinten losgegangen ist auch.
00:32:21: Sie versucht haben Verantwortung zu übernehmen und aber an Grenzen gestoßen sind was ja auch ein Teil der Wahrheit ist.
00:32:27: Man kann natürlich etwas tun, aber es gibt leider keine Garantien.
00:32:33: Und auch da ist es einfach schön, auch im System mit den psychologischen Folgen von solchen Eingriffen auf dem Schirm zu sein.
00:32:41: Von Ärztinnen und so?
00:32:43: Ja, die Verantwortung, dass sie ein Stück weit richtig aufgeteilt wird.
00:32:47: Dass die Frauen nicht viel Verantwortung auf sich nehmen.
00:32:51: Auch eben denn, die man ja gar nicht kontrollieren kann letztendlich.
00:32:56: Und da wiederum ist es dann toll, wenn die verschiedenen Player im System sich gegenseitig mit den Expertisen auf dem Schirm haben und verweisen können.
00:33:03: Da kommen wir jetzt mal so ein bisschen ... Du hast schon angefangen zu sagen was unterstützt und was Tolles.
00:33:09: Es gibt ja wirklich von so vielen Ärzten in diesem System, das echt nicht leicht zu navigieren ist.
00:33:15: ist so toll machen und so warmherzig sind.
00:33:18: Und sich irgendwie fortbilden, vernetzen und toll verweisen.
00:33:22: So muss ich an der Stelle echt noch mal sagen.
00:33:24: Jetzt die Frage an dich.
00:33:25: Wie sehe ein System aus?
00:33:28: Dass da mehr Wissen integriert in Bezug auf weibliche Sexualität ... und was auch interdisziplinär besser ineinander greift?
00:33:38: Hast du da eine Vision von?
00:33:41: Ich versuche auch eher, die positiven Aspekte in die Richtung zu gucken als jetzt immer nur zu beschen.
00:33:47: Also es gibt ja schon eine Bewegung Richtung Patientinnen zentrierter Versorgung also die Patientin aus Individuen im Mittelpunkt zurück.
00:33:57: Es gibt auch Länder, die jetzt schon am Ende von Behandlungen Fragebögen verteilen, wo's Wirklich darum geht abzufragen, wie ist die Zufriedenheit der Patientin insgesamt?
00:34:08: Hat sich verändert durch diesen Eingriff.
00:34:09: Also den Eingriffe nicht nur rein medizinisch zu bewerten auf dieser funktionalen Ebene sondern auch wie ist sozusagen Lebenszufriedenhalt der Patientinnen?
00:34:17: Wie ist das Outcome auf dieser Ebene am Ende von diesem Prozess?
00:34:19: also da gibt es ja schon eine Bewegung in diese Richtung so dass man sich mehr dafür interessiert, die Patienten als Menschen zu betrachten in seiner Komplexität und Gesamtheit mit ja einer durchaus unterschiedlichen Bewertung auch von verschiedenen Lebensbereichen.
00:34:34: Manche Menschen hat eben Sexualitäten sehr hohen Stellenwerten für andere nicht so.
00:34:38: Und das kann durchaus ja einfließen in die Planung von solchen Eingriffen aber auch in die Auswertungen am Ende wie das dann bewertet wird dieser ganze Eingriff.
00:34:47: Super tolles Beispiel!
00:34:49: Da finde ich, das sollte mit Einbezogen werden.
00:34:51: Da sollte Sexualität Bestandteil werden von diesen Fragebögen und von den Aspekten, da man jetzt darauf guckt, Medizin im Ganztatlicher zu betrachten.
00:34:59: Das wäre ein Wunsch von mir zum Beispiel, dass das da wirklich reingewoben wird richtig?
00:35:06: und nicht mehr rausgelöst und weggelassen werden kann.
00:35:09: Aus Zeitgründen oder Unsicherheit, dass das einfach Standard wird.
00:35:14: Und genauso eben auch Traumasensibilität.
00:35:16: Es ist ja in beide Richtungen zum Beispiel bei diesem Thema meiner Masterarbeit diese Gebärmutterheitserzählveränderungen und auch diese Virusinfektion die dazu häufig führen da haben Frauen mit Gewalterfahrung deutlich höhere Inzidenz.
00:35:29: Das Risiko von Frauem Gewalterfahrung daran zu erkranken ist deutlich höher So.
00:35:35: Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, noch mal zu Amhang?
00:35:38: Genau!
00:35:39: Ja,
00:35:40: ganz genau.
00:35:40: also da ein bisschen das Entdammenkne, dass Traumatisierung ja einfach zu einem höheren Stresslevel im Körper führen, dass es Immunsystem wiederum beeinflusst und dadurch haben diese Frauen ein höheres Risiko für ganz viele Erkrankungen nicht nur HPV aber auch so das war eben mal Forschungsthema auch andere Krankheiten mit dem Immunystem zu tun haben.
00:36:01: Da steigt das Risiko, d. h., Bei diesen Krankheiten können wir davon ausgehen, dass wir viele Frauen dabei haben mit Trauma-Hintergrund.
00:36:10: Und zwar eben auch eine schon gravierende Trauma Hintergrund mit langjährigen Gewalterfahrungen zum Teil.
00:36:21: Warum Trauma auch körperliche Prozesse beeinflussen kann?
00:36:25: Es gibt inzwischen viele Hinweise darauf, dass chronischer Stress im Körperspuren hinterlassen kann.
00:36:30: Traumatische Erfahrungen können dazu führen, dass das Stresssystem dauerhaft aktiviert bleibt und dieses Stresssystem ist eng verbunden mit dem Immunsystem.
00:36:39: Das bedeutet nicht, dass Trauma automatisch Krankheiten verursacht aber es kann das Risiko für bestimmte körperliche Belastung erhöhen zum Beispiel für Erkrankungen die mit Entzündungen oder Immunreaktionen zusammenhängen.
00:36:52: Diese Zusammenhänge werden inzwischen in vielen Bereichen der Medizin erforscht und sie zeigen, wie eng psychische Erfahrungen und körperliche Prozesse miteinander verwoben sind.
00:37:06: dann passieren diese Eingriffe, die auch eben oft nicht traumasensibel durchgeführt werden.
00:37:11: Ich hatte eine Frau in meiner Befragung, die ist im Mehrwertzimmer untersucht worden, vaginal und hat wirklich Sachen ... Und die hatte sogar ein Schreiben ihrer Therapeutin dabei und wurde trotzdem noch Standard behandelt.
00:37:25: Das war wirklich schlimm muss ich leider sagen.
00:37:27: also das war erschütternd beschämend so.
00:37:31: Das war ein Rausreißer, würde ich mal sagen.
00:37:35: Aber das kommt leider immer noch vor, dass da auch offenbar keine Standards sind und das Personal nicht geschult ist.
00:37:41: Nicht mehr an Disney-Extremen fällen.
00:37:43: anders umzugehen mit solchen gynäkologischen Untersuchungen und Eingriffen auch.
00:37:48: Und machen wir es ganz konkret?
00:37:49: Wie sehr denn eine traumasensible Behandlung oder herangehensweise in so einem Zusammenhang aus?
00:37:55: Ich hab dann natürlich ne Fantasie zu euch.
00:37:57: Es ist gut für Zuhurnde zu hören Worum Sie bitten können oder was Sie erwarten können, wenn es Trauma sensibel sein darf?
00:38:04: Ja.
00:38:06: Also Trauma heißt ja immer irgendwas passiert zu schnell, zu früh und zu viel.
00:38:12: Also Tempo ist ein wichtiges Thema und die Dosis auch.
00:38:16: Und Trauma heisst immer eine Überwältigung.
00:38:19: also irgendwas passiert und ich kann nichts tun.
00:38:21: so daraus können wir ableiten das bei Untersuchungen zum Beispiel und auch Skizzi-Routine-Untersuchung zu sagen, was ich tue.
00:38:30: Bevor ich es tue als untersuchende Person und auch teilweise das Einverständnis einzuholen.
00:38:37: Es ist in Ordnung, wenn ich sie jetzt anfange, vaginal zu untersuchen.
00:38:41: Also ... Das ist ein Satz
00:38:43: so.
00:38:44: Das macht unfassbar viel aus!
00:38:49: Trauma & Tempo.
00:38:51: Wenn wir über Trauma sprechen, denken viele Menschen zuerst an extremer Ereignisse.
00:38:56: Aber ein wichtiger Aspekt von Trauma ist etwas anderes, Überwältigung.
00:39:01: Und überwältigungen hat oft mit drei Faktoren zu tun – etwas passiert zu schnell, zu viel oder zu früh!
00:39:07: Der Körper hat dann keine Möglichkeit mehr das Geschehen zu verarbeiten.
00:39:12: Genann.
00:39:12: deshalb spielt zum Beispiel in medizinischen Untersuchungen das Tempo eine große Rolle.
00:39:17: Wenn eine Ärztin ankündigt was sie jetzt nächstes tun wird wenn sie kurz wartet und fragt ist es für Sie in Ordnung?
00:39:24: Dann bekommt der Körper ein wichtiges Signal.
00:39:26: Ich habe Einfluss, ich kann mitgehen und bin nicht
00:39:29: ausgeliefert.".
00:39:30: Und genau deshalb ist Tempo in solchen Situationen so entscheidend!
00:39:34: Denn Trauma entsteht oft nicht nur durch das was passiert sondern auch dadurch wie wenig Einfluß wir darauf haben.
00:39:43: Unterschiede ausmacht oder auch die Patientin zu fragen.
00:39:48: Haben sie Wünsche an den Untersuchern im Ablauf?
00:39:51: Oft haben die Frauen ja schon Erfahrungen und sind kompetent, können sagen was es besser macht und was ihnen hilft so.
00:39:58: Also danach zu fragen ist eine Geste, die sehr wirkungsvoll sein kann.
00:40:04: Und das dann ernstzunehmen auch ... Oder bei der Untersuchung, die Frau einzuladen.
00:40:09: Einmal tief aus und wieder einzuatmen.
00:40:12: Und selber das Signal zum Beginn zu geben, dass die Frau in die Rolle kommt, dass sie mitbeteiligt ist und nicht einfach ausgeliefert was über sich ergehen lässt.
00:40:21: Was ja häufig eben diese Traumasituationen ist sondern dass sie aktiv gestalten kann.
00:40:26: Das sind wichtige und glaube ich auch nicht besonders schwierige Zeitrauben der Intervention.
00:40:35: Ja, super.
00:40:35: Danke, dass du es noch mal so konkret gemacht hast.
00:40:37: und das ist jetzt zu dem Fachpersonal.
00:40:40: und jetzt nochmal an die Zuhörerinnen und Frauen, die dann eben als Patientin da unterwegs sind.
00:40:45: Nehmt euch selbst Ernst!
00:40:46: Bitte bitte bitte.
00:40:48: Es ist leider so häufig eben so ... Ja, so getan als wäre es normal und als wäre alles andere irgendwie vollkommen übertrieben und nicht in Ordnung.
00:40:57: Aber es ist in Ordnungen, du darfst dir das wünschen, dass du da traumasensibel behandelt wirst.
00:41:02: Und wenn das nicht passiert dann ist das auch ein Grund, einen Gynäkologen zu wechseln?
00:41:09: Ja ja und gleichzeitig ist es natürlich auch schwierig die Verantwortung abzuwälzen sozusagen auf die Patientinnen So, denn grade bei Trauma und Sexualität haben wir eben ganz viel Scham.
00:41:21: Und Schweigen, Unsicherheit, Sprachlosigkeit.
00:41:24: also gerade da in so einer Situation halb nackt im Behandlungsraum auch noch jetzt eintreten zu müssen für traumasensible Behandlung ist natürlich auch schwierig.
00:41:35: Ist total schwierig, genau.
00:41:37: Dass der Standards gäbe in der Ausbildung und Fortbildung, dass das einfach integriert wäre?
00:41:41: Weil wir haben ja auf der anderen Seite die Situation ... Das ist ein Riesenchance, dass Frauen diese Grundversorgung haben von einer kranken Kasse finanzierte regelmäßige Untersuchungen angeboten werden kann man nicht nur als Belastung und Stress vorsehen sondern auch als eine Chance letztendlich so.
00:41:58: Die Frauen dann zu sehen unter Umständen der Praxis natürlich kommen sie eher Untersuchungen, wenn sie sich wohlfühlen.
00:42:05: Und nicht gegliss man hinterher eine Woche lang irgendwie die stabilisiert sind und das wieder versuchen müssen ins Gleichgewicht zu bringen.
00:42:12: also die Versorgungslage würde sicher auch besser dadurch.
00:42:16: Ja, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen.
00:42:18: Oder eben auch dann mal fragen.
00:42:21: Haben Sie belastende Erfahrungen gemacht mit Sexualität?
00:42:25: Das ist ja eine Frage ... Wenn man die stellt, muss man nicht hinterher ne Lösung parat haben und das Problem irgendwie in Griff kriegen als behandelte Ärztin.
00:42:33: Aber diese Frage zu stellen, kannst schon einen Riesen im Effekt haben so.
00:42:39: Mhm,
00:42:40: ja.
00:42:42: Ja, danke dir für das Konkretwerden da.
00:42:45: Ich glaub es ist sehr hilfreich und ich frag mich jetzt auch mit Blick auf die Zeit.
00:42:48: Wir dürfen langsam rund machen und es gibt noch so viel Spannendes.
00:42:52: also was ich mich zum Beispiel noch frage gibt's noch mehr.
00:42:54: wo du denkst da könnte zusammen aber zwischen Fachrichtungen noch anders laufen gibt es noch mehr positive Zukunftsvisionen die du dir gerne teilen möchtest.
00:43:06: Also was ich eine gute Richtung finde.
00:43:09: In meiner Studie hat eine Frau gesagt, sie würde sich wünschen, dass es Gruppen-Sprechstunden gebe in ihrer Arztpraxis zu bestimmten Themen.
00:43:16: Zum Beispiel zur HPV oder eben auch anderen Themen, die häufig vorkommen und viele Frauen Fragen haben, wo die Ärztinnen wenig Zeit haben, das zu erklären was jetzt allein nicht unbedingt alles evident ist wie das zusammenhängt.
00:43:31: Das muss ja aber auch nicht vielleicht in der Sprechstunde passieren mit jeder einzelnen Frau, das immer wiederzuerzählen erklären, aber so Gruppensprechstunden anzubieten oder... Ich weiß nicht, ich seh immer mal ganz gern.
00:43:41: Es gibt so eine BBC-Serie called The Midwife, kennst du das?
00:43:45: Nach dem Zweiten Weltkrieg in London im Arbeiterviertel und beschreibt so ne Hebammenpraxis und wie die halt mit den Frauen umgehen und das Handhaben.
00:43:55: Und die haben ... Ich kenne es auch von früher noch so ein Gesundheitszentrum wo dann die Frauen zur Untersuchung kommen wöchentlich und wo aber auch Vorträge gehalten werden.
00:44:03: also wirklich so ne Gruppenansprechpraxisse zu sagen Und so was könnte ich mir auch vorstellen.
00:44:10: Es gibt mittlerweile Dispersiezentren zum Beispiel, wo ja die Versorgung gebündelt wird und dass man da Vorträge anbietet.
00:44:17: Das müssen gar nicht immer die Ärzte oder Ärztinnen sein und muss auch nicht für jede Person ... Aber das ist einfach mehr Information!
00:44:23: Weil ich merke, viele Frauen suchen Orientierung, haben wenig Körperwissen und viele Fragen.
00:44:30: Und es ist natürlich schwierig, Verantwortung zu übernehmen für meine Gesundheit, wenn ich gar nicht Bescheid weiß eigentlich darüber.
00:44:38: Das ist echt der nächste große Punkt.
00:44:40: Wo ja auch das gesamte Bildungssystem plötzlich rups mit an Bord ist?
00:44:44: Ja, und ich kann es wirklich aus eigener Erfahrung auch gut nachvollziehen.
00:44:47: Ich bin, wie gesagt, siebenundfünfzig Akademikerinnen.
00:44:50: Und vor ein paar Jahren hat die Situation bei meinen Gynäkologen, dass ich eine Frage gestellt habe zu einer Igel-Leistung, weil ich verstehen wollte, ob das für mich relevant ist.
00:45:02: Ich hab zum ersten Mal in meinem ganzen Leben ... hab nicht wirklich verstanden!
00:45:07: was er gesagt hat.
00:45:11: Das find ich gut!
00:45:12: Und war auch ein bisschen aufgeregt, gar nicht erst zu fragen oder gar nicht zuhören zu können weil ich so nervös war und so'n Gefühl hab', ich verstehe sowieso nix und der weiß alles und ich habe keine Ahnung und hab gedacht wie krass ist das denn?
00:45:24: Das ist aber auch wirklich noch mal ein ganz spannender Punkt.
00:45:27: Aber irgendwo ist es klar, da braucht's was in der Sprache und der Art und Weise ...
00:45:33: Ja, jeder Schweddige auch Wiederholungen immer wieder mit so einem Gefühl von Zeit zu haben.
00:45:40: Und ich immer schon zu wissen, da ist ein volles Wartezimmer draußen.
00:45:45: Ich hatte immer tolle Gynäkologin und ich kann mich gar nicht beklagen.
00:45:48: So, es ist einfach strukturell glaube ich das Problem tatsächlich auch.
00:45:51: Und dann das auf die einzigen abzuwälzen und wie du sagst so kennst auch welche, die wirklich toll sind engagiert
00:45:57: usw.,
00:45:58: aber natürlich oft auch dann wahrscheinlich am Rande des Burnout.
00:46:00: oder also es is einfach nicht vorgesehen strukturell.
00:46:05: Leider nicht.
00:46:05: Es ist wahnsinnig wenig Platz dafür, teilweise auch vor Kolleginnen oder Chefs dann auch nicht so gut zurechtfertigen weil es einfach nicht intaktiert ist und genau ich kenne wahnsinnigt tolle Gynäkologien muss ich bekannte Stellen noch mal sagen manche davon.
00:46:17: ich bin immer wieder ganz stolz wenn tatsächlich auch um eben jetzt dieses irgendwie so ein Ermächtigungsprozess zu unterstützen, auch sich Wissen anzueignen.
00:46:24: Teilweise unser Podcast empfohlen wird.
00:46:25: und da sind wir wieder beim Thema irgendwie ... An wen kann ich verweisen?
00:46:28: Wo gibt's Stellen, wo Frauen sich gegenseitig unterstützen können, sich selbst ermächtigen können, informieren können und so.
00:46:34: Ja, ja.
00:46:34: Ich fang jetzt
00:46:36: an mit Online-Gruppen, weil ich gemerkt habe, das ist einfach eine riesige Lücke, hab ich festgestellt.
00:46:41: Und jede Frau braucht eine Einzeltherapie bei mir.
00:46:45: Aber viele Frauen haben Fragen und wünschen sich Orientierung und irgendwo einen Ort, wo dieses ... Das Thema stattfindet überhaupt.
00:46:53: Ja, super!
00:46:55: Gibt's noch irgendwas was du ergänzend sagen möchtest?
00:46:57: Wo denkst du, mit Blick aufs Gesundheits- und Therapiesystem und meinem Wissen über weibliche Sexualität möchte ich der Welt noch mitteilen?
00:47:07: Nee, ich glaub wir haben es wirklich rund gekriegt.
00:47:10: Also war jetzt ja auch ein Heimspiel hier mit uns beiden, hab' ich gemerkt.
00:47:13: Ich musste dich ja von nix überzeugen in derselben Richtung unterwegs und sehen einfach die Bedeutung auch individuell für die einzelnen Frauen, aber auch gesellschaftlich von dem Thema.
00:47:27: Absolut ja!
00:47:28: Ich find's immer wieder bereichernd und inspirierend, andere Frauen zu sehen.
00:47:33: Die sich in diesem System bewegen auf ihre eigene Art und Weise so du ja auch.
00:47:36: Und dann eben gerade von deinem Wissen profitieren zu können.
00:47:39: im Bereich wo ich aufs System schaue und denk da gibt es einiges zu tun.
00:47:43: aber was denn genau?
00:47:44: Und jetzt wirklich von dem mal bisschen was dazuzuhören finde ich toll!
00:47:47: Und einfach zu wissen dass da jetzt das netzgibt von Frauen die wirklich etwas anschiebt und bewegt und anfangen und wo Frauen auch anfang mehr zusammenzuarbeiten.
00:47:57: Um das Wissen um die therapeutischen Impulse, sondern eben auch über die Sprache.
00:48:03: Über den Raum, der dieses Thema bekommt.
00:48:05: und das ist glaube ich hier auch die große Chance jetzt endlich die gute Nachricht auch an die Welt ihr müsst gar nicht alle alles können alles wissen.
00:48:13: es geht wirklich darum die Haltung so ein bisschen zu verändern.
00:48:16: ja
00:48:17: absolut und das finde ich auch einen schönen Schlusssatz.
00:48:21: dann nehmen
00:48:22: wir das.
00:48:24: Vielen herzlichen Dank, Hannah.
00:48:25: Das war richtig schön mit dir drüber zu quatschen und ich bin sicher das ist sehr bereichernd für ganz viele, die zuhören.
00:48:31: Schön!
00:48:31: Das hoffen wir.
00:48:33: Wenn du Lust hast auf mehr, abonnier uns, teil die Folge oder schreib uns auf Instagram
00:48:38: unter lustwandel.eu Bis bald.
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