26. Schätze der Generationen
Shownotes
In dieser Folge nehmen Pia und Maren euch mit in eine der Kernfragen von Lustwandel: Was hat uns jede Generation an Prägungen, Einschränkungen und Befreiungsimpulsen weitergegeben – und was ist der Beitrag unserer Generation für die Frauen nach uns? Grundlage ist die Aufstellungsarbeit aus den Lustwandel-Workshops: Eine verkörperte Zeitreise durch die Großeltern-, Eltern- und unsere eigene Generation. Was lag auf dem Boden, was wurde laut, was blieb ungesagt?
Was euch in dieser Folge erwartet:
Wie die Großelterngeneration Sexualität erlebt hat – und warum Erleichterung über den Tod des Mannes kein Einzelfall war Die Elterngeneration zwischen Scham, Schweigen und ersten Befreiungsschlägen – und warum das so unterschiedliche Startbedingungen für uns geschaffen hat Warum unsere Generation mit maximaler Freiheit und minimalem inneren Kompass aufgewachsen ist Grenzen setzen als Generationenarbeit – und warum das keine Kleinigkeit ist Was wir uns für die Generation nach uns wünschen: Selbstverständlichkeit, Sprache, Frieden
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Lustwandel ist ein Podcast von Pia und Maren – Sexualberaterin und Psychologin – über weibliche Sexualität jenseits von Scham, Schmerz und Schweigen. Mit dem Blick auf transgenerationale Prägungen. Für mehr Selbstverbindung, Körperliebe und Sinnlichkeit.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, wir sind Pia und Maren, Sexualberaterin um Psychologin.
00:00:03: Und du hörst Lustwandel?
00:00:05: Ein Podcast über weibliche Sexualität jenseits von Scham, Schmerz und Schweigen.
00:00:09: Mit einer Einladung transgenerationalen Prägungen auf die Schläche zu kommen für mehr Selbstverbindung, Körperliebe und Sinnlichkeit.
00:00:15: Viel Spaß!
00:00:17: Hallihallo!
00:00:18: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Lustwandel.
00:00:22: Ist offiziell, I like it.
00:00:25: Ja, wir haben uns überlegt ... Wir fangen jetzt mal ab.
00:00:28: jetzt Probeweise, die folgen mal ein bisschen an mit was Lust wandelt bei dir gerade so Neues.
00:00:33: Um uns selbst etwas mehr reinzuholen und aktuelles mehr reinzuholen ... Wir haben es abgeschaut, wenn wir ehrlich sind von ... Wir hatten letztens ein schönes Gespräch mit Christine von Ohja, die im Sondering JVT-Podcast.
00:00:43: Und waren inspiriert davon.
00:00:46: Hehehe.
00:00:46: Abgeguckt!
00:00:48: Also, was ist bei dir grad im Lustwandel?
00:00:51: Umzug.
00:00:52: Wir sind ungezogen.
00:00:53: deswegen auch das neue Lustwandelstudio
00:00:57: Mit dem Farben?
00:01:00: Aus Versehen übrigens.
00:01:02: Nein, das ist alles gewollt!
00:01:03: Das war nicht so geplant aber mein Unterbewusstsein hatte es an die Wand gemalt.
00:01:08: und ein wuflicher Umbruch.
00:01:12: Der dazu führt dass du mehr Raum für
00:01:14: Lustwandel haben wirst.
00:01:14: Genau, dass ich mehr Raum von Lustwangel haben werde.
00:01:16: Das sind
00:01:17: mal gute Neuigkeiten Freunde
00:01:18: Aber es ist trotzdem sehr aufführend.
00:01:21: Okay Darf ich was dazu sagen, dass er schwer dran war?
00:01:26: Ich will die Leute ein bisschen reinholen in unsere Lustwandeprozesse.
00:01:28: Ja!
00:01:29: Also es ist ja so, Leute... Wir machen diesen Podcast im Prinzip umsonst.
00:01:33: dabei kommt finanziell nix rum.
00:01:34: Er ist ganz schön aufwendig, liegt uns am Herzen und wir finden's wichtig, dass über diese Dinge gesprochen wird.
00:01:39: Hat mir an Stellen schon mal gesagt.
00:01:41: Es ist für uns immer wieder eine Herausforderung zu schauen wie verbinden wir die Broterwerb-Drops mit Lustwandel oder machen Lustwandel profitabel?
00:01:52: Und zumal wir mittlerweile eine gewachsene Community sind, find ich es eigentlich ganz nice euch mit einzubeziehen.
00:01:58: Also wenn ihr das was hier besprochen wird, wichtig findet und wenn ihr Lust habt uns zu helfen das zu erhalten... Wir struggle damit!
00:02:06: Ganz ehrlich!
00:02:06: Wir haben damit echt gerade Schwierigkeiten in unserem Leben dafür genug Raum frei zu halten um das weiterzumachen.
00:02:13: Wenn ihr Ideen habt wo's Funding geben könnt für Projekte wie dieses hier Wenn ihr den Eindruck habt, ihr könntet was beitragen euch einbringen in Form von, weiß ich nicht, Marketing.
00:02:23: Wir lernen gerade sozusagen uns mit Social Media auseinandersetzen und so was aber wir haben noch viel zu lernen.
00:02:28: sie wollen vielleicht auch einfach an unseren Social Media Auftritt wenn ihr Reichweite habt oder wisst wie wir Reichweiten bekommen können um das hier mehr an die Frau zu bringen was wir hier machen.
00:02:38: Die Rückmeldungen sind kontinuierlich sehr positiv und bewegend.
00:02:42: Und wir sind nicht Budget Marketing, da gibt's einfach wirklich ... Man kann hier was beitragen!
00:02:46: Wenn ihr Lust habt, tut es, meldet euch bei uns.
00:02:48: Ja, und Pierre hat sich jetzt entschieden, Lustwandel mehr Raum zu geben, was aber auch finanziell weniger Sicherheit bedeutet.
00:02:56: Das ist auch so eine Realität.
00:02:57: Ist eigentlich ganz schön mal mit euch zu teilen.
00:03:00: Was haste Lustwandeln bei dir?
00:03:02: Okay, direkt beim Themenwechsel.
00:03:04: Ach ich bin auch umgezogen.
00:03:05: Bei mir sind Beziehungsthemen sehr in Bewegung.
00:03:09: Sehr schön, aber auch aufwührend und ich bewege mich in Poly-Strukturen seit einer Weile und merke immer wieder, dass ich da dumm bin.
00:03:16: Weil ich einfach nicht gewohnt bin oder mache komische Dummefehler.
00:03:21: Und jetzt hab ich das Gefühl wir haben für den Moment genug Lust, Wandel im eigenen Leben besprochen.
00:03:26: Aber an anderer Stelle erzähle ich da gerne mehr von eigener Auseinandersetzung mit ... Bi-Sexualität, Poli und so weiter.
00:03:35: Das ist ja auch ein interessanter Thema.
00:03:38: Ja, finde ich auch.
00:03:40: Und worum es in der heutigen Folge aber gehen soll, ist das Thema Schätze der verschiedenen Generationen.
00:03:47: Schätze unserer Generationen?
00:03:48: Was ist eigentlich der Beitrag zu einem Lustwandel, der transgenerational immer weitergetragen und fortbewegt wird?
00:03:58: Wir haben uns damit natürlich viel auseinandergesetzt, weil das viel die Brille ist, die wir aufsetzen hier im Podcast.
00:04:03: Aber auch außerhalb des Podcasts im Rahmen von Lustwandel.
00:04:06: der Name sagt sie eigentlich schon und wir machen Workshops zu diesen Themen wo so ein Bewusstwertungsprozess stattfindet was eigentlich in den Generationen vor uns stattgefunden hat an Prägungen Die unsere weibliche Sexualität unseren befreiten lustvollen Ausdruck beeinflussen Und was jede Generation da sowohl kassiert hat und an Einschränkungen getragen hat usw.
00:04:36: und so fort, als auch aber an Befreiungsempulsen und authentischem Ausdruck freigeschauffelt hat... Und da wollen wir mal gemeinsam einen Blick drauf werfen, was so unser Eindruck ist nach mittlerweile ein paar Workshops zu dem Thema und ein bisschen Recherche eigenen Erfahrungen.
00:04:51: Was da die jeweiligen Generationen erlebt und beigetragen haben und was der Beitrag unserer Generation ist?
00:04:57: Und was wird dann auch hoffen an die nächste Generation weitergeben zu können!
00:05:02: Du kannst ja super gerne vom letzten Workshop erzählen den du gehalten hast und da so'n kleinen Einblick geben wie überhaupt So ein Workshop abläuft inhaltlich und was das jetzt genau mit dem Thema hier zu tun hat.
00:05:19: Sehr gerne, allerdings nicht vom letzten Workshop sondern von allen Workshops.
00:05:24: Die sind ja alle selbstverständlich traurig
00:05:25: und so.
00:05:25: Wie recht hast
00:05:27: du?
00:05:29: Ja also das Workshopformat dass wir jetzt entwickelt haben und im Moment was im Moment läuft wo auch übrigens Du ihr euch total gerne melden könnt Wir machen das jetzt gerade nicht so viel aus eben beschriebenen Kapazitätsgründen, aber wenn ihr schon eine ganze Gruppe habt von ich sag mal zwischen sechs und maximal aktuell vierzehn Frauen.
00:05:48: Und ihr Bock habt das wir da für euch einen Rahmen anbieten sagt total gerne Bescheid machen wir.
00:05:53: was wir da gerade machen ist bekommen eben nur unter Frauen zusammen und ja stellt erstmal einen sicheren Rahmen her ein vertrauensvollen Rahmen.
00:06:02: wo wir eben so etwas über sowas wie okay dass wir hier besprechen verlässt konkret nicht den Raum und ein bisschen so einen Ankommen, sich in Sicherheit fühlen.
00:06:13: Und miteinander landen und sowas erst mal passiert.
00:06:16: Dann gehen wir aber relativ schnell dazu über eine Art Aufstellungsarbeit.
00:06:21: aus einem systemischen Arbeiten kommt das.
00:06:23: Eine Zeitlinie auszulegen auf dem Boden.
00:06:25: Wir stellen uns alle gemeinsam in die verschiedenen Generationen rein und spüren so richtig wie es war Beispielsweise Teil unserer Großelterngeneration zu sein.
00:06:35: Und das ist ganz schön kraftvoll, wenn man so eine Zeitlinie auslegt und sich dann an verschiedenen Stellen wirklich physisch reinstellt, es sind sehr verkörperte Erfahrungen von etwas nicht nur ein rationales Abrufen.
00:06:47: Dann schauen wir gemeinsam also in dieser Großelterngeneration okay ... Wir versetzen uns dann hinein, wie war es damals, Frau zu sein als beispielsweise meine eigene Großmutter?
00:06:57: Wie war's damals in eigenen sexuellen Ausdruckieren zu wollen.
00:07:03: und zu spüren, zu sehen und zu hören wie die Gesellschaft darauf reagiert.
00:07:06: Und was die Gesellschaft alles an Restrektionen darüber legt.
00:07:10: Dann sammeln wir Oathöne ein.
00:07:11: also was haben Frauen damals zu hören bekommen?
00:07:14: Sowas wie irgendwie ... In der Großelterngeneration kommen dann so Stimmen wie Es geht nicht um die Lust der Frau, dass sie sogar keine Rolle spielt.
00:07:24: Dass es darum geht für den Mann da zu sein oder was auch immer.
00:07:27: Dann machen wir das Generation für Generation stellen wir uns rein gehen in eigenes Erleben versetzt uns so richtig in diese Lage und sammeln da Ohrtöne ein, sammelt Regeln ein.
00:07:37: Sammelt Sprüche ein und schreiben die mit auf Zettel und legen sie dann jede Generation auf den Boden, sodass wir nachdem wir alle Generationen durchlaufen haben mit ein bisschen Abstand draufschauen können, was beim Bild sich abzeichnet.
00:07:50: Und das ist ein sehr intensives Erleben.
00:07:52: aber es ist auch wirklich ... Ein Bild, was im Nachhinein entsteht, was echt noch mal ganz anders greifbar macht, was da eigentlich über die Generation passiert ist und auch an welcher Stelle wir jetzt gerade stehen und warum Genau, wenn ihr Bock habt, meldet euch.
00:08:05: Das ist das Workshop-Format und es gibt am Ende noch einen Ausgleich.
00:08:08: Es gibt ein Stück weit so'n Befreien in einem Ritualformat etwas wieder abgeben, zurückgeben, loslassen was wir mitgetragen haben, was eigentlich gar nicht unseres ist Und dann neu ausrichten in die Zukunft.
00:08:20: Was möchte ich mir ab jetzt erlauben?
00:08:21: Was möchte Ich ab jetzt verkörpern oder auch an die Generation nach mir weiter geben Und darin, in diesem Befreiungsschlag von der Rest der Gruppe bezeugt sein.
00:08:31: Das ist dann häufig so, das ist sehr lebendig und schön und kraftvoll ... Insgesamt ist es aber auch schon heavy shit, sag ich mal.
00:08:38: Es ist krass, sich dem allen zu stellen, was sich da abbildet.
00:08:43: Genau!
00:08:43: So?
00:08:45: Okay... Gut, dann sammeln wir die Generationen ein.
00:08:48: Interessant ist natürlich unsere.
00:08:50: Ich find's richtig spannend auf unsere zu schauen.
00:08:52: Aber wo fangen wir denn an?
00:08:54: Ich würd sagen bei den Großeltern, obwohl ich leider gar nicht so viel zu sagen hab zum Großelter.
00:09:01: Ich selbst ohne Großeldern so gut wie aufgewachsen bin?
00:09:05: Also von daher ... Kannst du die Bühne wieder haben und von der Großeltherngeneration berichten!
00:09:13: Ja also was sich da, was mich mir da erschließt aus den verschiedenen Workshop-Erfahrungen ist
00:09:19: das
00:09:21: So ein Bild, dass die Generation unserer Großeltern eigentlich... Also es kommt fast so rüber als hätten sie sich relativ wenig überhaupt mit ihrer eigenen wirklich weiblichen Sexualität auseinandersetzen können.
00:09:31: Das ist das die Gesellschaft dafür wie gar keinen Rahmen geboten hat und sehr viel drum ging Der Lust des Mannes zu dienen und dem Mann zur Verfügung stehen.
00:09:42: Und bis zum Punkt, wo ich höre die radikalen Aussagen in den Workshops ... Wo das sehr, sehr in was Extremes gegangen ist.
00:09:52: Zum Beispiel erinnere ich noch eine Stimme von einer, die von ihrer Großmutter gesprochen hat.
00:09:58: Das war jetzt gar nicht in dem Workshop-Setting.
00:10:00: Aber wo so was durchklang von die Großmutter, was richtig erleichtert als der Mann gestorben ist ... weil sie an dieser Stelle nicht mehr dienen braucht?
00:10:09: Und das sind dann schon Sachen, wo ich denke wow!
00:10:11: Also was da in einer Selbstverständlichkeit von Frauen verlangt wurde und auch von den Frauen irgendwie dann auch wirklich getragen wurde so in dieser Form.
00:10:20: Ja, auch wieder.
00:10:20: Im Zusammenhang mit diesem Wann war Vergewaltigung in der Ehe nicht mehr illegal.
00:10:25: Da sieht man so richtig was dafür ein Anspruch an Frauen gestellt wurde, was sie im Rahmen einer ehrlichen Verpflichtung sozusagen zu erfüllen haben.
00:10:33: Genau also das viel ... Dann sind wir in den Workshops noch in die Generationen vorgegangen und haben einen Blick drauf geworfen, was da eigentlich ja also an Unterdrückungen zur Verfügung stehen müssen, dann an anderen Stellen immer wieder durchgeklungen ist.
00:10:47: und da sind die radikalen Beispiele natürlich so was wie Käuscheidsgürtel.
00:10:51: Oh
00:10:51: wow!
00:10:52: Und dann legen wir Bilder mit dazu von Käuschheitsgürtteln um das richtig erfahrbar zu machen, also was da symbolisch für eine starke Unterdrückung steht dass Hysterie im Raum steht, wenn man als Frau eigentlich in der Lust ist und einen lustvollen Ausdruck.
00:11:09: All das sind Dinge die an unserer Großelterngeneration noch sehr nah dran waren und wo es schlicht und ergreifend einfach wirklich ein Stück weit gefährlich war eine soziale Echtung erfolgt ist, wenn unsere Großelterne Generationen, wenn Frauen da versucht hätten, in der Öffentlichkeit zu ihrem weiblichen freien Lustausdruck zu stehen.
00:11:33: Der Begriff Hysterie kommt vom griechischen Hystera, das bedeutet Gebärmutter.
00:11:38: Und das ist kein Zufall!
00:11:40: Im neunzehnten Jahrhundert galt Hysteri als klassische Frauenkrankheit – die Diagnose war zu emotional und unberechenbar zu viel.
00:11:48: Was darunter viel war breit – Nervosität, sexuelles Verlangen, Kreativität, politischer Widerspruch….
00:11:55: Frauen, die sich nicht fügten, die Grenzen zogen, die Lust zeigten wurden pathologisiert.
00:12:01: Die Behandlung reichte von Bettruhe bis hin zur Einweisung.
00:12:05: Heute ist Hysterie keine offizielle Diagnose mehr – aber das Prinzip lebt weiter!
00:12:11: Frauen, wie laut werden und wütend sind, die klar fordern, werden immer häufiger als hysterisch oder überreagierend wahrgenommen als Männer in derselben Situationen.
00:12:21: Das belegen Studien zur Emotionswahrnehmung im beruflichen Kontext bis heute.
00:12:26: Und auch Studien zu Schmerzmedizin zeigen, Frauen warten in Notaufnahmen länger auf Schmerztbehandlung als Männer.
00:12:33: Ihre Symptome werden häufiger als psychosomatisch
00:12:35: eingestuft.".
00:12:38: Ja und also da hat noch wirklich sehr extreme Einschränkungen wenig frei brechen möglich könnte man zusammenfassend sagen.
00:12:45: jetzt auch aus den Workshop-Erfahrungen ist das das Bild was so entsteht.
00:12:49: Und da kommen wir dann mal zur Elterngeneration.
00:12:51: Da können wir vielleicht ein bisschen konkrete auch aus unseren eigenen Bildern irgendwie was einsammeln, wie es ist in dabei die, was da der Eindruck ...
00:12:59: Das außer eine Frau, die mir jetzt einfällt, die auch Treuhörerin ist das Podcast und uns auch schon ganz tolles Feedback gegeben hat.
00:13:14: Diese Frau gehört unserer Elterngeneration an geht aber aktiv in einer Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität und will da auch wirklich was verändern.
00:13:27: Ich weiß gar nicht, wie ich sagen soll hat er einen sehr offenen Blick drauf.
00:13:32: Und das ist die einzige ... die mir zumindest so spontan einfällt.
00:13:39: Wenn ich jetzt an meine Mutter denke, verwandte andere Eltern dann ist es mit ganz viel Scham, ganz viel Schweigen.
00:13:53: Ganz viel ... ich weiß nicht auf Verhüllung des Körpers behaftet und das weibliche Sexualität eigentlich nicht so wirklich ... existent sein darf in unterschiedlichen Ausprägungen natürlich.
00:14:15: Also ich kenne Leute, bei denen ist das ganz stark so dass sie gar keine Worte dafür haben und dass es einfach total tabuisiert ist das Thema und bei anderen ist es ein bisschen offener was auch Körperlichkeit anbelangt usw.
00:14:32: Und da aber auch teilweise eine Dissonanz zwischen Körperlichkeit und Sexualität.
00:14:39: also einerseits zum Beispiel Ich gehe in die Sauna, in die öffentliche und damit habe ich kein Problem.
00:14:45: Und jeder Person kann irgendwie meinen Körper betrachten und dass der Körper aber gar nicht so richtig sexuelles auch ist als gar nichts Sexuelles betrachtet wird erfahre ich auch ganz oft aus meiner Elterngeneration.
00:15:03: also was jetzt die Frauen anbelangt bei den Männern es dann noch mal ... was ganz anderes.
00:15:08: Weil die dürfen sich das natürlich rausnehmen, aber ja bei Frauen ist es eher okay ich muss mich zurück nehmen, mich und mein Körper um mich meinen Körper zu schützen.
00:15:20: Bei dir?
00:15:21: Ja
00:15:21: danke dir!
00:15:23: Ich überlege gerade auch mal... also teil den Eindruck von unserer Elterngeneration erstmal aus persönlichen Erfahrungen irgendwie mit einfach Menschen in unsere älteren Generationen Und mir jetzt nochmal so an die Workshops zu denken.
00:15:37: Ja, also was sich da immer wieder abgebildet hat ist eine interessante Mischung aus.
00:15:40: manche Workshop-Teilnehmende beschreiben.
00:15:42: Genau dieses klassische Bild, das du auch gerade beschrieben hast, glaub ich einfach die breite Masse beschreibt ne?
00:15:47: So von... Da gab's eigentlich... Das hat wenig No-Rolle gespielt, es gab wenig Gespräch darüber Es war noch einfach viel Scham und hinter der Scham einfach ein Schweigen.
00:15:54: Und dann gibt's aber einzelne Workshop Teilnehmenden, die beschreiben dass ihre Eltern irgendeine Form von Befreiungsschlag für sie schon gemacht haben im Rahmen einer Strömungen oder eben irgendwie doch alleine Weil es da ja schon erste Beispiele für Gabel in unseren Eltern So ein erstes Freibrechen, was noch nicht die ganz breite Masse erreicht hat an vielen Stellen.
00:16:12: Aber wo schon einfach klares Durchbrechen waren an Stellen und dann irgendwie zu unterschiedlichen ... Manche waren dann so voll als freie und andere gar nicht da.
00:16:23: Also irgendwie ganz interessant, so'n Mischbild.
00:16:26: Ja!
00:16:26: was auch interessant ist, weil das unterschiedliche Impulse in unsere Generation reingegeben hat.
00:16:30: Das bildet sich klar ab tatsächlich.
00:16:33: Für mich wird immer wieder spürbar diejenigen Frauen beschreiben, dass ihre eigenen Eltern schon eine Befreiungsbewegung gemacht haben und die damit aufgewachsen sind.
00:16:42: Die kommt bei mir ne ganz andere Selbstverständlichkeit mit der eigenen Sexualität einfach mit einem selbst als sexuelles Wesen begreifen und damit fein sein.
00:16:52: Da ist so etwas ... Ganz geerdetes Unsicheres drin, wo ich immer wieder gemerkt habe.
00:16:57: Ich wünsche so einen zukünftigen Generationen, dass das so landet!
00:17:00: Das ist richtig schön, diesen Unterschied zu spüren.
00:17:07: Forschung zur Sexualentwicklung zeigt – das Elternhaus ist der stärkste Prädikator für das spätere sexuelle Selbstbild von Kindern.
00:17:15: Nicht die Schule nicht die Piers sondern die Frage wie offen Zuhause über Körperlust und Sexualität gesprochen wurde.
00:17:23: Kinder, die mit einer Sprache für Sexualität aufwachsen, entwickeln nachweislich ein stabileres Körperbild, setzen leichter Grenzen und haben weniger risikoreiche Sexual-Erfahrungen in der Jugend.
00:17:34: Und trotzdem fällt es vielen Eltern schwer offen zu sprechen – weil sie eben selbst nie eine Sprache dafür bekommen haben!
00:17:42: Sie geben weiter was sie gelernt haben und das sind halt leider häufig Schweigen-, Ausweichen oder Scham Und dieser Kreislauf lässt sich aber unterbrechen.
00:17:51: Jeder älteren Person, die sich heute traut mit ihrem Kind offen über Sexualität zu sprechen, setzt eine generationale Zäsur.
00:17:59: Das ist kein kleiner Akt, sondern das ist Kulturarbeit!
00:18:04: Ja
00:18:05: da...das Beispiel habe ich schon mal gebracht, aber es passt jetzt gerade so gut als Beweis zu dem was du gesagt hast dass diese Frau von der ich vorhin berichtet habe ist die Mutter einer Freundin von mir und was weibliche Selbstbefriedigung anbelangt und ich in meiner Jugend mit verschiedenen Freundinnen darüber gesprochen habe.
00:18:25: Und manche Freunde meinten, nein so was macht ... macht man nicht!
00:18:29: Und sie diejenige war, die meinte ja natürlich alle machen das.
00:18:35: Was mir total geholfen hat diese selbstverständlich Perspektive zu hören von ihr Ich, das wie gesagt immer noch total auf dem Schirm hab.
00:18:45: Weil es wirklich ein sehr einprägsamer Moment für mich war und was mit Sicherheit auch ihrer Mutter zugute zu schreiben ist.
00:18:53: Witzig!
00:18:53: Ja ich habe auch so Erinnerungen, die dann total einprägsam waren von der einen Freundin in unserer Stufe, die eine ganz aufgeklärte befreite Mutter hatte, die ihr dann auch mal so wie Sextoys geschenkt hat und sowas und sagt halt hier du das musst du mal probieren und so und so machst du deinen Dildo sauber Und sie hat es dann immer so auch ganz also.
00:19:09: Sie war da auch mit einer Selbstverständlichkeit das mit uns geteilt Und ich weiß noch, dass ich total beeindruckt auch war.
00:19:15: Also das sind so richtig Erfahrungen die hingen bleiben scheinbar.
00:19:18: Da als kleiner Serientipp Sex Education für diejenigen, die es nach nicht gesehen haben.
00:19:25: Da geht's nämlich auch um so eine super aufgeklärte Mutter und das ist eine sehr coole, sehr süße Serie.
00:19:32: Ich weiß jetzt gar nicht wo man sie gerade streamen kann aber auf jeden Fall eine Empfehlung.
00:19:36: Will ich tatsächlich noch daneben stellen dass ich an Stellen dachte was macht ihr da Freunde?
00:19:40: Also ich fand es richtig cool
00:19:41: bei Sex Education.
00:19:43: Und dann gab's aber auch so einen Moment, wo ich dachte ... Habt ihr den Schuss nicht gehört?
00:19:46: Sorry.
00:19:47: Wo ich dachte, hey, wenn ihr schon eine Aufklärungsserie macht, was grundlegend die Intention so nice ist und Szenen an die ich mich erinnere, wo zwei superunerfahrende junge Menschen irgendwie die ersten sexuellen Begegnungen haben.
00:20:01: Und wirklich literally gefühlt ... Das wird das nie ganz stimmt, in meiner Erinnerung ist es eher klettert ins Fenster rein!
00:20:08: Und irgendwie befriedigt sie von jetzt auf gleich oral.
00:20:11: Okay, dann erinnere
00:20:14: ich mich.
00:20:14: Und ich dann
00:20:15: mir so ... Hallo!
00:20:16: Irgendwie
00:20:17: so... Ich glaube, er hat schon mit dir eingecheckt, Konzent war irgendwie am Stüssel?
00:20:20: Aber als ob sie von jetzt auf gleich dafür ready war.
00:20:24: Nee, daran erinner ich mich nicht.
00:20:26: Also bei mir ist das Gefühl zurückgeblieben, okay richtig cool dass es einfach eine Serie gibt die sich Aufklärung widmet auf diese Art und Weise ... die Mainstream ist.
00:20:38: Ja, gehe ich mit!
00:20:41: Das kann ich aber auch schreiben.
00:20:42: Ich war irgendwann manchmal ein bisschen enraged.
00:20:46: Okay... Ich mag das einfach nicht wenn in Filmen das immer so dargestellt wird als wären Frauen von einer Sekunde auf die nächste offen dafür ja für vaginale Berührung.
00:21:00: Da bin ich dann immer so noo Don't do it.
00:21:01: Warum?
00:21:02: So, verbreitet das Gerücht auch nicht weiter und erfrecht mich in solchen Momenten wo es eigentlich um Sexualaufklärung geht.
00:21:07: Das ist richtig mein Thema Zeit aber... Genau zurück zu unserem
00:21:13: Thema.
00:21:14: Aber ich muss sogar noch hinterher sagen manchmal is man das ja auch!
00:21:16: Es kann ja auch sein dass die Leute irgendwie so geil sind dass sie dann in dem Moment direkt angefasst werden wollen.
00:21:19: will ich auch gar nicht judging oder sowas.
00:21:21: Ich wüsste nicht gut wenn das zur Norm gemacht wird.
00:21:23: Ich stimme dir zu.
00:21:24: Okay
00:21:24: gut ich reg mich wieder ab.
00:21:26: Kontinuos Wo waren wir?
00:21:30: Wolltest du noch was sagen zur Elterngeneration?
00:21:32: Ich hab das Gefühl, das reicht erst mal.
00:21:34: Dann gehen wir weiter zu unserer Generation, wo wir gerade stehen und was ... Was wir dazu beitragen können für eine gesunde weibliche Sexualität.
00:21:45: Ja!
00:21:45: Und auch als natürliche Schlussfolgerung der Generation vor uns dabei sind, beizutragen.
00:21:51: Magst du da noch nicht?
00:21:53: Ich kann anfangen... Also, da wo wir jetzt gerade aufgehört haben, das find ich so spannend.
00:22:01: Den Blickwinkel ... Was unsere Eltern, also ganz konkret was hat meine Mutter mir mitgegeben oder auch nicht mit gegeben und wo darf ich ansetzen?
00:22:10: Und wo sind andere wie meine Freundin vielleicht schon viel weiter weil sie eine aufgeklärtere Mutter hat?
00:22:17: Das finde ich total motivierend zu sagen okay ja ich geh da jetzt rein und habe total Lust darauf mich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
00:22:26: Und ich würde sagen, gerade diese Auseinandersetzung, dass wir den Raum jetzt dafür haben in all den schlimmen Zeiten und so weiter, in denen wir leben und was grade alles Furchtbares in der Welt passiert aber nichtsdestotrotz sind wir hier in Deutschland relativ behütet und haben jetzt einfach diesen Raum für uns damit auseinandern zu setzen mit solchen Themen, mit unserer eigenen Sexualität.
00:22:51: Ich glaube das das ... Ich weiß nicht, ob vielleicht sogar der größte Schatz ist, Raum und Zeit geschenkt zu nehmen.
00:23:02: Und in die Auseinandersetzung reinzugehen?
00:23:05: Ja, absolut.
00:23:07: Das ist auch das, was sich als sehr klares Bild abzeichnet.
00:23:11: in den Workshops ist eben so dieses ... Ein Großteil von uns bildet sich immer wieder ab, ist nicht mit guten Sexualaufklärungen aufgewachsen.
00:23:21: Ist ja auch genau Thema hier bei uns.
00:23:24: Und jetzt als erwachsene Frau leben wir schon in einer Zeit und einem Umfeld, wo in einen eigenen befreiten sexuellen Ausdruck zu gehen, nicht mehr absolut ... dass man absolut geächtet wird.
00:23:36: Es stößt schon auf Irritationen und teilweise auch mal negatives Feedback bis hin zu in digitalen Zeiten irgendwie Shitstorms oder so was, aber es ist nicht mehr so, das es tatsächlich zu einem gesellschaftlichen Ausschluss in aller Regel führt ... Oder zu einer tatsächlichen physischen Gefahr.
00:23:56: Und leider muss ich immer noch sagen, in aller Regel.
00:23:58: Aber da sind wir einfach an einem ganz anderen Punkt eine Erlaubnis sich auszubreiten, auszuprobieren und wirklich ganz klar selbst zu identifizieren, zu positionieren.
00:24:11: Und was ich spannend finde ist wie unbeholfen wir als Generation in dieser Freiheit sind?
00:24:17: Was total Sinn macht weil wir einfach... Wir wurden in diese Freiheit nicht geklärt reinbegleitet, sondern wir wurden nicht gut aufgeklärt.
00:24:26: Haben jetzt all diese Freiheit und dann ist so ja hier du kannst doch sein was du willst oder du kannst auch machen was du willst?
00:24:30: Und jetzt sei mal kompetent und orientiert darin!
00:24:36: Da merke ich immer wieder genau.
00:24:37: also theoretisch dürfen wir heutzutage alles unter Anführungsstrichen immer noch mit Einschränkungen aber eigentlich schon Und ganz viele Frauen erlebe ich so, dass sie ratlos vor diesem Möglichkeit bergstehen und sagen oh mein Gott wo soll ich denn da anfangen.
00:24:53: Und eben auch tatsächlich auf so einer relativ grundlegenden Ebene häufig gar nicht genug Selbstkontakt- und Selbstverständnis und Bewusstsein dafür da ist um überhaupt zu sagen... Das will ich, das brauche ich.
00:25:08: Da zieht es mich hin!
00:25:08: Das ist meine Identität, meine sexuelle Identität.
00:25:11: Sondern dass eine ganz große Suchtbewegung in diesem großen Freiheitsraum ist... eine eigene Orientierung zu finden.
00:25:18: Und das finde ich sehr maßgeblich in unserer Generation so, dass Ding ist dieses überhaupt erst mal ne Sprache erarbeiten über Sexualität was wir auch hier viel machen, überhaupt erstmal ein Bewusstwertungsprozess möglich zu machen über Was ist denn hier eigentlich passiert die letzten Jahre?
00:25:31: und warum habe ich diese Hemmungen und diese Scham?
00:25:34: Warum hab' ich die internalisierten Patriarchalen Glaubenssätze und so?
00:25:38: Und wo liegt unter all dem eigentlich mein authentischer tatsächlicher Ausdruck?
00:25:42: Wo habe ich Vorbilder im Außen, nach denen ich mich irgendwie richten kann um mich in Alldem zu finden.
00:25:51: Das hab' ich.
00:25:51: das Gefühl ist unsere Generation riesige Freiheit große Orientierungslosigkeit und Suchbewegung.
00:26:03: Seit den neunzehntzigern Jahren hat sich der gesellschaftliche Rahmen für weibliche Sexualität in Deutschland grundlegend verändert.
00:26:11: Die Pille kamen nineteenhundertsechzig, die Vergewaltigung in der Ehe wurde erst nineteenhundneinzig unter Strafe gestellt.
00:26:18: Rechtlich und kulturell haben Frauen heute so viele Freiheiten wie nie zuvor.
00:26:23: Aber Freiheit, Alleinschaft keine Orientierung.
00:26:26: Studien zur sexuellen Zufriedenheit zeigen – viele Frauen wissen nicht genau was sie wollen!
00:26:31: Nicht weil Sie es nicht dürfen, sondern weil sie nie gelernt haben zu erkunden.
00:26:36: Die Sexualaufklärung in Schulen fokussiert sich bis heute vor allem auf Verhütung und Risiken, nicht auf Lust, Identität oder Selbstwahrnehmung.
00:26:44: Das Ergebnis ist eine Generation mit maximaler Freiheit und minimalem inneren
00:26:48: Kompass.".
00:26:50: Wir entvogeln, dem man nach langer Gefangenschaft den Käfig öffnet und der erst mal auf der Stange sitzen bleibt.
00:26:56: Die Arbeit unserer Generation ist deshalb nicht nur Freiheit zu verteidigen sondern die innere Landkarte dafür erst zu zeichnen.
00:27:05: Darin aber ein bewusst Werdungsprozess, der in ganz feine Bereiche führt wo ich immer wieder merke die Generation über uns beobachtet das so und kann das an Stellen nicht richtig gut nachvollziehen gibt es auch teilweise Reibung und Generationenkonflikte In dieser Feinheit und auch teilweise einen, was ich bei uns erlebe.
00:27:24: Und noch mehr in der Generation, die nach uns kommt.
00:27:26: Auch so ein Bahren auf Feinheiten und ein Bahrain auf irgendwie sowas wie eben nicht ... Binaritäten oder so was.
00:27:35: Und eine feine Sprache unter auch so eine richtige, so eine ganz große Wut, die auch eine absolute Berechtigung hört um eben, um diese Räume und diese Bewusstwertungsprozesse zu schützen.
00:27:45: Und das habe ich das Gefühl ist ein ganz großer Beitrag unserer Generation jetzt wo wir echt was freiräumen für nächste Generationen.
00:27:55: Und da drin, jetzt rede ich gerade viel aber irgendwie red ich mich grad auch rein.
00:27:57: also ein gutes Beispiel dafür weil ich glaube es ist grade noch ein bisschen abstrakt geblieben ist zum Beispiel dass Thema Grenzen wieder ja also so dieses okay unsere Generation erlaubt sich Als Frauen, uns selbst mit unseren Grenzen ganz fein spüren zu lernen und auch das Recht zu erkämpfen.
00:28:13: Zu diesen Grenzen stehen zu dürfen und nicht mehr den Erwartungshaltung entsprechend zu müssen.
00:28:17: Diesen Generationen unserer Eltern und Großeltern noch entsprechend mussten teilweise.
00:28:23: Und in diesen feinen Grenzen wirklich zu sagen nein stopp!
00:28:27: Es ist jetzt erst reich und es ist indiskutabel.
00:28:30: und hier habe ich meine Grenze.
00:28:31: Auch wenn's eine ganz Feine ist... Da braucht's ein Feines hinschauen und einen Bewusstwerden.
00:28:39: Und da braucht es dieses ganz starke Grenzen setzen, so von daraus kann ich dann wieder mit einem sicheren Boden in mehr Spiel gehen und auch nicht immer alles abfragen.
00:28:50: Immer wieder darf ich hier, darf ich da oder sowas.
00:28:52: aber das braucht wie einmal so'n Dahingehen an dieses Stopp!
00:28:55: Ich entscheide, um eine neue Spielfläche zu eröffnen.
00:28:59: Das wünsche ich sehr der Generation nach uns Der Bewusstwertungsprozess, der gerade durch unsere Generation geprägt wird und auch das Sprache finden und beschreiben.
00:29:10: Und einen eigenen Weg, eine eigene Identität in all dem Finden und Orientierung dass das übernommen werden kann und da drin dann aber in der Generation nach uns wieder mehr Leichtigkeit um mehr Spielfläche entsteht.
00:29:22: Und das ist ganz kurz angeschnitten, aber ich find Scham.
00:29:26: Vor allem Charme abbauen.
00:29:28: Dass das auch eine große Aufgabe ist unserer Generation, dass mit den Grenzen setzen und der Sprache finden, auch ganz viel Charmeabbau mit einher geht.
00:29:38: Dass ich mir überhaupt erst mal erlauben darf, eine Sprache dafür zu finden.
00:29:42: Dass sich mir erlaubend darf mich mit dem Thema auf diese Art und Weise auseinanderzusetzen.
00:29:48: Überhaupt eine eigene Sexualität zu haben Und diese Basic-Arbeit, zu dieser ganz grundlegende Arbeit.
00:29:57: Dass das jetzt viel getan wird in unserer Generation, um dann darauf aufbauen zu können und hoffentlich etwas Fruchtbareres weiterzugeben an die nächste Generation?
00:30:13: Ja, absolut!
00:30:15: Ja, und da hat einfach jede Generation genau das gemacht was im Rahmen der Möglichkeiten irgendwie etwas möglich war.
00:30:23: Und wir haben einfach wahnsinnig viele Möglichkeiten!
00:30:25: Das ist echt toll.
00:30:26: und auch zum Beispiel ja das ganze Thema eben auch Trauma aufarbeiten und integrieren.
00:30:33: Da haben wir mehr Möglichkeiten, mehr Tools und Unterstützung und Strukturen dafür Und da passiert ganz viel in unserer Generation, was auch teilweise harte Arbeit ist.
00:30:42: Aber wo ich euch sagen muss war.
00:30:45: wie integrierender war es, was unsere Eltern und unsere Großeltern-Generationen einfach mit sehr, sehr harte Arbeiten noch mitgetragen haben und dieser Form von Unterstützung und Struktur und auch Werkzeugen eben noch nicht hatten?
00:30:57: Da wird einfach ganz viel möglich und freigesetzt jetzt.
00:31:06: Trauma Integration als Generationsarbeit.
00:31:09: Manche Dinge vererben sich nicht in Gehen sondern in Gesten in der Art wie eine Mutter den Körper ihrer Tochter kommentiert, indem worüber nie gesprochen wird.
00:31:18: Indem was im Schweigen
00:31:20: hängt.".
00:31:21: Die Traumaforscherin Rachel Yehuda hat in einer bahnbrechenden Studie gezeigt dass Kinder von Holocaust überlebenden messbar veränderte Stresshormonspiegel haben ohne selbst das Trauma durchlebt zu haben.
00:31:33: Traumata hinterlassen biologische Spuren die weitergegeben werden.
00:31:37: Epigenetik nennt sich dieses Forschungsfeld.
00:31:40: Für weibliche Sexualität bedeutet das konkret, Generationen von Frauen die ihre Lust verleugnen mussten.
00:31:46: Die körperlichen Übergriffe und Schweigen ertragen haben – die gelernt haben dass ihr Körper nicht ihnen gehört!
00:31:53: Diese Erfahrungen sind nicht einfach vorbei sie leben in uns weiter.
00:31:57: Was sich gerade verändert ist?
00:31:59: Unsere Generation hat erstmals flächendeckenden Zugang zu Therapie-, Körperarbeit- und Dramaforschung.
00:32:07: sich heute mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, ist Arbeit mit echten Konsequenzen für die eigene Gesundheit und das, was man weitergibt.
00:32:18: Und wenn wir jetzt an die nachfolgende Generation denken ... Was möchtest du den nachfolgenden Generationen mitgeben?
00:32:27: Und was hoffst du, wie wir den Weg und Boden für die nachfolgende Generation begleiten können?
00:32:34: Bereiten können so unbegleiten!
00:32:37: Ja.
00:32:38: Im Prinzip hab ich's ja gerade schon gesagt, ich wünsche der Generation nach uns so sehr, dass die alle mit der Selbstverständlichkeit und Festigkeit aufwachsen dürfen.
00:32:47: Die ich schon vereinzelt bei Freundinnen im Ansatz erlebe, wo er ausbußaufgeklärte Eltern gab.
00:32:52: Dass sie sich selbst verständlich als sexuelle Wesen erleben ... Ähm... Und in ihrer Sexualität eine Kraft oder Freude wahrnehmen können.
00:33:02: Sich da nicht schämen und verstecken brauchen.
00:33:04: Und dass sie von vornherein die Sprache haben, um sich in ihrer eigenen Sexualität zu orientieren.
00:33:11: Ein Bewusstsein dafür was in den Generationen vor uns da jetzt alles passiert ist und was da vielleicht natürlich wird ... Da wird es weiterhin auseinandersetzungen bleiben.
00:33:20: Das ist ja nicht einfach auf gleich weggewischt das Thema Trauma oder das Thema Patriarchat
00:33:26: usw.,
00:33:26: aber dass eben dieser Ja des Bewusstseins von vorn rein mitgegeben wird und dann von der vornherein eine ganz andere Ermächtigung bei diesem Thema ist.
00:33:38: Sodass sie hoffentlich in der Kraft stehen können, die Sexualität zu bieten hat für uns.
00:33:44: Wo ich immer wieder merke, wenn Frauen diese Kraft in sich fließen lassen mit ihrem eigenen Körper an den Stellen ... Mit einem vollen Ja zu ihrer eigenen Sexualität verbunden sind.
00:33:57: Dass es wie in Büchern wie Regina usw.
00:34:01: aufgegriffen ist einfach mit nem ... mit einem Kraftvollen im Leben stehen verbunden ist.
00:34:06: Mit einer Kreativität und Schöpferkraft, ich wünschte der Generation nach uns so sehr von Frauen, dass die in dieser Kraft groß werden dürfen ... Dass das ihre Kraft ist, die ihnen zur Verfügung stellt und sich jederzeit reinstellen dürfen ohne Charme?
00:34:21: Ja!
00:34:23: Und du so?
00:34:23: Ähm...
00:34:25: Auch vor allem diese Selbstverständlichkeit wünsche ich der nachfolgenden Generation Wir den Grundstein legen dürfen und sie damit fest oder fest her verankert sind, mit ihrer Sexualität in der Vielfalt auch der Sexualität.
00:34:49: In der Offenheit... ...der Vielfald auch gegenüber.
00:34:55: Das wünsche ich der Welt.
00:34:56: das Themen die jetzt leider gerade noch Thema sind Wie viele Geschlechter gibt es?
00:35:06: Wie und wen darf man lieben, Beziehungsformen sonst irgendwas.
00:35:10: Und dass das einfach jeder Mensch so sein darf wie er oder sie ist, sexuell betrachtet
00:35:20: ...
00:35:22: Das ... anerkannt ist gesellschaftlich.
00:35:26: Und ich wünsche mir, was wahrscheinlich nicht passieren wird, aber ich wünschte mir so sehr, dass das die nächste Generation ... Die Generationen nicht nur Einzelne, sondern die nächste generation wird, die jetzt aufwächst, ähm... die sich Fragen gar nicht stellen, die Probleme gar nicht haben, die wir jetzt haben, sondern dass sie einfach mit einer, äh, Sorglosigkeit und mit einem Selbstverständnis in diesem Bereich und dieser Beziehung durchs Leben gehen können.
00:35:59: Und dass wir überflüssig sind, das wünsche ich mir.
00:36:02: Ja!
00:36:04: Oh ja!
00:36:06: Ja, das war schön.
00:36:08: Wir haben sogar noch was eingefallen auch.
00:36:10: Das große Thema quasi Friede zwischen den Geschlechtern, auch wenn es jetzt eine sehr binäre Aussage ist ... Aber die Vision, wo jetzt gerade noch echt ... Ja, teilweise verhärtete Fronten sind rund um das Thema ... Gleichberechtigung.
00:36:28: Ähm ... Feminismus und so weiter und sofort.
00:36:31: Und es immer wieder erlerbe ich, erlebe ich Momente wo da eine Verletztheit und nur Wut und Fragilität im Raum ist wie ein Gegeneinander ist.
00:36:46: Ich tapp mich auch selber dabei, wenn ich mit dem Schmerz in Kontakt komme der da einfach entstanden ist über die letzten Jahrhunderte und den Abdruck, den ich davon in mir wiederfinde.
00:37:00: Dass ich dann wütend werde ja und teilweise eben auch nicht auf eine konstruktive Art und Weise.
00:37:05: Es wird schon sanft an mich und ich werd das schon sozusagen irgendwie ... je mehr ich da irgendwie anschmerz, in mir integriere, desto besser kann ich da ... Multi-Perspektivität auch
00:37:17: halten.".
00:37:23: Frieden zwischen den Geschlechtern.
00:37:25: Wut ist ein Signal, sie zeigt hier wurde eine Grenze verletzt.
00:37:30: Hier muss sich etwas ändern und die Wut vieler Frauen heute ist historisch mehr als berechtigt.
00:37:36: Über Jahrhunderte haben gesellschaftliche Strukturen das Recht, die Kirche oder Medizin definiert wie Frauen ihren Körper erleben dürfen – und das hinterlässt kollektive Wunden.
00:37:47: Und Wunden, die nicht gehört werden, werden lauter.
00:37:50: Gleichzeitig zeigt die Konfliktforschung etwas Ernüchterndes.
00:37:54: Wut alleine verändert keine Systeme, was echte Transformationen braucht ist Multi-Perspektivität – also die Fähigkeit den eigenen Schmerz anzuerkennen und gleichzeitig denen es gegenüber zu sehen.
00:38:06: Eine Studie der Harvard Business Review zeigt im polarisierten Debatten Schrumpf des Spielraums für Verständigung nicht weil Menschen unterschiedliche Werte haben sondern weil sie das Gefühl verlieren gehört zu werden.
00:38:19: Wut als Signal ist wichtig, wut als Dauerzustand macht Taub und das auf beiden Seiten.
00:38:25: Der Friede zwischen den Geschlechtern wird nicht durch Schweigen entstehen sondern durch das gemeinsame Aushalten von Unbehagen – und den Mut trotzdem im Gespräch zu bleiben!
00:38:36: Und da wünsche ich der Generation nach und so sehr, dass dieses Gegenteinander aufhört.
00:38:41: Es ist ein Miteinanderwirt, ein Mitteinander für Liebe, eine Mitte an dafür Gleichberechtigung, einen Mite an dafür Freude und Extase und Spiel in der Sexualität ... ähm ... mitteinander-und füreinander.
00:38:54: Was irgendwie wenn man das so sagt eigentlich so naheliegend oder überhaupt schwer zu sein scheint und es aktuell doch noch ist?
00:39:01: Leider ja!
00:39:04: Okay.
00:39:04: Ich
00:39:06: hab das Gefühl, wir haben jetzt richtig viele Reden geschwungen.
00:39:09: Wir
00:39:09: sind auch ein bisschen unangenehm.
00:39:12: Möchtest du noch irgendwas finales zum Abschluss sagen?
00:39:15: Nein.
00:39:16: Eigentlich nicht!
00:39:17: Du
00:39:18: musst damit leben.
00:39:20: Alles klar.
00:39:21: Gut.
00:39:21: Vielleicht magst du hier mal schauen was du so in den Generationen vor dir wahrnimmst in deiner eigenen.
00:39:26: Was du der Generation nach uns wünschst wo du dich in all dem wiederfindest
00:39:31: und wo du gerade stehst mit deiner Auseinandersetzung.
00:39:34: Ja,
00:39:35: genau.
00:39:35: Wenn du magst, teil das gerne mit uns!
00:39:38: Wir freuen uns immer sehr, wenn wir Nachrichten von euch bekommen.
00:39:41: Scheiße und wir antworten nicht immer mehr.
00:39:42: Aber wir freuen uns jedes Mal.
00:39:45: Also schreibt uns bitte fleißig weiter.
00:39:48: Es ist total schön, eure Nachrichten zu lesen.
00:39:50: Und ich nehme fest vorab jetzt immer zu Antworten.
00:39:52: Das Wort von Maren?
00:39:55: Genau dann bis zur nächsten Folge.
00:39:58: Ciao!
00:40:04: Unter lustwandel.eu Bis bald!
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