38. „Nimm mich!“ – Über Lust, Aggression und Feminismus
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über
• Nehmen und Genommenwerden in der Sexualität
• Konstruktive und destruktive Aggression
• Sexuelle Selbstbehauptung und eigene Wünsche ausdrücken
• Dominanz, Submission und lustvollen Kontrollverlust
• Feminismus, Patriarchat und sexuelle Rollenbilder
• Transgenerationale Prägungen weiblichen Begehrens
• Konsens, Grenzen und Sicherheit bei sexuellen Machtspielen
• Vergewaltigungsfantasien und ihre wissenschaftliche Einordnung
• Sexuelle Fantasien im Unterschied zu tatsächlichen Wünschen
• Erniedrigung, Degradierung und die Bedeutung des erotischen Kontextes
• BDSM, Kink und die Bedeutung von Nachsorge
• Innere Anteile und unterschiedliche Seiten unserer Sexualität
• Die Veränderbarkeit sexueller Vorlieben und Interessen
• Sexuelle Selbstbestimmung und die Freiheit, sich auszuprobieren
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, wir sind Pia und Maren, Sexualberaterin um Psychologin.
00:00:03: Und du hörst Lustwandel!
00:00:05: Ein Podcast über weibliche Sexualität jenseits von Scham, Schmerz und Schweigen.
00:00:09: Mit einer Einladung transgenerationalen Prägungen auf die Schleche zu kommen für mehr Selbsterbindung, Körperliebe und Sinnlichkeit.
00:00:15: Viel Spaß!
00:00:18: Hallo!
00:00:19: Heute wieder wir zwei
00:00:21: Ja – Auf unterschiedlichen Kontinenten in unterschiedlichen Ländern
00:00:26: Genau und wir möchten mit euch über Nehmen und Genommen werden sprechen, und Aggression in der Sexualität.
00:00:33: Ja!
00:00:34: Bevor wir das tun...
00:00:37: What's new?
00:00:40: Also ich sitze hier im Thailand, Gopanggane Und meine aktuelle Aufnahmesituation für diesen Podcast ist der absolute Knaller.
00:00:49: Ich sitze unter zwei riesigen Decken In unserer Bleibe hier in Kupferngarn, wie ihr macht sich schon die ganze Zeit über mich lustig liebevollst.
00:00:58: Weil ich wirklich kaum atmen kann damit man nicht zu viel Halle hört hier im Podcast.
00:01:03: Also Maden legt sich richtig ins Zeug für den Podcast.
00:01:06: Hört ihr?
00:01:07: Richtig!
00:01:07: Ja allerdings und ja bin hier einfach mal als digitale Nomaden sozusagen.
00:01:14: mein Partner und ich haben gesagt wir probieren das Mal Es ist sehr schön und es ist sehr abenteuerlich.
00:01:18: Und es ist irgendwie alles, gar nicht so auf die Kurze sagen.
00:01:23: Und das ist gerade aber aufregend.
00:01:24: Allein schon ... Sagen wir mal jetzt in was Lustwandel angeht?
00:01:28: Bei mir ist dieser Moment passiert, auf den ich lange gewartet hab, wo sich die Lustwandelwelt und meine psychologische Sitzungen geben weltendlich richtig mischt.
00:01:37: Ich habe die erste Klientin, die so richtig ganz gerade heraus sich sexual-therapeutische Begleitung von mir gewünscht hat Riesig gefreut und habe gemerkt, jetzt ist die Zeit das wirklich zu tun.
00:01:48: Und bilden mich was das angeht auch noch mal ein bisschen weiter um nochmal so richtig mein Repertoire zur Vervollständigen... Ja und es fühlt sich irgendwie total gut an.
00:01:55: also es fühlte ich einfach richtig schön an dass diese Welten jetzt zusammen fließen können.
00:01:59: Ähm..und ansonsten ist es spannend weil wir haben jetzt noch zwei Wochen lang das Visum hier in Thailand dann geht's irgendwann im Laufe der nächsten Wochen wieder nach Deutschland zurück.
00:02:06: Ich schätze mal in den nächsten drei bis sechs Wochen und wo weiß ich nicht?
00:02:08: Weil ich hab keine Wohnung Keine Ahnung!
00:02:12: Das ist nie bei mir.
00:02:12: Was ist neu bei dir Pia?
00:02:15: Bei mir ist neu oder halb-neu, hatte ich ja schon erzählt.
00:02:19: Dass sich die sexualpädagogische Ausbildung noch vertiefe und da auch unter anderem das Thema für die heutige Folge herkommt.
00:02:28: Also dass mir das ganz viel neues Wissen gibt und neue Inspirationen und neue Themenimpulse zu bekommen.
00:02:36: Und ... Ich würde sagen, dass ich die Themenimpulse dann ... auch auf mein Privatleben übertrage.
00:02:46: Und das mitnehme und gucke, wie ist es bei mir?
00:02:49: Was macht das mit mir zum Beispiel jetzt unser heutiges Thema Aggression und Sexualität?
00:02:55: Ansonsten sitze ich hier nach wie vor in Bad Belzig ... Da gibt's nicht so wahnsinnig viel Neues!
00:03:03: Ich bin gerade oder wir sind grade dabei... Auf Beziehungsebene, meinen Partner und ich auch ganz viel zu arbeiten und zu gucken, was ist gut?
00:03:13: Und dass gerade das so sehr, sehr viel Thema ist Beziehungsarbeit.
00:03:19: Die Toh!
00:03:21: Seinen Reisen aufeinander hocken.
00:03:25: Du bringst die Themen hoch.
00:03:27: Ja.
00:03:28: Schön.
00:03:29: Sitzt du im gleichen Boot.
00:03:33: Ich fand es schön, dass du grad schon direkt gesagt hast, dass in dieser Sexualpädagogik-Ausbildung schaust ... Wie sieht das eigentlich bei dir aus?
00:03:40: Und nicht inspirieren das zur Reflektion.
00:03:43: Ja,
00:03:43: und wir wollten sowieso diese Folge mal ein bisschen mit persönlichen Anekdoten starten zu dem Thema nehmen genommen werden was da vielleicht eigene Auseinandersetzungen sind oder auch irgendwie Geschichten von Freunden dann natürlich anonymisiert und dann so ein bisschen tiefer in das Thema einsteigen auch aus psychologischer Perspektive usw.
00:04:01: Das Thema nehmen und genommen werden.
00:04:02: ja wie ist es denn da gerade bei dir?
00:04:04: Was für Reflexion stößt das an
00:04:08: Wenn du noch mehr von Lustwandel wissen möchtest, Einblick hinter die Kulissen bekommen willst, lesen willst was uns beschäftigt.
00:04:15: Dafür gibt's unsere Newsletter!
00:04:17: Abonnier in total gerne auf unserer Website.
00:04:20: den Link dazu findest du in den Show Notes.
00:04:24: Bevor wir in Nehmen und Genommen werden reingehen würde ich gerne einmal noch kurz zu Aggression kommen weil ich es nämlich ganz spannend fand dass Aggression zwei Gesichter hat, quasi.
00:04:41: Dass es einmal heißt auf etwas zugehen sich annähern oder etwas angreifen und das ist ja einmal eine konstruktive Komponente hat und einmal was Destruktives im Sinne von überwältigen und zerstören dass das dieser destruktive Anteil von Aggressionen ist und es konstruktiv eher ist, ich ergreife die Initiative.
00:05:07: Ich packe zu wie auch immer und dass da ja dann auch das genommen werden drin ist.
00:05:13: Und ... Das fand ich ein sehr schönes Bild.
00:05:16: Es ist mir noch mal vor Augen zu führen, Aggression hat zwei Gesichter und auch Aggression in der Sexualität hat zwei Gesichter.
00:05:24: Ich finde, als Aggression nämlich häufig eher negativ konnotiert ist.
00:05:31: Genau.
00:05:31: Möchtest du dazu noch was sagen, bevor wir mit Beispielen starten?
00:05:36: Ich find das super, dass du es direkt zu Beginn sagst.
00:05:38: Ansonsten hat es vielleicht die ganze Zeit für die meisten Menschen, die zuhören so negativen Bike-Langen, weil wir einfach so wie wir eben häufig geprägt sind, dass es eher negativ gewertet wird.
00:05:48: und ich bin absolut deiner Meinung auch psychologisch betrachtet, da spricht man öfter mal von so etwas wie Aggressionshemmungen Aggressare, wenn wir nicht dieses Ausgreifen nehmen wirklich für was gehen und sagen ich will das.
00:06:03: Wenn das in uns stark unterdrückt ist dann hat das psychologische Auswirkungen die herausfordernd sein können Und meiner persönlichen Erfahrung nach kann sich das dann auch wirklich in physischen Symptomen zeigen.
00:06:14: Das wäre jetzt zu weit da genau hinzugehen, aber eben Aggressionshämmung ist eine ganz schöne Herausforderung und wenn das wirklich frei passieren kann, dann ist es in ganz vielen Bereichen im Leben sehr gut.
00:06:28: Einer davon ist die Sexualität so lange es eben im Konsens oder auf eine sicherer Art und Weise passiert.
00:06:33: Und das werden wir jetzt erforschen!
00:06:37: Ja...
00:06:40: Zu der Frage eine Erkenntnis, auch eher auf einer Meta-Ebene ist ... wie lange fühlt sich Aggression in der Sexualität für mich gut an und ab wann nicht mehr?
00:06:59: Und dass ich da zu dem Schluss gekommen bin, solange der Konsens da ist.
00:07:06: und ich mich sicher fühle, führt es sich gut an.
00:07:09: Und ab dem Punkt, ab dem der Konsens nicht mehr da ist hat es was Destruktives.
00:07:15: Ist jetzt dann natürlich auch wieder die Frage Konsensaushandlung
00:07:19: usw.,
00:07:19: ist ja auch nicht so einfach.
00:07:21: Aber dass das auf jeden Fall erst mal so im Kopf von der Definition her so ein Rahmen ist bei dem ich mir denke, da kann ich gut mitgehen, das fühlt sich gut on Bei mir, wir haben nämlich vor der Aufnahme schon ein bisschen darüber geredet und ein bisschen strukturiert.
00:07:43: Und dann ist mir da auch das Workshop-Beispiel gekommen was ich auch schon einmal genannt hatte und auch in der Tempelfolge mit Jala darüber gesprochen habe.
00:07:54: Bei dem Tantrik BDSM-Tempel waren auf Da würde ich sagen, war beides.
00:08:04: Es war einmal so eine ganz große Sanftheit und Sinnlichkeit und andererseits aber auch schon die Aggressionen und in einem sehr sicheren Rahmen, weil es sehr viel um Konsens ging.
00:08:15: Und da hatte ich das Gefühl, dass ich mich gut darauf einlassen kann auf den aggressiven Anteil und der nichts Unsicheres für mich
00:08:25: hatte.".
00:08:26: Ich glaub, bei mir ist ganz oft das Aggression mit so einer unsicheren Komponente auch einhergeht.
00:08:32: Dass ich die nicht kontrollieren kann und mir denke ... Was ist wenn ich jetzt überwältigt werde negativ?
00:08:40: Und dass sich dann eine Vorsicht habe.
00:08:44: Ja erst mal... Ich hab noch mehr aber mach du erstmal!
00:08:47: Wie ist's bei
00:08:48: dir?!
00:08:49: Also für mich kann ich sagen meine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Mir ist aufgefallen Frauen da sehr wenig drüber sprechen.
00:08:59: Dass das schon das Tabu, was auf diesem genommen werden liegt aus meiner Perspektive ziemlich groß ist.
00:09:05: Weil über Sexualität sprechen ja gut und schön in bestimmten Momenten aber dass eine Frau wirklich sagt ich werde manchmal so gerne einfach richtig genommen.
00:09:15: Das höre ich jetzt nicht so oft.
00:09:17: also ich habe tatsächlich eine Freundin die sagt das öfter mal ganz ungeniert und gerade raus und ich finde es dann jedes Mal cool.
00:09:23: Aber es bildet halt auch direkten Kontrast zu, wie verhuscht und stumm die anderen Frauen eben zu dem Thema sind.
00:09:29: Und das ist auch nichts was ich einfach so rausknallen würde einfach weil ... Ich glaub schon mit diesem Thema in bestimmten Kreisen auch ein gewisses Stück mal einher geht.
00:09:39: Mhm.
00:09:39: Und ich selber hab mich diesen Thema angenährt als ich immer einen Workshop gemacht hatte da habe ich schon, da hatt' ich schon nicht sag mal so drei vier Workshops zum Thema Bewusstessexualität durch Und war, was irgendwie mein Körper und Sinnlichkeit und Sexualität angeht.
00:09:56: Schon in einem ganz anderen Punkt als zu Beginn der Auseinandersetzung ist es wichtig hier zu erwähnen weil ich glaube solche Räume zu betreten.
00:10:02: da ist es schon gut wenn man seine eigenen Grenzen gut kennt um sich mit dem Thema einigermaßen wohlfühlt.
00:10:06: Wenn's wirklich um dieses Aggressionsthema irgendwie geht.
00:10:10: Da darf man glaub ich schon bisschen gelernt haben zu navigieren und nicht kompletter Anfänger sein.
00:10:15: Da bin ich zu einem Workshop gegangen, da ging es genau um dieses nehmen und genommen werden.
00:10:18: Und das eben auch diese ... die Sehnsucht danach ganz zu befreien und sich das ganz zu erlauben.
00:10:26: Darum ging's in dem Workshop.
00:10:28: Ich weiß noch, ich hatte auf jeden Fall vorher Beklemmungen?
00:10:32: Und war so Gott!
00:10:33: Irgendwie hatte ich ein bisschen Angst.
00:10:35: Und als ich dann in dem Workshop drin war, was gut gemacht und sehr sicher.
00:10:38: Wenn man seine Grenzen gut halten konnte... Also es hat wirklich darauf aufgebaut dass man das selber navigieren kann.
00:10:42: Es gab nicht nochmal großartige Übungen dazu oder sowas.
00:10:46: Das heißt ich würde echt sagen also hätte mich jetzt auch nicht gewundert eine Person eben die Anfänger oder Anfängerin ist Hält ja auch überfordert sein können.
00:10:52: Also ganz klar Und für mich war es aber wirklich genau die reife Auseinandersetzung.
00:10:58: Ich war so, oh mein Gott!
00:10:58: Wow, krass man kann da einfach rein gehen.
00:11:00: und haben wir so richtig Übungen gemacht.
00:11:02: wie zum Beispiel ich erinnere mich an eine Übung Bienchen und Blümchen hieß sie.
00:11:05: Da gab's einmal... Die Gruppe hat sich in zwei Hälften aufgeteilt und die eine Hälfte hat sich einfach auf den Boden gelegt mit verbundenen Augen.
00:11:13: also es gab ein paar Übung, die dahingehend aufgebaut haben Und dann gab's die andere Hälfte der Menschen, die da waren.
00:11:20: Ist dann eben quasi einfach so von Mensch zu Mensch gegangen und hat angefangen natürlich bewusst und bedächtig sozusagen mit dieser Person zum Machen was sie wollten.
00:11:30: Ah ja!
00:11:32: Aber in einer Langsamkeit, sodass die Person also z.B.
00:11:35: fängt es an mit einer sanften Berührung und die Person durfte sagen mehr, mehr, Oder weniger, weniger oder gleich.
00:11:44: Da gab's dann aber so Code-Wörter für die.
00:11:46: Ich möchte das nicht zu sehr ins Detail gehen weil es war auch ein geschützter Rahmen und alles was da drin passiert ist auf einer persönlichen Ebene bleibt selbstverständlich anonym.
00:11:52: Jedenfalls fand ich eine ganz simple gute Übung um quasi ... Und ja tatsächlich sogar noch unanonym.
00:11:58: Das heißt man hat sich noch nicht mal ausgesucht wer da kommt dieses Transpersonalen in solchen Kontexten fahren.
00:12:04: Ich find dich extrem herausfordernd.
00:12:05: Du brauchst bei mir richtig viel dass ich mich darauf einlasse.
00:12:10: Und dann kann man eben üben in so einem konsensuellen Rahmen, halt quasi das jemand mit einer anderen Person wirklich macht.
00:12:17: Was die Person gerade auf die Person grad Bock hat und die Person mit der Macht über diese Situation ist, aber die, die sagt mehr, weniger oder auch stopp.
00:12:27: Man hätte im Prinzip da liegen können, also wenn man musste gar nichts mit sich machen lassen.
00:12:33: Solche Sachen wurden da gemacht und es hatten natürlich wahnsinnige Prozesse ausgelöst In mir auch dieses gesamte Wochenende, also alle Übungen waren darauf ausgelegt.
00:12:43: Und was ich aber richtig schön finde ist in mir hat das wirklich etwas freigelegt.
00:12:47: Also es gab eine tiefe Auseinandersetzung damit dass dieser Grundimpuls, dieses Aggressare wenn er eben sicher passiert und abgesprochen im Konsens und so, dass der einfach so gut ist.
00:12:58: In mir hat sich das direkt in meinen Alltag übersetzt.
00:13:03: Das war der Moment, wo ich zu Lustwander gekommen bin.
00:13:05: Du hattest ja schon gestartet und hast damals für den Aufbau von Lustwandel-Jahr Teammitglieder gesucht.
00:13:10: Ich war so Feuer und Flamme und kannte dich noch aus dem Frauenkreis ... Und war dann so okay.
00:13:17: aber ich sagte jetzt was ich will!
00:13:20: Und abhängig von dem, was du mir gerade anbietest.
00:13:24: Ich sag dir jetzt, was ich will und dann hab' ich dir gesagt, nicht nur mitmachen!
00:13:28: Ich will Mitgründerin sein!
00:13:32: Das hätte ich ohne diesen Workshop nicht gemacht.
00:13:34: und das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass diese Auseinandersetzungen auf sexuell-körperlicher Ebene sich aus meiner Sicht wahnsinnig doll auf das ganze Leben auswirken können.
00:13:44: In dem Fall hat's das auf jeden Fall getan.
00:13:56: Begehrt werden kann unglaublich lustvoll sein, zu spüren wie sehr uns jemand will.
00:14:01: Uns durch die Augen eines anderen Menschen zu betrachten und dabei vielleicht sogar ganz neue Seiten an uns selbst zu entdecken.
00:14:07: Aber was passiert wenn wir die Perspektive wechseln?
00:14:09: Wenn wir nicht nur begehrt werde sondern selbst aktiv begehren!
00:14:13: In der Sexualpsychologie gibt es dafür einen interessanten Begriff.
00:14:17: Sexual Assertiveness, also sexuelle Selbstbehauptung.
00:14:20: Gemeint ist die Fähigkeit eigene sexuelle Wünsche auszudrücken, Initiative zu ergreifen und Grenzen zu kommunizieren.
00:14:27: Studien zeigen dass diese Fähigkeiten mit höherer sexueller Zufriedenheit zusammenhängt.
00:14:32: Und hier lohnt sich ein Blick auf unsere Familiengeschichte.
00:14:35: Welche Möglichkeiten hatten eigentlich unsere Mütter und Großmütter, ihre Lust selbstbewusst auszudrücken?
00:14:40: Welche Vorstellungen von weiblicher Initiative haben sie möglicherweise an uns weitergegeben?
00:14:48: Der Workshop den du gemacht hast war der gemischt geschlechtlich?
00:14:52: Gemisch geschlechlich.
00:14:54: Und was ist dir leichter gefallen?
00:14:58: in welche Rolle?
00:15:01: Also, ich würd mal sagen als weiblich sozialisierte Person ist man ja eher gewohnt in das Genommen werden zu gehen.
00:15:07: Insofern ist mir das leichter gefallen auch wenn und da kommen wir gleich noch ein bisschen hin... Ich am Anfang eine starke Blockade hatte weil sich das so unfeministisch erstmal angefühlt hat.
00:15:17: Das Nehmen ist mir deutlich schwerer gefallen einfach weil es ungewohnt war Und es hat glaube ich aber auch Persönlichkeitsbezogene.
00:15:28: Aber das war die größere Hemmschwelle.
00:15:31: Es ist nämlich bei mir auch so und ... Bei dem Tempel, da gab's eine Übung.
00:15:38: Also es war ne Partner-Innenübung, dass man immer zu zweit war.
00:15:42: Und sich dann auch abgewechselt hat.
00:15:46: Da ging's eher um Dominanz und Submissivität.
00:15:54: Das hat ja aber auch ... oder kann ja auch was mit Aggression zu tun haben.
00:15:59: Beide, beide Rollen nicht nur die dominante Rolle das kann ja noch die submissive Rolle etwas mit Aggression zu tun hat und da habe ich aber auch gemerkt dass es mir deutlich schwerer fällt in der dominanten Rolle zu sein Mit einem Partner also eine Mann keiner Frau Und mit einer Frau war's auch nochmal anders für mich Aber mit einem Mann, das es mir deutlich leichter gefallen ist in der submissiven Rolle zu sein.
00:16:33: Und da hatte ich auch schon meine Auseinandersetzung was feministische Sexualität nenne ich jetzt mal anbelangt und dass es nicht unfeministisch ist ... In dieser Rolle sich wohlzufühlen oder sein zu wollen oder was du ja gerade meintest genommen werden oder wie auch immer weil es ja einfach ein anderer Aspekt ist, der nicht im Alltag stattfindet.
00:17:03: Sondern in einem ganz anderen Raum.
00:17:04: Aber dass ich das da auch gemerkt habe ... Dass es sehr viel mehr Verunsicherung in mir auslöst und es mir auch in beiden Rollen sowohl dominant als auch submissiv, es mir schwer fällt, Aggression rauszulassen und auszuleben, dass ich da wirklich eine Hemmung habe was die Aggressionen anbelangt.
00:17:33: Also du meinst jetzt ist es lustig weil selbst ... Ich hab jetzt so dieses ... Du meinst die positive Aggression?
00:17:37: Ja ja genau!
00:17:38: Die positive Aggression, ja.
00:17:41: Es ist lustig wie selbst bei mir geschiebt sich da dieser alltagssprachliche Filter nochmal wieder drüber.
00:17:46: Kann dich total nachvollziehen.
00:17:48: Und das ich im Zuge meiner Auseinandersetzung von... oder Feminismus und Sexualität nennen wir es so, ist irgendwie ein bisschen passender.
00:18:00: Und dann auch dem Tempel und diesen ganzen Weg der Sexualität, dass ich mir da mittlerweile sehr viel mehr erlaube und das so sehr klar trennen kann meine Sexualität von meinem Alltags-Ich Und mir das super viel Freiheit gibt.
00:18:20: Als ich das dann irgendwann für mich verstanden habe, war so ... ah, okay!
00:18:26: Ich kann explorieren und neugierig sein, weil davor hatte ich sehr viele Grenzen im Kopf.
00:18:31: Seitdem ist es so, dass ich einfach schaue und gucke, was spricht mich an?
00:18:35: Was fühlt sich gut an?
00:18:39: Diese Grenzen sind alle weggefallen.
00:18:40: Das
00:18:41: ist interessant.
00:18:43: Wie ist es mit dir?
00:18:44: Ich find's total interessant zu hören, was dir geholfen hat, dir diese Erlaubnis zu geben.
00:18:49: Und ich hab jetzt verstanden es ist quasi die Trennung von deinem Alltags-Ich und deines Sexualitäts-Ich oder
00:18:54: so?
00:18:54: Ja.
00:18:55: Cool ja!
00:18:56: Bei mir ist das also... Ich habe auch den Sprung dahingeschafft, mir eigentlich ziemlich viel Explorationen und Spielfreude zu erlauben und wahrscheinlich ganz ähnlich bei mir ist es so dass ich mich selber einfach in Anteilen betrachte.
00:19:10: Und das ist ja auch wie ich viel psychologisch arbeite, so dieses.
00:19:13: okay es gibt jetzt einen Teil von mir der hat gerade vielleicht Lust genommen zu werden.
00:19:17: Es gibt ne anderen Teil der möchte grade die volle Kontrolle haben und es gibt nur einen anderen Teil eigentlich Gitarre spielen, keine Ahnung.
00:19:33: Und es gibt meinen, ich sag mal Wesenskern im Internal Family System.
00:19:37: sagen wir das selbst.
00:19:39: Es gibt wie so ein größeres allumfassendes Selbst von dem aus Ich mit liebevoller Präsenz mit allem einen Teilen sein kann.
00:19:47: also dass ist für mich mittlerweile Fleisch und Blut übergegangen auch in der Art und Weise wie ich auf mich selber schaue.
00:19:52: Das hat mir wahnsinnig geholfen einfach zu sagen es gibt jetzt gerade ein Teil der möchte eine bestimmte Erfahrung machen Aber ich brauche mich überhaupt nicht mit diesem Teil identifizieren.
00:20:00: Ich darf den Regen ist drehen, ich darf mich dem liebevoll zuwenden anstatt ihn zu verurteilen und von mehr abzukapseln Und ich darf schauen ob ich unter welchen Bedingungen ich diese Erfahrung nach der er sich dieser teil sehnt Er schaffen möchte.
00:20:14: und das sagt nichts über mich aus.
00:20:16: im Gegenteil dass ich mit diesen teilen in Kontakt bin Ist aus meiner Sicht sehr gesund weil ich glaube also aus meiner sicht Glaub ich geht es dann richtig schief wenn wir uns eigene Anteile derart nicht erlauben, gerade im Sexuellen.
00:20:31: Ich
00:20:31: würde nicht nur sagen im sexuellen sondern insgesamt wenn wir uns an Teile nicht erlaufen und die versuchen zu deckeln.
00:20:38: Definitiv genau!
00:20:39: Und im sexuelle ist es aber ja leider so dass das dann teilweise wirklich sehr sehr schlimme Auswirkungen hat weil da nämlich glaube ich aus der Ecke kommen unter anderem übergriffigkeit nicht mein.
00:20:49: Übergriffigkeiten haben jetzt sehr viele Ursprünge.
00:20:52: aber einer is eben so eine angestaute gedeckelte sexuelle Energiesache ich jetzt mal, die sich dann irgendwie so Bahn bricht und wo wir Menschen mit diesen Teilen in sich einfach nicht in Kontakt sind.
00:21:04: Und die dann einfach pfff sich durchbrechen.
00:21:07: Und genau deswegen bin ich riesiger Fan davon mit all diesem Teilen im Kontakt zu sein und daran zu schauen wie können sie auf eine gesunde schöne Freude voller Art und Weise und vor allem einvernehmen mit allen Beteiligten ausgeliebt werden?
00:21:20: Und im Zusammenhang mit den ganzen inneren Anteils.
00:21:23: Ich finde es eben auch so spannend zu schauen, da wo so viele Frauen ... Es gibt ja wirklich viele Frauen, die auch Vergewaltigungsfantasien haben.
00:21:30: Wie können sie da mit sich selbst im Reinen sein und sich die Art von Erfahrung erschaffen?
00:21:35: Die einen Integrations-Heilungsempuls an den Ort schickt in sich, der da was aufarbeiten will.
00:21:45: Weil das ist jetzt also ich meine gut würde mich total liebe Zuhörenden würden mich eure Perspektiven interessieren.
00:21:52: Aber die allermeisten Frauen wollen ja keinen echten Übergriff erleben.
00:21:59: Sondern wollen etwas, eine Erfahrung sozusagen machen, die etwas im eigenen Bewusstseinsraum, sag ich mal abholt was noch nicht abgeholt worden ist.
00:22:11: Das meine sich der Dinge.
00:22:20: Vergewaltigungsfantasien gehören zu den sexuellen Vorstellungen, über die vermutlich besonders selten offen gesprochen wird.
00:22:27: Dabei sind sie keineswegs ungewöhnlich.
00:22:29: Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem März of two thousand eight zeigt je nach Untersuchung berichten zwischen einund dreißig und fünfzig Prozent der befragten Frauen von Fantasien über erzwungenen Sex.
00:22:41: Eine weitere Studie mit dreihundertfünfzig Studentinnen kam sogar auf zweiundsechzig Prozent.
00:22:46: Besonders interessant ist, nicht alle erleben diese Fantasien als ausschließlich lustvoll.
00:22:52: Unter den Frauen mit entsprechenden Fantasinen beschreiben forty-fünf Prozent sie als vollständig erotisch und sechsundvierzig Prozent als Mischung aus erotischen und unangenehmen Gefühlen und neun Prozent als ausschlieslich
00:23:04: unangnehm.".
00:23:04: Warum solche Fantasien entstehen, ist nicht abschließend geklärt.
00:23:08: Diskutiert werden beispielsweise die Vorstellung unwiderstehlich begehrt zu werden – der Reiz des Tabubruchs oder das gedankliche Spiel mit Kontrollverlust.
00:23:18: Aber eine entscheidende Unterscheidung ist wichtig!
00:23:20: Eine Fantasie über sexuelle Gewalt bedeutet nicht dass jemand tatsächlich Gewalt erleben
00:23:24: möchte.".
00:23:27: Ich würde da glaube ich auch noch einmal differenzieren zwischen relativ sicheren Ort der Sexualität machen, abgesprochen und so weiter.
00:23:39: Und aber trotzdem diese Erfahrung zu machen und einfach nur in der Fantasie das Gut finden dieser Erfahrung?
00:23:47: Ja absolut danke für die Differenzierung!
00:23:51: Genau, und ich glaube, beides kann einen sehr positiven Impuls setzen.
00:23:54: Sowohl einfach nur die Imagination als auch dann eine sichere Situation schaffen, in der ich am Ende die Kontrolle habe – das haben wir jetzt auch in vielen Folgen gehabt, ne?
00:24:01: Das haben wir ja in der BDSM-Folge gehabt.
00:24:05: Ich glaube es ging auch in der Folge, wo es um Vergewaltigung ging einmal kurz da drum oder nie….
00:24:08: Wir haben irgendwann nochmal über Vergewaltungspantasien gesprochen.
00:24:12: Achja!
00:24:12: Und die Kinky hier, die Kinkklinik wie hieß sie noch mal?
00:24:16: Ah, Fetischkliniker
00:24:17: Wie weht ihr das Klinik?
00:24:19: Überall ist es ein wiederkehrendes Phänomen.
00:24:21: Ich hab eine bestimmte Vorliebe, die vielleicht in den Augen von manchen Menschen, weil ich nicht bis zu grotesk wirken mag ... Aber Menschen haben diese Vorlieben, weil sie Teile von sich im Prinzip einsammeln wollen.
00:24:34: Genau und das find ich auch beim Thema nehmen und genommen werden spannend.
00:24:37: Und was ich auch so spannend finde, ich muss jetzt nämlich gerade daran denken, ein Freund hat mir erzählt, dass er feiern war.
00:24:47: Das war so ein Kinky-Club auch.
00:24:49: Und auf der Toilette war jemand, der es ganz toll fand sehr stark degradiert zu werden und wollte das andere ihn anordinieren.
00:25:06: Mein Freund meinte dann, dass die Person, die anordiniert werden wollte am Ende ... wie ein Häufchen Elend.
00:25:14: So hat er erst jetzt wahrgenommen, vielleicht war es auch nicht der Fall aber wie ein häufchen elend in der Ecke lag voller Urin.
00:25:22: und da frage ich mich dann auch Inwiefern fühlt sich das als Gesamtserfahrung Dann noch gut an?
00:25:37: Und Wie kann man das gut für sich integrieren weil degradiert werden.
00:25:42: okay Aber... So wie das jetzt geschildert wurde, klingt es für mich.
00:25:46: Ich war nicht dabei, aber klingt ist für mich als wär die Person vielleicht auch nicht so gut aufgefangen worden.
00:25:52: und da muss ich wieder an den BDSM-Context denken, dass es ja dann auch diese Nachsorge gibt ... Die Person, der in der Sexualität passiert ist danach dann bekuschelt, geliebt also ganz viel von diesen Emotionen damit überhäuft wird.
00:26:09: Und wenn das dann nicht der Fall ist, sondern nur diese Diktation Radierung stattfindet.
00:26:14: Inwiefern das dann noch gesunde Aggression ist oder auch nicht?
00:26:20: Ja, finde ich eine sehr spannende Frage!
00:26:23: Also mein erster Take, dass du so auf Anhieb wäre, dass es jetzt ja auch nicht ausgeschlossen ist... dass jemand da wirklich selbst zerstörerische Anteile hat und die eben ausleben möchte.
00:26:37: Und dann ist es ja nicht unbedingt jedes Mal tatsächlich eine, ich sag mal heilsame Erfahrung oder irgendwie eine Erfahrung, die mich auch auf irgendeiner Ebene vielleicht am Ende schadet.
00:26:47: Also würde ich jetzt nicht ausschließen, das ist also manche von uns haben eben selbst zerschörerischer Anteilen und klingt für mich so als hätte das durchaus so sein können.
00:26:55: dann könnte man eben da schauen, wie das eingesammelt werden kann.
00:26:58: Also genau ich finde es ganz wichtig dabei auch eben auf gar keinen Fall sozusagen eine Wertung oder Abwehr schon drauf zu legen weil das ist glaube ich passiert ja richtig richtig schnell und Ich kann mir aber auch vorstellen dass diese Person sich einfach in diesem Kontext wer weiß genau wie lange die sich schon irgendwie solchen in diesen Szenen sozusagen rumgetrieben hat.
00:27:19: Es kann ja auch sein dass die person sich so sicher gefühlt hat in diesem Kontext, dass sie sich die ganze Zeit sozusagen gefühltert als hätte sie die Kontrolle über diese Situation und sich dieser Abwertungsverachtungserfahrungen auf eine Art und Weise erschaffen hat, die sich für Sie trotzdem noch sicher angefühlt hatte.
00:27:35: Also wer weiß, kann man jetzt nur drüber gucken.
00:27:37: Es könnte sein, dass Sie da rausgegangen sind und gesagt haben, wow das wollte ich einmal erleben, ich wollte mal schauen wie das ist?
00:27:42: Jetzt habe ich diese Erfahrung gemacht und irgendwie mit einer Art von Ermächtigungserlebnis raus geht klar, also halte ich nicht viel ausgeschlossen, klingt es vielleicht total paradox aber...
00:27:50: Nee, eben genau.
00:27:51: Finde ich nämlich auch überhaupt nicht!
00:27:59: Wenn er Niedrigung Lust macht... Wie kann etwas das wir im Alltag als zutiefst demütigend erleben würden in der Sexualität plötzlich lustvoll sein?
00:28:08: Die Antwort liegt möglicherweise an einem spannenden psychologischen Phänomen.
00:28:12: Bedeutung entsteht durch Kontext.
00:28:14: Eine degradierende Handlung muss in einem einvernehmlichen, erotischen Spiel nicht dieselbe Bedeitung haben wie eine tatsächliche Demütigung.
00:28:22: Manche Menschen erleben gerade das bewusste Überschreiten gesellschaftlicher Tabus als erregend.
00:28:28: Andere genießen es, mit Rollen zu spielen die im alltäglichen Selbstbild widersprechen.
00:28:33: und dann gibt's noch ein interessantes Paradox.
00:28:35: Wer sich freiwillig erniedrigen lässt kann dabei sogar einen Gefühl von Selbstbestimmung erleben – gerade weil die Person selbst entscheidet welche Erfahrung sie machen möchte!
00:28:44: Allerdings wissen wir aus der bloßen Beobachtung einer Situation natürlich nicht wie sie sich für die beteiligten Menschen dann tatsächlich anfühlt.
00:28:53: Interessant.
00:28:55: Ja, finde ich auch und weil es auch eine Situation ist über die immer wieder nachdenken muss bei meinen Freundes für sich als... Wie kann ich das jetzt einfach formulieren?
00:29:08: Für sich als schlimme Situation wahrgenommen hat in den Augen der Person, die anorganisiert wurde.
00:29:16: Es weiß ich, dass mein Freund für sich dachte, oh mein Gott!
00:29:18: Für mich ist es so eine schlimme Situation.
00:29:20: Sondern als er sich dann halt hineinversetzt hat ... Dass erst als schlimme situation wahrgenommen hat und sich auch gar nicht vorstellen konnte.
00:29:29: eben die Perspektive, die du jetzt gerade reingebracht hast vielleicht war's ja völlig fein für diese Person.
00:29:35: Ja.
00:29:36: Wobei ich auch ganz klar sagen muss, für mich ist es keine konsensuelle Situation insgesamt, weil die Menschen, die dort einfach nur zur Toilette gehen wollten, hatten jetzt sich nicht darauf eingelassen wollen ... Einlassen wollen.
00:29:45: Teil
00:29:45: eines
00:29:46: solchen Szenarios zu werden.
00:29:47: Die
00:29:47: wurden gefragt.
00:29:48: also das war ja wie gesagt so ein Kinky-Club und er hat die dann halt immer gefragt ob sie auf ihn urinieren würden?
00:29:55: Und dann konnten Sie's halt machen oder nicht?
00:29:58: Okay.
00:29:59: Aber muss ich ganz ehrlich sagen wenn das jetzt quasi in einem Badezimmer passieren würde, indem ich einfach nur würde dann ich ... Ich würd's schon als nicht konsensuell empfinden, dass ich einfach nur die Szenerie sozusagen
00:30:11: teile.
00:30:13: Obwohl ich das also ... Weil ich würde ganz klar jetzt nicht Teil einer solchen Situation sein wollen.
00:30:19: Ja von daher so genau, das ist der einzige Punkt wo ich sagen würde ... Und gleichzeitig war es irgendwie ein Kinky-Cluck.
00:30:27: Das heißt natürlich passieren da am Lauf eine Band irgendwelche Sachen, die man mit sieht an denen man aber nicht teilnimmt.
00:30:34: Wobei ich auch da finde, Kritik an Kinky Clubs.
00:30:39: Dass Konsens größer geschrieben werden könnte.
00:30:41: also ich glaube auch dass da ganz viel negative Aggressionen auch stattfindet und ganz viele Grenzüberschreitungen eben wie sowas.
00:30:56: Und jetzt sind wir nicht so ganz vom Thema abgewichen aber ein bisschen wo waren wir davor?
00:31:04: Ich glaube, wir waren im Prinzip eigentlich eigenen Erfahrungen und dann eigenen Perspektiven auf das ganze Thema.
00:31:10: Und bei Anteil?
00:31:12: Ja, bei Anteilen.
00:31:12: Mhm.
00:31:14: Ja.
00:31:16: Und ich glaube ... ist es schon bald wieder voll, wir haben immer so ... Wir quatten ja immer so lang!
00:31:23: Aber ich glaube, ich hätte Lust noch ein bisschen damit abzurunden quasi... Wir hatten schon ein bisschen berührt, aber wie wir als Frauen uns selbst möglichst frei lassen können und dabei sozusagen fest verankert sein können.
00:31:37: Sowohl in unserem eigenen Wesenskern von dem aus wird das navigieren also auch eben fest verunkert.
00:31:43: im eigenen Feminismus sag ich mal Was ist denn da so dein Tag?
00:31:47: Ich hab jetzt schon wieder so viel geredet.
00:31:48: Na mein Tag den habe ich eigentlich schon gesagt.
00:31:52: Also dass es mir bewusst geworden ist Mein Alltags-Ich, nicht mein sexuelles Ich ist haben sich ganz andere Möglichkeiten eröffnet.
00:32:05: Der Neugier und der Exploration und dass ich im Kopf viel freier war um halt zu gucken was mag ich denn?
00:32:13: Was mag ich nicht?
00:32:14: Und mir das hat davor gar nicht erlaubt habe weil ich mir immer dachte ne es unfeministisch oder auch irgendwelche Fantasien zum Beispiel Dass es auch relativ lange gedauert hat zu verstehen nur weil ich in der Fantasie irgendwas gut finde, heißt es auch nicht dass ich das jetzt ausleben möchte und mir das dann auch zu erlauben also so dieses überhaupt im Kopf frei werden.
00:32:41: Und dann gucken was möchte ich denn jetzt in der Realität ausleben?
00:32:48: Was ist jetzt in die Fantasien irgendwie vollkommen ausreichend für mich?
00:32:54: Dass mir diese ganzen Differenzierungen sehr viel Freiraum geschenkt haben.
00:33:00: Und wie du auch schon meintest, die Arbeit mit inneren Anteilen und meine inneren Antheile zu erkennen und auch die verschiedenen inneren Anteile von mir in der Sexualität sind ja auch nicht nur einer war dann glaube ich der zweite Schritt in dieser Auseinandersetzung um dann zu gucken Also, als ich diesen Freiraum im Kopf hatte und dann davon ausgehend weiterzugehen und zu schauen, ah, welche Anteile hab' ich denn?
00:33:33: Und jetzt ist irgendwie der Anteil gerade aktiv oder jetzt ist der Antail gerade aktiv.
00:33:41: Es hat so was spielerisches grade für mich, so ein spielersches neugieriges Erkunden ... und mich darauf dann einlassen.
00:33:50: Das ist somit ganz viel Freude und Leichtigkeit!
00:33:54: verbunden, also ich ja es ist sehr schön.
00:33:57: Es war sehr viel Spaß!
00:34:04: Ist unser sexuelles Begehren veränderbar?
00:34:07: Was uns heute sexuell erregt muss nicht unbedingt dasselbe sein wie vor zehn Jahren und vielleicht auch nicht das was uns in zehn jahren losbereitet denn Sexuelles begehren ist nicht entstein gemeißelt.
00:34:18: die sexualwissenschaft zeigt dass sich sexuelle Interessen Fantasien und Vorlieben im laufe des Lebens verändern können.
00:34:24: Neue Erfahrungen, Beziehungen und Lebensphasen können dabei eine Rolle spielen.
00:34:29: Manchmal entdecken wir erst durch eine neue Erfahrung das uns etwas gefällt dass wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten Und manchmal verlieren Dinge die uns früher besonders erregt haben an Bedeutung.
00:34:39: Dabei ist wichtig.
00:34:41: Sexuelle Fantasien tatsächliche Vorlieben und sexuelles Verhalten sind nicht dasselbe.
00:34:45: Sie können sich überschneiden müssen es aber nicht.
00:34:48: Und natürlich bedeutet Veränderbarkeit nicht Dass wir unsere Vorliegen beliebig steuern können.
00:34:53: Vielleicht ist sexuelle Selbstbestimmung deshalb auch die Freiheit uns immer wieder neu kennenzulernen.
00:35:01: Cool, ja echt freies!
00:35:03: Ich habe auch den Eindruck es steht irgendwann mal eine Folge über innere Anteile an wo wir so richtig auch mal ein paar Beispiele geben was man für innere Antheile haben kann.
00:35:10: dann wäre irgendwann ganz am Anfang als wir noch eine riesen Plattform aufbauen wollten auch einige ausgearbeitet.
00:35:14: mein Lieblingsanteil Kinkabell muss ich jetzt einfach einmal sagen Ja, auf die Erfindung bin ich besonders stolz.
00:35:21: Das ist der innere Anteil, der so ganz verspielt und ganz explorativ und ganz frei ist.
00:35:27: Wenn man kann mal die eigene innere Kinkabelle rauslassen oder die eigene innerische Schlampe oder die eigenen innere hohe Priesterin ... Oder die eigene Innere was auch immer als gerade ist.
00:35:41: Und vielleicht einfach zum Ende der Folge in Ordnummer... Vielleicht lässt du dich, was es angeht ja schon total frei und du kannst sowohl irgendwie aus vollstem Herzen sagen nimm mich oder ich will jetzt das.
00:35:54: Und ich nehme mir jetzt das und du machst jetzt das so und nimmst dir selber schon was du gerade willst und vielleicht bist du da auf der Reise sowie die meisten.
00:36:07: Aber so eine Übung einfach mal mit einer Person, mit der du dich da wohl fühlst zu machen.
00:36:12: Wo jeweils einer von euch in diesen Modus geht von ich mache jetzt einfach mal Und da kann man übrigens, das muss nicht sofort total sexuell sein.
00:36:22: Das kann auch wirklich einfach so viel spielerischer und unsexuell sein, wie ich roll deinen Körper durch die Gegend oder sowas.
00:36:29: Aber Hauptsache, man kommt in dieses Ich mach jetzt was ich will.
00:36:33: Es ist gar nicht leicht, da reinzukommen.
00:36:34: Die andere Person sagt nur mehr, weniger, weniger gleich oder stopp.
00:36:40: Er ist simpel, er ist alt aber es kann helfen, das ein bisschen zu üben!
00:36:44: und sich danach hinzusetzen, ein bisschen drüber zu sprechen.
00:36:46: Wie war das für uns?
00:36:47: Was war leicht oder was war nicht so leicht, was war schön?
00:36:49: Was würde mir noch
00:36:50: helfen?".
00:36:51: Und vielleicht auch die Akzeptanz ... Wir sind ja nun mal alle patriarchal geprägt!
00:36:59: Ich würde behaupten, dass es auch so ist, dass eher die Männer in dieser aggressiven, ich nehm dich jetzt Rolle sind, und die Frauen vielleicht in der passiv-aggressiven oder submissiven, Das wahrscheinlich ... das ist, wo sich viele so ganz genderkonformen Anführungszeichen hingezogen fühlen.
00:37:23: Aber dass das dann halt so isst, also wie gesagt wir leben im Patriarchat und natürlich kommt es irgendwoher unsere ganzen Vorlieben.
00:37:34: Und sich das auch zu erlauben und zu akzeptieren und das dann auch lustvoll genießen zu können.
00:37:43: Trotzdem ist vielleicht aus Strukturen kommt, die im Alltag abgelehnt werden.
00:37:48: Und ... jetzt gesellschaftlich eher schwierig sind.
00:37:52: Aber das ist ja nicht der Alltag, sondern also weil man beschneidet sich dann nur selber in der Sexualität wenn man dagegen ganz stark ankämpft?
00:38:03: Absolut.
00:38:05: Ja, würde ich absolut unterschreiben.
00:38:08: Ähm, Punkt!
00:38:10: Punkt!
00:38:11: Lass mal dabei ein schönes Schlusswort.
00:38:13: Nix beschneiden in der Sexualität.
00:38:16: Auf Wiedersehen!
00:38:25: Tschüss!
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